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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ahlefeldt - Aichen
Litteratur. ^at^Io^us 6e8 M0num6nt8 6t in-
Lcriptionä äe 1'^F7pt6 antiliue, Bd. 1 Wien 1893);
Chennels, RscoliectionZ ok an N^ptian princ688
(267Q6d) d^ Ii6r ^nZIi3ii F0V6rn688, dewF a recorä
c>t tiv6 ^6Äi'3' reäiäonce at tde court ol lämael
?a8cka Xiieäivo (2 Bde., Edinb. 1893); Abdallab
Simaika, lüomp6t6nc68 cl68 tridunaux mixt68
ä'N^pte (Par. 1892); G. Guillaumot, I^'N^pts
moäerns 6n äroit intei-nationai (ebd. 1891); Rae,
^Z-^t ol to-äa^ (Lond. 1892); Ncumann, Das
moderne A. Mit besonderer Rücksicht auf Handel
und Volkswirtschaft (Lpz. 1893); Borelli, (^0868
p0iitiliu68 ä'N^pts 1883-95 (Par. 1895); Kauf-
mann, Die Kommission der Kasse der ägypt. Staats-
schuld und das internationale Recht (Berl. 1896);
Wood, ^F^pt unäer tlis Lriti8li (Lond. 1896).
"Ahlefeldt, adliges Geschlecht. Graf Fried-
rich III. von A. starb 30. Nov. 1889; .Haupt der
Gravensteiner Linie ist jetzt sein Sohn Graf Chri-
stian von A., geb. 31. Juli 1844.
Ahlwardt, Hermann, Politiker, geb. 21. Dez.
1846 zu Krim bei Anklam, besuchte das Lehrer-
seminar in Oranienburg und wurde 1866 Lehrer in
Neuruppin. 1869 kam er als Lehrer an eine höhere
Töchterschule in Berlin, wurde 1873 städtischer
Lehrer und 1881 Rektor. Ende der achtziger Jahre
trat er in die antisemit. Agitation in Berlin ein und
wußte sich durch die Zügellosigkeit seiner Angriffe
^egen das Judentum und die Skrupellosikeit in der
Wahl seiner Waffen, wofür er mehrfach Freiheits-
strafen zu erdulden hatte, eine fanatisierte Gefolg-
schaft zu verschaffen. Auch in die Provinz ver-
pflanzte er in der Folge seine Agitation, anfangs
unter stillschweigender Protektion der Konservativen,
die erst gegen A. vorgingen, als dieser 1892 als
Kandidat für den bisher konservativ vertretenen er-
ledigten Wahlkreis Friedeberg-Arnswalde auftrat
und auch in den Reichstag gewählt wurde. Trotz-
dem die Anklagen, die er im Reichstag gegen den
preuß. Finanzminister Miquel wegen dessen angeb-
licher Beteiligung an der Gründerära erhob, sich als
ebenso hinfällig erwiesen hatten, wie die gegen die
Waffenfabrik Ludwig Löwe in der Broschüre "Iu-
denflinten" (2 Tle., Dresd. 1892) erhobenen An-
griffe, und die letztern ihm eine abermalige mehr-
monatige Gefängnisstrafe zugezogen hatten, wurde
A. bei den Reichstagswahlen von 1893 sogar in
zwei Wahlkreisen gewählt; er behielt seinen bisheri-
gen Wahlkreis bei, stand aber im Reichstag für sich
und wurde auch, als sich Ende 1894 die Deutfch-
fociale Reformpartei bildete, in die Fraktion nicht
aufgenommen, worauf er mit Voeckel die antisemit.
Volkspartei in Berlin gründete, die den Antisemi-
tismus in der radikalsten Form vertritt. A.s agita-
torische Thätigkeit hatte zu seiner Suspension und
später zu seiner völligen Entfernung aus dem Ber-
liner Schuldienst geführt. Er gab darauf in Berlin
den "Bundschuh", seit 1895 mit Voeckel das "Deutsche
Volksrecht" heraus und trat in den verschiedensten
Städten Deutschlands als polit. Redner gegen Er-
hebung von Eintrittsgeldern auf. Im Herbst 1895
begab er sich zu gleichem Zweck nach Nordamerika.
A. hat auch durch Broschüren zu wirken gesucht;
unter andern sind noch erschienen: "Verzweiflungs-
kampf der arischen Völker mit dem Judentum"
(Berl. 1890), "Eid eines Juden" (ebd. 1891), "Iüd.
Taktik" (ebd. 1892).
