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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Duranametall - Düsseldorf
1894 wurde cr nach dem Rücktritt Casimir-Periers
wicdcr mit der Bildung eines Kabinetts beauftragt,
in dem er neben dem Vorsitz das Innere übernahm.
Er begleitete Earnot aus seiner Reise nach Lyon
und erhielt nach dessen Ermordung bei der Wahl
eines Präsidenten der Republik (27. Juni 1894)
9? Stimmen. D. reichte 28. Juni seine Entlassnng
ein, blieb aber, nachdem Burdeau einen vergeblichen
Versuch znr Kabinettsbildung gemacht hatte, auf
das Ersuchen des nenen Präsidenten Casimir-Pe-
rier im Amt. Ein Konflikt, in den er mit der De-
putiertentammer wegen der Zinsgarantie für die
Süddahn geriet, veranlaßte ihn 14. Jan. 1895 zum
Rücktritt, worauf am folgenden Tage auch der Prä-
sident Easimir-Perier sein Amt niederlegte.
Duranametall, s. Legierungen. sRom.
^Durando, Giacomo, starb 22. Aug. 1894 in
Durchflußhöhle, eine Höhle, durch die entweder
immer oder nur zeitweise Wasser von einem Thal-
gebiet in ein anderes fließt. Durch die Adelsberger
Grotte fließt der Poitfluft aus dem Adelsberger in
das Planinathal. In den Karstlündern giebt es
viele unterirdische Wasserläufe, die von einem Thale
durch eiuen Bergrücken in ein benachbartes tiefer
gelegenes Thal unterirdisch abfließen. Selten ist der
ganze Verlauf einer solchen Nasserhöhle begehbar.
Wo dies der Fall ist, kann aus einer D. eine Durch-
gangshöhle (s. d.) entstehen, wenn durcb irgend eine
Ursache das Wasser ausbleibt. Die Pomtvahöhle
bei Orsova ist zeitweise Dnrchgangshöhle und wird
nach stärkern Regengüssen D.
Durchführung (in ^ Musik), in Werken von
Sonatensorm derjenige Teil, in dem eins oder meh-
rere der vorber gegebenen Themen in kontrapuntti-
scher oder freier Weise bearbeitet werden. Die D. steht
meist am Beginn des zweiten Teils vom ersten
(Hanpt-) Satz der Sonate, der Sinfonie und anderer
großer Formen; nach der D. kehrt der Komponist
zum ersten Tdema und in die Hanpttonart zurück.
- In der Fuge (s. d., Bd. 7) nennt man D. dcw
Durchgehen des Tbemas als Führer und als Ge-
fährte durch alle Stimmen.
Durchgaugshöhle, eine Hohle, die tunnelartig
durch einen Bergrücken führt. Die D. sind zumeist
nur Bruchstücke ehemaliger größerer Höhlen, die
zum Teil zerstört sind, wie die Oswaldhöhle bei
Muggendorf in Bayern und die Grotte von Seele
bei Gottschee in Krain, oder sie sind aus trocken
gelegten alten wasserschlingenden Höblen entstanden,
die dnrch Verändernngen in der Orographie der
Umgebung öfter so hoch über die jetzige Thalsohle zu
liegen kommen, daß ihre Entstebungsart schwer zu
ergründen ist. Ein Beispiel ist die Franenmauerhöhle
bei Eisenerz in ^tciermark, die vom Gsollthale in
das Tragösser Thal führt. D. sind nicht viele be-
kannt. Eine großartige D., die Ponitvahöhlc,
liegt im Kasanpaß bei Orsova. (S. Durchflußhöhle.)
Durchgangstöne, dissonante Töne, die stufen-
weise von" einem Teil desselben Accords zum näch-
sten führen. So ist beim Oäm'-Accord ä der Durch-
gangston zwischen <- und e, i' zwischen 6 und 3. Meist
fallen die D. auf die schlechten Taktteile.
Durchgangszüge, s. Eisenbahnzüge.
Duruowö, Iwan Nikolajewitsch, russ. Staats-
mann, geb. 1836 im Gouvernement Tschernigow,
war lnrze Zeit im Militärdienst thätig und wurde
dann Adelsmarschall des Gouvernements von
Tschernigow. 1871 wurde er Gouverneur von Ic-
katerinoslaw, 1882 Adlatus des Ministers des
Innern Grafen Tolstoj, 1d86 Chef der Wohlthätig-
kcitsanstalten der Kaiserin Maria und 1889 - 95
war cr Minister des Innern. Hier hatte er als Erbe
der unpopulären Tendenzen des Grafen Tolstoj das
Gesetz über die Landeshauptleute einznführen, das
das Semstwo aus einer autonomen zu einer bureau-
kratischen Institntion machte. Ebenso wirkte die von
ihm eingeführte Reform der Städteordnnng beengend
für die städtischen Verwaltungen. T. wurde im Okt.
l895 zum Präsidenten des Ministertomitees ernannt.
