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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Flekkefjord - Floridsdorf
durchschnittlich IV2 Mill. Tiere. Die gesamte Ein-
fuhr Großbritaniens betrug 1895: 120550 t aus-
geschlachtetes Rindfleisch, 135 500 t Schweinefleisch
und 54650 t sonstiges ausgeschlachtetes Fleisch. Da-
neben wurden 415565 Stück Rindvieh und 1065470
Schafe eingeführt.
Der Hauptabnehmer für gefrorenes Fleisch ist Eng-
land, dann folgt Frankreich. Auch in Deutschland
wurde im Futternotjahr 1892 die Einfuhr versucht,
aber aus sanitären Gründen verboten, weil in
Australien keine Fleischbeschau besteht. Auch in der
Schweiz wurde die Einfuhr verboten. Die gleichen
hygieinischen Bedenken bestehen auch gegen gesalze-
nes, gepökeltes und geräuchertes Fleisch aus Län-
dern ohne Fleischbeschau, denn auch bei diesen Zu-
bereitungsmethoden werden nach neuern Forschungen
die im Fleisch enthaltenen Schädlichkeiten nicht ver-
nichtet. Gleichwohl ist die Einfuhr von konserviertem
Rindfleisch nach Deutschland gestattet, und es gehen
ganze Schiffsladungen von mit Borsäure konser-
viertem Fleische aus Amerika ein, hauptsächlich zur
Wurstfabrikation. Unbedenklich ist nur das l^ornLä
d66l, weil die bei ihm zur Anwendung kommenden
Hitzegrade alle Ansteckungsstoffe zerstören.
Aus Amerika ist außerdem die vorübergehend ver-
boten gewesene Einfuhr von Schweinefleischprüpara-
ten wieder gestattet worden unter der Bedingung,
daß das Erportfleisch tierärzlich untersucht wird.
Aber diese Einfuhr ist infolge der Hebung der ein-
heimischen Schweinezucht schon wieder im Rückgang
begriffen, von 10827 130 KZ (im Jahre 1892/93)
auf 4 907 601 KZ (1894). Die Nachuntersuchung
des amerik. Schweinefleisches in Deutschland hat
übrigens häufig gezeigt, daß das Fleisch trotz der
Bescheinigung über die in Amerika erfolgte Unter-
suchung gesundheitsschädlich und zum Teil sehr stark
mit Trichinen versetzt ist. Die Einfuhr von frischem
Rindfleisch sowievonlebendemRindvieh aus Amerika
ist 1894 wegen des in Centralamerika sehr verbreite-
ten Terassiebers verboten worden, ebenso 1895 die
Einfuhr von Schweinen aus Österreich-Unaarn, nach-
dem in der ungar. Centralmastanstalt zu Steinbruch
die Schweinepest ausgebrochen war und sich von hier
aus verbreitet hatte. Ungarn hatte zuvor den deut-
scben Markt mit Fettschweinen versehen. Aus Ruß-
land dürfen zur Zeit Schweine nur in die Grenz-
schlachthäuser zu Myslowitz und Veuthen in Ober-
schlesien in Verschluhwagen eingeführt werden, nach-
dem eine tierärztliche Untersuchung an der Grenze
stattgefunden hat. 1896 ist das früher im unmittel-
baren Grenzverkehr erlaubte Einbringen von russ.
Schweinefleisch in zollfreien 2 kF-Stücken infolge
der mangelhaften Fleischbeschau Rußlands verboten
worden. Doch ist für einzelne Grenzbezirke die Ein-
führung gekochten Fleisches nachgelassen.
Ende 1895 ist auch die Einfuhr von frischem
Schweinefleisch und von lebenden Schweinen aus
Dänemark verboten worden, nachdem in der Vieh-
quarantäneanstalt zu Rostock unter den aus Däne-
mark eingeführten Rindern seuchekranke ermittelt
worden sind. Sofern die Seuchenfreihcit Dänemarks
feststeht, kann die Einfuhr von frischem Fleisch und
von lebenden Schlachttieren wieder stattfinden unter
der vom Bundesrate festgesetzten Bedingung, daß
die Tiere eine zehntägige Quarantäne in einer der
unter staatlicher Kontrolle stehenden Vichquaran-
täneanstalten bestehen. (S. Quarantäne.)