Ahornzucker, der eingedickte Saft des Zucker-
ahorns (^csi- 3acckai-inum I5^n</e,l/z.). Der Baum
wird vom 20. Lebensjahre ab etwa 60 cm über
dem Boden an der Nordseite zeitig im Frühjahr
(März) angebohrt. Das Zapfloch hat etwa 1^ cm
Durchmesser, reicht 2^ cm in den Splint und ist
schräg aufrecht gebohrt. Durch eine genau passende
Zinnröhre mit daran hängendem Zinneimer läuft
dann am Tage der Ahornsaft aus. Der Saft hat
nach Untersuchung von Wiley folgende Zufammen-
fetzung: Rohrzucker 1,95-3,5 Proz.", Asche 0,i4sProz.,
wenig Eiweihstoffe, sehr wenig Apfelsäure und nur
gegen das Ende der Erntezeit etwas Glykose. Der
Saftfluß dauert im Durchschnitt 30 Tage; der Saft
wird täglich zweimal gesammelt, um direkt über
freiem Feuer eingedampft zu werden. Irgend welche
chem. oder mechan. Reinigungsmittel werden nicht
angewendet, nur größtmögliche Sauberkeit aller
Gefäße u. s. w. Die Eindampfung wird so weit
getrieben, daß schon eine Kornbildung stattgefunden
hat; dann wird die Masse in Formen gegossen und
12 Stunden der Krystallisation überlassen. Die
Formen sind ebenfalls von Zinn, flach, mit Scheide-
wänden, so abgemessen, daß 12 Zuckertafeln nach
dem Abtropfen der Melasse durch den siebartigen
Boden annähernd 1 kF wiegen. Durchschnittlich
wird 1 kF Zucker aus 48 bis 56 1 Saft gewonnen,
und es produziert ein mittelstarker Baum etwa 1 ^F
Zucker im Jahr. Hauptproduktionsort für A. ist
der Staat Vermont in den Vereinigten Staaten von
Amerika (im Durchschnitt jährlich 1^ Mill. 1^).
Ahrensburg, früher Woldenhorn, Dorf im
Kreis Stormarn des preuh. Reg.-Vez. Schleswig,
20 km von Hamburg, an der zur Alster gehenden
Aue und der Linie Lübeck-Hamburg der Lübeck-
Buchener Eisenbahn, Sitz eines Amtsgerichts (Land-
gericht Altona), hat (1895) 1845 evang. E., Post,
Telegraph, alte Kirche (1596), ein dem Grafen
Schimmelmann gehöriges Gut (326 E.) mit statt-
lichem Schloß (1594) und Park, und wird von Ham-
burg aus viel besucht. In der Nähe die Heilanstalt
Silo ah und eine Irrenpflegeanstalt.
"Aichen. Für Fluß-und Kanalschiffe fehlt es
im Deutschen Reiche noch an einer einheitlichen
Vermessungsordnung. Besonders empfindlich wird
dieser Mangel auf dem Stromgebiet der Elbe, wo
außer österr. Schiffen auch sächs., anhält., preuß. und
hamburgische Schiffe verkehren. Jeder dieser Staa-
ten hat eine andere Methode der Vermessung, so daß
dasselbe Schiff, das z. V. in Preußen zu 210 t ver-
messen ist, in Hamburg oder in Anhalt zu nur etwa
198 t vermessen werden kann und dementsprechend
geringere Hafen- und Schleusengebühren bezahlen
würde. In Art. 11 des Schlußprotokolls der 1880
entworfenen Elbschiffahrtsakte war denn auch eine
Verständigung über eine gemeinsame Vermcssungs-
ordnung vorgesehen worden; allein mit dem Schei-
tern der gedachten Akte fiel auch diese Anregung.
Die reichsgesetzliche Regelung wird um so dringen-
der, je näher mit dem Ausbau des Wasserstraßen-
netzes die Möglichkeit rückt, daß auch Schisse vom
Rhein nach den östl. Stromgebieten und umgekehrt
gelangen. Dem einheitlichen Verfahren dürfte in
Berücksichtigung dessen, daß leichtgebaute Fahrzeuge
sich belastet der Länge nach stark durchbiegen, eine
Verechnungsart zu Grunde zu legen sein, bei der
erstens die untere Schwimmebene n des leeren (nur
mit der notwendigen Ausrüstung und Bemannung
versehenen) Schiffs, zweitens die nach Belastung
des Schiffs bis zu einer gewissen Minimal-Freibord-
höhe (die je nach Gesamthöhe des Schiffs und nach