Dürrmenz-Mülilacker, Dorf im Oberamt
Maulbronn des württemb. Neckarkreiscs, an der Enz,
bat (1895) 2982 E., Post, Telegraph, katb. und evang.
Kirche, Realschule; Tabakfabrikation, Brauerei, Müh-
len und Landwirtschaft. Nahebei auf einem Felsen
die Burgruine Löffelstelz. D. kam mit derBura,
von den Edlen von Dürrmcnz an das Kloster Maul-
bronn und wnrde so württembergisch.
^Duruy, Victor, starb 25. Nov. 1894 in Paris.
* Düsseldorf, Stadt, hat (1895) einschließlich der
eingemeindeten Ortschaften Flehe, Golzheim, Grafen-
bcrg, Hamm, Mörsenbroich, Stoffeln und Volmcrs-
werth 175l)85 (88 507 männl., 87 478weibl.) E.,
darunter 126 904 Katholiken, 46 314 Evangelische,
l>87 andere Christen und 1780 Israeliten, 9417 be
wohnte Gebäude, 36 523 Haushaltungen und 309
Anstalten, d. i. eine Znnahme seit 1890 um 31343
Personen oder 21,?o Proz. Die Zahl der Geburten
betrng 1895: 6906 (danmter 220 Totgeburten),
diejenige der Eheschließungen 1716, die der Todes-
fälle 3941. In Garnison liegen ferner Stab und
1. Bataillon des Infanterieregiments Nr. 159, das
ganze Hufarenregiment Nr. 11 und die reitende
Mteilnng des Feldartillerierea.iments Nr. 7. Die
Berufsfeuerwehr besteht aus 1 Brandmeister, 34 stän-
digen und 128 nichtständigen Feuerwehrleuten und
bat 3 Feuerwachen, 60 Feuermelder, 18 Spritzen und
14 Pferde. Die Gasanstalt lieferte 1895/96:12,291
! Mill. cdin Gas. Privatanlagen für elektrische Be-
leuchtung bestanden 58 mit 93 Dynamomaschinen.
832 Bogen- und 17074 Glühlampen. Das Wasser
werk lieferte 1895/96: 6,1 Mill. cwn Waffer; das
nntere Kanalsystem ist 77 km lang, ein oberes ist
im Bau. Der Haushaltplan 1895/96 schließt ab in
Einnahme und Ausgabe mit 26 807 070 M.; dao>
Vermögen betrug 36,889, die Schulden 28,510 Mill.
M. Für schulen werden aufgewendet 1584000 M.,
für Wohlthätigkeitsanstalten 773 300 M., danmter
aus städtischen Mitteln für Armenwesen 642300 M.,
Strasienreinigung und -Sprengung 156 300 M.
Von den Einnahmen entfielen 49,9? Proz. auf direkte
Steuern. Aus einem Vermächtnis (15000 M.) ist
dnrch den BildunaFvcrein eine öffentliche Lesehalle
gegründet und im Aug. 1896 eröffnet worden. Da5
Denkmal Kaiser Nilhelms I., von Ianssen, wurde
18. Okt. 1896 enthüllt, das Kunstgewerbemuseum am
Friedrichsplatz (für die Sammlungen des Central
gewerbevereins), ein dreistöckiger Bau in niederland.
Renaissance nach Plänen von Hecker, sowie die neuc
Aula der Kunstakademie, von Ianssen und Schill
künstlerisch ansgestattet, 30. Okt. 1896 eröffnet.
Im Eisenbahnverkehr kamen 1895 96: 1495627 l
Güter an, 644 231. t gingen ab. Die Straßenbahn
hatte 1895/96: 28 730 in Strecken und beförderte
5 021000 Pcrfonen. ^895 gingen ein 14066 260
Briefe, Postkarten, Drucksachen und Warenproben,
941.018 Pakete ohne, 117 839 Briefe und Pakete
mit Wertangabe, 138 858 Postnachnahmesendungen
und Postanftragsbriefe. Es wurden aufgegeben