Im allgemeinen hat sich Deutschlands Fleischmarkt
in den letzten Jahren bis 1895 sehr ungünstig ge-
staltet. Die Einfuhr von ausgeschlachtetem Fleisch
betrug 1890: 26329, 1891: 19546, 1892: 27 702,
1893: 16601, 1894: 27588, 1895: 33197 t und
verteilte sich auf folgende Länder:
Länder
1890
1391
1392
1893
1394
1395
Ver. Staaten von






Amerika . . .
5584
8253
19 624
7763
14 226
16 835
Niederlande . .
3365
1471
929
779
5 189
7 284
Rußland ....
9502
3216
2 376
2852
2 209
3 507
Dänemark . . .
600
1179
1231
1481
1565
2119
Großbritannien.
1040
1027
766
600
931
1002
Ostcrr.-Ungarn .
4050
1026
1275
2012
1750
140?
Die Ausfuhr dagegen stellte sich auf 1890:
15970, 1891: 11382, 1892: 4871, 1893: 3703,
1894: 3118, 1895: 3134 t und vcrtcilte sich auf
folgende Länder:
Länder
1890
1891
1892
1893
1894
1895
Frankreich . . . Großbritannien. Schweiz ....
9504 5018 361
8081 1661 433
2082 1367 399
1074 1123 422
1126 499 441
1087 416 539
Außerdem wurden aus den Vereinigten Staaten
(1895) noch 72719 t Schmalz, 1080 t Talg und
5933 t Därme eingeführt. Ledende Ochsen kamen
vorwiegend aus Österreich-Ungarn (47013) und
Dänemark (13122), Schweine aus denselben Län-
dern und Rußland (zusammen 345 594).
Flekkefjord, Küstenstadt im norweg. Amte Lister
und Mandal, am gleichnamigen Fjord schön ge-
legen, Sitz eines deutschen Konsularagenten, hat
(1886) 1730 E.; Schiffahrt, Fischerei und Gerberei.
^Flensburg ist Sitz eines Vez'nkskommandos
und hat (1895) 40840 (20575 männl., 20 265
weibl.) E., darunter 39 441 Evangelische, 1086 Ka-
tholiken, 210 andere Christen und 103 Israeliten,
25)81 bewohnte Wohnhäuser, 9346 Haushaltungen
und 36 Anstalten, d. i. eine Zunahme seit 1890 um
3946 Personen oder 10,69 Proz. Die Zahl der Ge-
burten betrug 1895: 1267, de Eheschließungen 302,
der Sterbefälle (einschließlich Totgeburten) 847.
Das neue Stadttbeater wurde 1894 eröffnet.
Fliegende Geschwader, s. Kreuzer.
^Flöquet, Charles Thomas, unterlag im Aug.
1893 bei den Neuwahlen zur Dcpnticrtenkammer,
erhielt aber 7. Jan. 1894 bei den Ergänzungswahlen
einen Sitz im Senat. Erstarb 18. Jan. 1896 in Paris.
Floquet (spr. -keh), Pierre Amable, franz. Ge-
lehrter, geb. 9. Juli 1797 zu Rouen, gest. 6. Aug.
1881 zu Formentin (Depart. Calvados), seit 1839
korrespondierendes Mitglied der Pariser Akademie
der Wissenschaften. Er veröffentlichte: "Iliäwirk äu
Mrl6M6iit äs Xoi'inHUliis" (7 Bde., Roucn 1840
- 43; von der Akademie mit dem großen Preise
"Gobert" ausgezeichnet), "viaii'6. ou Journal än
vo^9.A6 än clianc6ii6i- 86Fuiei- en ^olmlmäis"
(ebd. 1842; eine Ergänzung des vorhcrgenannten
Werkes), "^wäe8 8nr 1a vis ä6 Lo38U0t" (3 Bde.,
Par. 1855; von der Akademie gekrönt), wozu "808-
8U6t, pi'ecopt^ui- än Oaupliin, ÜI3 äe I^ouiä XIV"
(ebd. 1864) die Fortsetzung bildet.
Florentina, der 321. Planetoid.
* Florescu, Joh. Emman., starb 22. Mai 1893
in Bukarest.
'"Floridsdorf. 1) Bezirkshauptmannschaft in
Niederösterrcich (seit 1. Juli 1896), früher mit dem
Sitze in Groh-Enzersdorf, hat 1069,22 <ikm und
(1890) 79 022 deutsche E. und besteht aus den Ge-