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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Deutschland und Deutsches Reich
2320251 mit Wertangabe und 8588876 Briefe und
Kästchen mit Wertangabe. Der vermittelte Geldver-
kehr betrug mit 129699299 Sendungen insgesamt
22013131239 M. und bestand aus den vorstehend
erwähnten 11409127 Geld- und Wertsendungen
imBetragevon15742934680M., ferner 95349 264
Postanweisungen über 5495606659 M., 6025531
Postaufträgen über 568052500M. und 16915377
Postnachnahmen über 206537400 M. Von allen
Sendungen konnten 473 722 nicht bestellt werden
und zwar 254 562 Briefe, 182111 Postkarten,
36403 Drucksachen, Geschäftspapiere und Waren-
proben, 10 Briefe und Küstchen mit Wertangabe
und 636 Pakete. Postwertzeichen wurden 1895:
1904470766 Stück für 196191337 M. 63 Pf.
verkauft, ferner 14358 788 Wechsclstempelmarken
für 7466271 M. und 6686397 Marken der statist.
Gebühr für Warensendungen nach dem Auslande
im Betrage von 757137 M. Die Länge der Tele-
graphenlinicn betrug 1895: 113173,3? km, dar-
unter 103810,75 km oberirdische, 5961 km unter-
irdische Linien und 3401,62 km unterseeische Kabel.
Hierzu traten noch 16115,70 km Linien der Stadt-
fernsprecheinrichtungen und 461,28 km Telegraphen-
linien in den deutschen Schutzgebieten, so daß die
Gesamtlänge der der Reichs-Telegraphenverwal-
tung unterstehenden Linien 129 750,35 km betrug.
Die Leitungen sämtlicher Linien ergaben eine Ge-
samtlänge von 433 235 km; dazu kommen noch
181985 km Leitungen der Stadtfernsprecheinrich-
tungen und 462 km Leitungen in den Schutzgebieten,
zusammen 615682 km. In 17903 Telegraphen-
anstalten waren 9646 Beamte thätig und 24805
Apparate im Betriebe. Die Gesamtzahl der'auf-
gegebenen Telegramme belief sich auf 34602830,
von denen 22062811 innerhalb des Reichs-Tele-
graphengebietes, 6256259 aus andern Ländern und
4916 398 nach andern Ländern befördert wurden.
Im Durchgang passierten das Reichs-Telegraphen-
gebiet 1367362 Telegramme. Die Gebührenein-
nahme belief sich auf 42989223 M.
Aus der Reichspostkasse wurden 1895 vorschuß-
weise bezahlt: 42498165 M. 8 Pf. bei Unfällen
für Rechnung der Bemfsgenossenschaften und Aus-
führungsbehörden, ferner 12950059 M. 86 Pf. an
Invalide und 23482468 M. 25 Pf. als Altersrente.
Für die verkauften 398 435 290 Versicherungsmarken
wurden 84060772 M. 68 Pf. eingenommen.
Finanzwesen. Der Entwurf zum Reichshaus -
haltsetat für das Etatsjahr 1897/98 schließt in Ein-
nahme und Ausgabe mit 1328,302 Mill. M. ab. Die
fortdauernden Ausgaben, die seit 1892/93 um164,925
Mill.M.gestiegen sind, belaufen sich auf1169,386Mill.
M. und verteilen sich wie folgt auf die.Haupttitel:
Fortdauernde Ausgaben
I. Bundesrat*............ -
II. Reichstag............. 654,9
III. Reichskanzler und Reichslanzlei . . . 159,3
IV. Auswärtiges Amt......... 10 961,"
V. Reichsamt des Innern....... 36 712,2
VI. Verwaltung des Reichsheers .... 486460,6
VII. Verwaltung der kaiserl. Marine. , . 58 925,3
VIII. Reichsjustizverwaltung....... 1981,0
IX. Reichsschatzamt........... 409 151,3
X. Neichseisenbahnamt......... 357,0
XI. Reichsschuld............ 76 191,3
XII. Rechnungshof.......... . 740,5
XIII, Allgemeiner Pcnsionsfonds..... 58 587,1
XIV. Reichsinvalidenfonds........ 28 504,5
* Die für den Bundesrat erforderlichen Ausgaben wer-
den aus den Fonds Rcichsamt dos Innern bestritten.
Tausend Mark
Hierzu kommen die einmaligen Aus-
gaben für das Etatsjahr 1897>98 im Betrag.'
von 158915268 M., und zwar:
Ordentlicher
Außerordent-
Einmalige Ausgaben
Etat M,
licher Etat M.
Auswärtiges Amt. . , . . .
100 000

