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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Favé - Feldbefestigung
mete sich der kaufmännischen Laufbahn und machte
seine Lehrzeit in einem Gerberei- und Ledergeschäft
durch. Er begründete darauf ein Reedereigesckäft
in Havre, wurde Mitglied und endlich Präsident
der Handelskammer daselbst und Nichter am Han-
delsgericht. Im Deutsch-Französischen Kriege von
1870 und 1871 kommandierte er ein Mobilgarden-
dataillon. Seine polit. Laufbahn begann er 1881,
wo er in die Deputiertenkammer gewählt wurde
und sich den Opportunisten anschloß. Im Kabinett
Gambetta (Nov. 1881 bis Jan. 1882), im Kabinett
Ferry (Sept. 1883 bis April 1885) sowie im Kabi-
nett Tirard (Dez. 1887 bis April 1888) war er
Unterstaatssekretär der Kolonien; in der Zwifcken-
zeit gehörte er viermal der Budgetkommission a^
und war daneben in andern wichtigen Ausschüssen:
der Eisenbabnkommission, der Kommission für
Wasserstraßen u. a., thätig. Namentlich aber galt
er als Autorität in Kolonial- und Marineange-
iegenherten, so daß ihm im zweiten Kabinett Dupuv
Z0. Mai 1894 das Marineministerium übertragen
wurde. In dieser Stellung war er mit tbätig an der
Ausrüstung der Erpedition gegen Madagaskar.
Mit dem gesamten Kabinett Dupuv trat er 14. Jan.
1895 zurück, worauf am folgenden Tage auch der
Präsident Casimir-Perier sein Amt niederlegte.
Bei der Präsidentenwahl, die 17. Jan. in Versailles
stattfand, erhielt der Kandidat der Radikalen,
Brisson, 338 Stimmen, während auf die beiden
Kandidaten der Opportunisten, F. 244, Waldeck-
Rousfeau 184 Stimmen fielen. Da Waldeck-Rousseau
zu Gunsten F.s verzichtete, wurde dieser im zweiten
Wahlgang mit 430 gegen 361 Stimmen gewäblt.
Wenn auch F. nicht wie sein Vorgänger Easimir-
Perier einen entscheidenden Einfluß auf die Leitung
der Regierung auszuüben suckt, so strebt er dock
dahin, etwas mehr zur Geltung zu gelangen als
Grövy und Carnot, die sich durchaus mit der Er-
füllung von Repräsentationspflichten begnügten.
So übernahm er z. B. bald nach seinem Amtsantritt
wieder den Vorsitz im Obersten Kriegsrat und suchte
sich durch häufige Reisen über die Lage und die Be-
dürfnifse des Landes zu orientieren. Im übrigen
blieb die franz. Politik unter feiner Regierung in
den alten Gleisen; einen großen Triumph feierte er
durch den Besuch des Kaisers Nikolaus II. 1896 in
Paris. F. schrieb: "1^68 duä^6t8 contempoi-aii^-.
VuäZstZ äs ig< I^i'lrnce äepnis vii)<;t aii8 et <Ic8
liriucipaux I^tat8 <^ i'Nui'ope äe^uiZ 1870" und
das von der Akademie preisgekrönte Werk: "1^6
!"lidA6t 66 I". ^13.1106 6t <I68 I>rin<^1>"NX MV3
<i'Nnr0p6 (IlZMis 1888".
* ssave, Ildephonse, starb 15. März 1894 inParis.
^Faviers Sprengmittel, 1. Siäerleitc
sprengstoffe.
Fechenheim, Dorf im Landkreis Hanau des
preuh. Reg.-Bez. Cassel, am Main, bat (1895)
4359 E., darunter etwa 800 Katboliten und 25 Israe-
liten, Post, Telegrapb, evang. und kath. Kirche; Fabr-
rad-, Lack- und Firnis-, Anilinfabrikation, Schmir-
gelwerk, Litzenweberei und Gemüsebau. Iur Ge-
memde gehört der Bahnhof Mainkur der Linien
Frankfurt-Äfchaffenburg und Frantfurt-Eberbach der
Hess. Ludwigsbahn.
