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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Fremdenpolizei - Friis
angenominen, worin neben den frühern freisinnigen
Forderungen anch solche socialpolit. Art Aufnahme
fanden, wie Verbot der Erwerbs arbeit für Kinder
unter 14 Jahren,
Revision der Arbeiterversicherungsgesetze u. a. Das
Hauptorgan der Partei ist die "Freisinnige Zeitung".
Fremdenpolizei, s. Asyl und Ausweisung.
Fremy,Edmond, franz. Chemiker, geb. 28. Febr.
1814 zu Versailles, war Professor der Chemie an der
Polytechnischen Schule und au: Naturwissenschaft-
lichen Museum in Paris, wnrde 1857 Mitglied der
Akademie der Wissenschaften und 1879 Direktor des
Naturwissenschaftlichen Museums. Er starb 3. Febr.
1894 in Paris. Mit Pelouze schrieb er einen
"^i'ait^ ä" cliiini" ^nöi-aie" (3. Aufl., 7 Bde.,
Par. 1862-65). Seine Abhandlungen sind meist
in den "^.nnllikL ä6 cliimiss 6t do i)uvsi<in6" (Paris)
erschienen. Unter ihnen sind namentlich die über
wasserfreien Fluorwasserstoff, über die Ammoniat-
Kobalt-Verbindungen, über Metallsäurcn zu er-
wähnen. Im Verein mit Fachgenossen gab er eine
"I^nc^clop^äi^ cnimiliuk" (Par. 1881 fg.) heraus.
Freneau sspr. frihnöh), Philip, amerik. Dichter,
geb. 2. Jan. 1752 zu Neuyork, hugenottifcher Ab-
stammung, graduierte zu Princeton und wurde auf
einer Neise nach Westindien von Engländern ge-
fangen. So entstand sein erstes größeres Ge-
dicht i "^Ii6 Viitisli pri80N'8nip, H ^)00m in 5oui'
<:Hnt08" (1781). Später war er Journalist, vorüber-
gehend auch Dolmetscher im Auswärtigen Amte,
seit 1797 lebte er auf seiner Besitzung Mount-
Pleafant im Staate Neujersev, wo er 18. Dez. 1832
starb. Am berühmtesten sind einige seiner zur Re-
volutionszeit entstandenen bieder, die wiederholt ge-
sammelt wurden, zuerst 1786 "'Iw? ^oein" ok I^ilip
3^., >vi-itton clii^ti^ <Iuriu^ tlie I^w ^var" (Neuaus-
gabe von Duyckink 1865: "?06in8 relatiu^ to tlio
^Frere-Orban, Hubert Ios. Walther, wurde
bei den Neuwahlen zum Repräsentantenhaus im
Okt. 1894 nicht wiedergewählt. Er starb 2. Jan.
1896 in Vrüssel. l.^897 in Wiesbaden.
^Fresenius, Karl Remigius, starb 11. Juni
^ Freund, Wilh., starb 4. Juni 1894 in Vreslau.
'"Frey, Emil, wurde 14. Dez. 1893 zum Vundes-
präsidenten für 1894 gewählt.
I'rOZfoinetia. ^V"lci/c/t., Pflanzengattung aus
der Familie der Pandanacecn (f. d., Vd. 12), häufig
kletternde Sträucher mit schwertförmigen Blättern,
deren Ränder und Mittelrippc ineift mit starken
Dornen besetzt sind. Die zu Dolden vereinigten
Muten sind bäufig von schönfarbigen Hochblättern
umgeben. Man kennt etwa 30, namentlich im
malaiischen Gebiet und in Mikronesien verbreitete
Arten. Von 1". I>^nIv8Ü ^"??,. werden in Neusee-
land die Hochblätter genossen. Einige Arten werden
-in Gewächshäusern kultiviert. ^Wiesbaden.
"Freytag, Gustav, starb 30. April 1895 in
FreyunH, Martt im Bezirksamt Wolfstcin des
bayr. Reg.-Bez. Niedcrbaycrn, an der Nebenlinie
Passau-F. (49,4 km) der Bayr. Staatsbahnen, Sitz
eines Amtsgerichts (Landgericht Passau), hat (1895)
879 E., Posterpedition, Telegraph und kath. Kirche.
Über F. SchloßWolfstein ,^Sitz des Bezirksamtes.
Friauler Gisenbahn, 16,5 Km lange Privat-
bahn, in Verwaltung derÖstcrr. Staatsbahnen, von
der Station Monfalcone der Osterr. Südbahn nach
Cervignano; eine 2,5 Kin lange Schleppbahn geht
'-von Monfalcone zum Hafen von Rosega. Die Fort-
setzung der F. E. bis zur Rcichsgrenze zum Anschluß
an das ital. Eisenbahnnetz ist geplant. ^Berlin.