Kolonialverwaltung......
8 276 300
__
Reichsamt des Innern ....
2 550 248

Post- u. Telegraphenverwaltung
3 626 781
-
Neichsdruckerei........
95 000

Verwaltung des Reichshcers. .
46 046 965
14 270 406
Marineverwaltung......
31750 927
38 633 345
Reichsschatzamt........


Eisenbahnverwaltung.....
3 790 000
4 650 000
Zusammen
101 311 521
57 603 74?
In der in Titel IX der fortdauernden Ausgaben
Weichsschatzamt) nachgewiesenen Summe ist auch der-
jenige Betrag enthalten, welcher nach der Francken-
steinschen Klausel von den Einnahmen an Zöllen
und Tabaksteuer, soweit diese die Summe von 130
Mill. M. übersteigen, an die Einzelstaaten nach Maß-
gabe der Bevölkerung, mit welcher sie zu den Matri-
kularbeiträgen herangezogen werden, zu verteilen ist.
Über die Abänderung der Franckensteinschen Klausel
s. Finanzreform.
über den Umfang der Überweisungen während
der letzten sechs Etatsjahre giebt die Zusammenstel-
lung auf S. 317, in welcher die Beträge für 1892/93
bis 1894/95 nach dem definitiven Matrikularfuße
berechnet, für die übrigen Etatsjahre den Etats ent-
nommen worden sind, Auskunft (in 1000 M.).
Die für das Etatsjahr 1897/98 veranschlagten
Einnahmen setzen sich zusammen aus 1270,699 Mill.
M. ordentlichen Einnahmen und 57,603 Mill. M.
außerordentlichen Deckungsmitteln, für welche
56,763 Mill. M. aus Anleihen entnommen werden
sollen. Der dann noch zu deckende Fehlbetrag
von 0,840 Mill. M. soll durch Rückerstattungen auf
die aus dem Reichs-Festungsbaufond geleisteten
Vorschüsse in Köhe von 500 000 M. und durch
340000 M. Überschuß aus dem Münzwesen aus-
geglichen werden.
Die ordentlichen Einnahmen (1270,7 Mill.
M.) bestehen aus folgenden Posten:
1) Zölle und Verbrauchssteuern 653,i3i Mill. M.:
es sind für 1897/98 veranschlagt die Zölle auf
372,480 Mill., die Tabaksteuer auf 11,293 Mill., die
Zucker-Verbrauchsabgabe auf 81 Mill., die Salz-
steuer auf 45,669 Mill., die Branntweinsteuer auf
115,783 (Maischbottich- und Materialsteuer 17,066,
Verbrauchsabgabe und Zuschlag zu derselben 98,7i?)
Mill., die Brausteuer und Übergangsabgabe von
Vier auf 26,843 Mill. M.; die Aversa von Bundes-
gebieten außerhalb der Zollgrenze auf 63480 M.
Ferner sind veranschlagt: 2) die Reichsstempelab
gaben auf 61,9 Mill. M. und zwar: Spielkarten
stempel 1,366 Mill., Wechselstempelsteuer 8,133 Mill.,
Stempelabgabe für Wertpapiere, Kaufgeschäfte und
3) die Post- und Telegraphenverwaltung auf 41,253
Mill. M.; 4) die Neichsdruckerei auf 1,546 Mill. M.:
5) die Eisenbahnverwaltunq auf 25,405 Mill. M..
6) das Bankwesen auf 3,502 Mill. M.; 7) verschie-
dene Verwaltungseinnahmen auf 17,482 Mill. M.;
8) der Reichsinvalidenfonds auf 28,68Z Mill. M.:
9) aus der Veräußerung ehemaliger Festungs-
terrains 411090 M. und^ 10) die Matrikularbei-
träge auf 425,303 Mill. M.