Fein, Eduard, Jurist, geb. 22. Sept. 1813
zu Braunschweig, studierte die Rechtswissenschaft
in Heidelberg, wurde 1834 Advokat in seiner Vater-
stadt, ging 1843 Zur akademischen Laufbahn über
und wurde 1844 ord. Professor de5 röm. Rechts
in Zürich, 1845 in Jena, 1852 in Tübingen. Er
starb 28. Okt. 1858 in der Nähe von Eisleben. Der
histor. Rechtsschule angehörend, hat er als Leh-
rer und Schriftsteller einflußreich gewirkt. Unter
seinen Schriften sind hervorzuheben: "Das Mchl
der Kollation" (Heidelb. 1842), "Beiträge zur Lehre
von der Novation und Delegation" (Jena 1850),
)as Reckt der Kodicille" (in Glücks "Erläuterung
der Pandekten", Tl. 44 u. 45, Erlangen 1851-53).
^Fejörvary de Komlös-Keresztes,Giza,
Freiherr von, übernabm im Juni 1894 bei der Neu-
bildung des Kabinetts Wekerle an Stelle Bethlens
provisorisch das Ackerbauministerium und behielt
sein Portefeuille als Landesverteidigungsminister
auch im Kabinett Bänffy im Jan. 1895.
Felbiger, Johann Ignaz von, Pädagog, geb.
6. Jan. 1724 zu Groß-Glogau, studierte in Breslau
Theologie, trat 1746 in das Stift der Augustiner-
Eborberren in Sagan ein, wurde hier 1758 Prälat
und Abt des Klosters und reformierte erst die Ea-
ganer, dann alle Schulen seines Sprengels nach dem
Muster der Realschule Hcckers in Berlin. Der schles.
Minister von Schlabrendorsf betraute ihn mit der
Abfassung des "General-Landschul-Reglements für
die Römisch-Katholischen in Städten und Dörfern
des souveränen Herzogtums Schlesien und der Graf-
schaft Glatz", das 3. Nov. 1765 von Friedrich d. Gr.
unterzeicknet wurde. Zugleich sorgte F. durch Visi-
tationsreisen, Vortrüge und Schriften, von denen
besonders "Eigenschaften, Wissenschaften und Be-
zeigen rechtschaffener Schulleute" (1768) zu nennen
ist, für die Durchführung des Reglements. So
wurde er der Begründer des kath. Volksschulwesens
in Schlesien. 1774 wurde er, nach der Aufhebung
des Jesuitenordens, von Maria Theresia eingeladen
nach Österreich zu kommen und die hier dringend
notwendige Umgestaltung und Neueinrichtung des
Volksschulwesens durchzuführen. Die "Allgemeine
Schulordnung für die deutschen Normal-, Haupt-
und Trivialsckulen in den sämtlichen K. K. Erb-
landen" vom 6. Dez. 1774 ist sein Werk; und nun
entfaltete er, seit 1778 als Oberdirektor des ge-
samten Normalschulwesens in den österr. Erblan-
den, auch bier eine rastlose praktische und litterar.
Tdätigkeit. Auch im übrigen kath. Deutschland nahm
man vielfach seine Reformen zum Muster. Unter
Joseph II. sank sein Einfluß rasch, 1782 wurde er
auf die Propstei Preßburg verwiesen, und nun fehlte
es dem in Ungnade Gefallenen auch nicht an heftigen
Angriffen auf sein Werk und seine freilich stark for-
malistische und mechan. Methode. Er starb 17. Mai
1788 in Preßburg. - Vgl. Volkmer, I. I. von F.
und seine Schulreform lHabclschwerdt 1890); Wiede-
mann, Die pädagogische Bedeutung des Abtes
Ignaz von F. iPlauen 1890); von Helfert, Die
österr. Volksschule, I lPrag 1860).
Feldafing, Luftkurort im Bezirksamt Mün-
chen II des bayr. Reg.-Bez. Oberbayern, am Starn-
berger See und an der Linie München-Weilheim der
Bayr. Staatsbahnen, hat(1895) 545E., tath.Kirche,
See-und MoorbäderundTreibriemenfabrik. Nahebei
die Insel W ört h oder die Roseninsel im Starnberger
See lPfablbaufunde) mit Schloß und das sürstl.
Tarissche Garatshausen mit 85 E. und Hofgarten.
* Feldbefestigung. Für die Ausführungsarbei-
tender F. sind in den letzten Jahren verschiedene wich-
tige Vorschriften erschienen: in Frankreich (15. Dez.
1892) die "lusti nction sur 168 ti ^vaux cle cain^H^ne
u 1'u33F6 (163 ti'0np68 li'intaiitei'ie"; in Deutsch-