^ Friedberg, Heinr. von, starb 2. Juni 1895 in
^Friedensfreunde, Gesellschaft der. In-
ternationale Friedenskongresse fanden 1893 in Chi-
cago, 1^94 in Antwerpen, 1895 in Vrüssel und 1896
in Budapest statt. Eine "Deutsche Friedensgescll-
sckaft" mit dem Sitz in Berlin trat 1893 ins Leben.
Friedensübungen, über die Unterstützungen
der Familien der zu F. einberufenen Mannschaften
s. Deutsches Heerwesen.
Friedreichsche Krankheit oder hereditäre
Atarie, eine von Friedrcich zuerst beschriebene Er
krantuug des Nervensystems, welche vorwiegend das
Rückenmark betrifft und in der Regel mehrfach in
derselben Familie auftritt.
^Friedrich, Herzog von Anbalt. Sein Sohn
Prinz Ed u^aro vermählte sich 1895 mit Prinzessin
Luise von ^achsewAltenburg.
^Friedrich Franz II., 'Großherzogvon Meck-
lenburg-Schwerin. Der älteste Sohn aus sei-
ner dritten Ehe, Friedrich Wilhelm, ertrank
22. Sept. 1897 in der Nähe von Eurhaven.
^Friedrich Franz III., Großherzog von
Mecklenburg-Schwerin, starb 10. April 1897
in Eannes.
^ Friedrich 5tarl, Prinz vonPreußen. Seine
Tochter Elisabeth, Erbgroßherzogin von Olden-
burg, starb 28. Aug. 1895.
Friedrich Leopold, Joachim Karl Wilhelm,
Prinz von Preußen, Sohn des Prinzen Fried-
rich .Narl (s. d.,Vd.7), geb. 14. Nov. 1805 in Berlin,
trat mit seinem ilXLebensjahre alsSekondelieuteuant
in dä5 1. Garderegiment zu Fuß ein und avancierte
1894 bis zum Generalmajor und Commandeur der
4. Gardeinfanteriebrigade. Als Ma^or nahm er im
Okt. 1892 an dem Diftanzritt deutscher und öfterr.
Offiziere zwischen Wien und Berlin mit Erfolg teil.
Der Prinz ist vermählt seit 24. Juni 1889 mit
^uise Sophie, Prinzessin zu Schleswig-Holstein (geb.
8. April 1806 in Kiel), Schwester der Deutschen Kai-
seriu, welcher Ehe vier Kinder entstammen: Victoria
Margarete (geb. 17. April 1890), Friedrich EicM-
mnnd (geb. 17. Dez. 1891), Friedrich Karl (geb.
0. April 1893), Friedrich Leopold (geb. 27.Aug. 1895).
Friedrich, Adolf Hermann, Fürst zu Wald eck
und Pyrmont, geb. 20. Jan. 1305 zu Arolsen als Sohn
des Fürsten Georg Victor (s. d., Bd. 7) und dessen erster
Gemahlin Helene, geborenen Prinzessin von Nassau,
besuchte 1880^8." das Gymnasium zu Cassel, machte
großereNeisen durch Italien und Frankreich, studierte
1884-87 in Gottingen und Leipzig und bestand 1888
das Rcferendareramcn. Er trat darauf als Lieute-
nant beim 3. Gardeulanenregiment in Potsdam ein,
bei dem cr jetzt als Major ü> 1^ "nitc steht, und folgte
seinem Vater nach dessen Tod 12. Mai 1893 in der
Negierung. F. ist seit 9. Aug. 1895 mit BaMdis,
Prinzessin zu Schaumburg-Lippe, geb. 2^. Mai 1873,
vermählt, die ihm 13. Mai 1896 einen ^ohn gebar.
Friedrichshof, Schloß, s. Cronberg.
Friis, Jens Andreas, norweg. Sprachforscher,
geb. 2. Mai 1821 zu Förde im Amt Bcrgcnhus in
Norwegen, studierte in Kristiania und verweilte
1847-49 in Finmarken, das er in spätern Jahren
wiederholt auffuchtc. Seit 1851 war F. Docent der
lappischen Sprache in Kristiania, 1803 wurde er
Lektor, 1800 aufterord., 1874 ord. Professor. Er starb
10. Febr. 1896. F. war einer der ersten Kenner lappi-
scher Sprache und Kultur. Seinen Nuf gründete eine