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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Bouvier - Boycotten
1894), "^O3ui0p0ii3", Scenen aus der vornehmen
röm. Welt (1892; deutsch ebd. 1894), "Un 8ci'npui6"
(1893; deutsch Verl. 1895), "IIn 8aint" (1894), "IIn"
iä^iis ti-ÄFiliu6" (1896). Eine Reise nach Amerika
gab ihm Stoff zu dem Buch "Outre-mer" (2 Bde.,
1895), einer Schilderung der gesellschaftlichen und
socialen Verhältnisse der Vereinigten Staaten.
^ Bouvier, Ami Auguste Oscar, starb 2. Nov.
1893 in Genf.
"'Boycotten. In Deutschland wurde der Boy-
cott zuerst 1880 in Sachsen gegen Wirte geübt, die
ihre Säle socialdemokratischen Versammlungen ver-
schlossen. Der größte Boycott in Deutschland war
gesellen (davon 131 aus Brauereien) mit der For-
derung auf Kürzung der Arbeitszeit unter gleich-
zeitiger Lohnerhöhung, verbunden mit Arbeitsein-
st ellnng, beantwortet und von einer Nixd orfer Arbei-
terversammlung mit Verhängung des Boycotts über
eine beteiligte Nirdorfer Brauerei unterstützt wurde.
Obwohl diese Nixdorfer Versammlung vollkommen
selbständig vorgegangen war, d. h. das Berliner
Gewertschaftskartell daran keine Schuld trug, wandte
sich der Verein der Brauereien Berlins und Um-
gegend doch an dieses Kartell mit der Drohung,
wenn der Boycott nicht bis 15. Mai aufgehoben
sei, würden 20 Proz. Arbeiter entlassen. Das Kartell
FZ
Voulugne-sur-Mer (Situationsplan).
Erklärung. Schiefe Ziffern zeigen die Ticfenverhältmsse (in Metern). Gerade Ziffern bedeuten: 1 Binnenhafen-
decien, ^ offene Binnenhafen, 3 Landebrücke der Passagierdampfer, 4 Vauhafen, 5 neue Quaianlagen, 6 Kirche St. Nikolaus,
7 Kirche St. Pierre.
bisher der vom 6. Mai bis 24. Dez. 1894 währende
Vierboycott in Berlin, innerlich verursacht durch die
Entwicklung des Großbetriebes im Berliner Braue-
reigewerbe, wodurch den Brauergehilfen nicht blos;
die Möglichkeit selbständig zu werden erschwert, son-
dern für sie auch eine Konkurrenz durch ungelernte
Arbeiter im Brauereibetricb ins Leben gerufen wurde;
äußerlich veranlaßt durch das abschlägig beschiedene
Gesuch der Berliner Vöttchcraesc-llen an ihre Arbeit- i
geber, größtenteils Vrauereiunternehmer, den 1. Mai l
feiern zu dürfen. Trotz des abschlägigen Bescheids
feierten sie; die Folge davon war Aussperrung der
Feiernden für drei weitere Tage, die von 203 Böttcher-
erklärte sich sehr maßvoll für unzuständig zum Ein-,
greifen; die Folge war die Arbeiterentlassung, die
dann mit Verhängung des Boycotts nach und nach
über alle jenem Verein angehörigen Brauereien be-
antwortet wurde. Wohl gelang es den Arbeitern,
von auswärts boycotlfreies Vier nach Berlin zu
ziehen; allein andererseits vermochten die Arbeit-
geber durch Entschädigungen, an denen sich auch
andere Großindustrielle beteiligten, an Wirte und
kleinere Brauereien und durch Gründung eines
Voycottversicherungsverbandes für ganz Deutsch-
land dem entgegenzuwirken. Der Boycott kostete
den Arbeitern 174 542 M. für 515 Streikende; sie