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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Großbritannien und Irland
Vereinigten Königreichs auf 39134166 E. geschätzt,
wobei Heer, Flotte und Handelsmarine in den
fremden Gewässern unberücksichtigt blieben. Auf
England entfallen 30 391078, auf Schottland
4155 654, auf Irland 4531431 E. Letzteres hat
also seit der letzten Zahlung von 1891 wieder
100000 E. verloren. In England und Wales
betrug 1891 die städtische Bevölkerung 71,7, die
ländliche 28,3 Proz.; erstere wuchs 1381-91 um
15,3, letztere nur um 3,4 Proz. Die Städte und
insbesondere die Großstädte, die jetzt als County-
boroughs aus dem Verbände der Administrativ- >
Grafschaften ausgeschieden sind, zählten zusammen
7 588 536 E. und sind seitdem zum Teil noch sehr
stark gewachsen. Die wichtigsten Countyboroughs
mit der Bevölkerung von 1895 sind folgende:
Countyboroughs > ^
1895
Birkenhead . ,
Birmingham ,
Blackbnrn . .
Bolton le Moor^
Bradford . . .
Brighton......! 119 604
Bristol.......i 228139
Burnley......'
Cardiff.......
Croydon ......
Derby.......
Gatesheao.....
Halifax......
Huddersfield ....
Hüll (Kingston-upon-)
Leeds.......
107469
496751
127 615
119 33?
> 226 384
99 591
155637
114923
100 272
95 871
93 813
99482
216 722
395 546
Countyboroughs 1^
Einw.
Leicester . .
Liverpool . .
Manchester .
Ncwcastle . .
Norwich . .
Nottingham .
Oldham. . .
Plymouth . .
Portsmontl) .
Preston . . .
Salford. . .
Sheffield . .
Sunderland .
Swansca . .
West-Ham
. > 193 839
, l503 967
. 1524 865
. i 207 021
. ! 10712?
. ! 226658
141079
89 096
174 751
112 638
208 253
342 768
13? 705
9? 00 s
249 473
65 780
Wolverhampton
London selbst zählte im Juni 1895:4392346, mit
dem Außenring aber 6 048 555 E. Ein Census
vom 28. März 1896 erqab für die Grafschaft Lon-
don 4411271 E. - Die Zahl der Geburten betrug
1891: 914157,1894: 889212 (davon sind 4,3 Proz.
außerehelich), die der Todesfälle 587 925 und
498 515, die der Eheschließungen je 226 000.
In Schottland hat 1891-95 nur eine Stei-
gerung um 130000 E. stattgefunden, und zwar
lommt der Zuwachs fast ausschließlich den fünf
großen Städten zu gute. So stieg Glasgow von
618 471 auf 695 876 E., Edinburgh von 264 796
auf 273 535, Aberdeen von 123 327 auf 133 773,
Dundee von 155 675 auf 160163 und Paisley von
69 295 auf 71622 E. Die natürliche Bewegung der
Bevölkerung zeigte hier 1891: 125986, 1894:
124337 Geburten, darunter 7,3 Proz. außereheliche,
83573 und 71112 Todesfälle und 27 969 und
27 561 Eheschließungen.
In Irland zeigt sich der Rückgang der Bevöl-
kerung besonders deutlich an der Abnahme der be-
wohnten Häuser. Die Zahl der unbewohnten Bau-
lichkeiten, die auf dcm Lande den Namen Häuser
kaum verdienen, stieg 1881-91 um 18,9 Proz. Die
Geburten betrugen hier 1891: 108116, 1894:
105354 (darunter 2,7 Proz. außereheliche), die Todes-
fälle 85 999 und 83 528, die Eheschließungen 21475
und 21602. Die starke Auswanderung nach cngl.
und schort. Industrieplätzen sowie nach Nordamerika
dauert hier fort. In den kirchlichen Verhältnissen
ist eine wichtige Veränderung nicht eingetreten, die
Fortschritte des Katholicismus und der vielen prot.
Sekten gegenüber der anglikan. Staatskirche und
den schott. Presbyterianern dauern fort.
Der Kolonialbesitz hat wefentliche Ausdehnung
nicht erfahren. Eine engl. Schützung berechnet die
Ausdehnung des gesamten brit. Weltreichs auf
39 242 730 <^ni mit 382 612 500 E., und zwar ent-
fallen auf Indien mit allen Lehnstaaten 4 644 673
hkin mit 287 223000 E., auf die Kolonien in
Europa 312 <ikm mit 190681 E., in Asien 69 598
tikin mit 3 817 600 E., in Afrika 921862 ^m mit
4 603100 E., in Amerika 9 324990 yiiin mit
6 812 000 E., in Australien 8188 920 hkui mit
4 621300 E. Hierzu kommen noch die Protektorate
und Interessensphären mit 5 789 500 hkin und
36 Mill. E.
Erwcrbszweige. Die Landwirtschaft, insbeson-
dere der Ackerbau leidet in stets zunehmendem Maße
unter dem allgemeinen Preisfall der Erzeugnisse auf
dem Weltmarkt, Zustünde, unter denen zumal bei
den eigenartigen cngl. Besitz- und Pachtverhält-
nissen die Farmer schwer zu tragen haben. Infolge-
dessen hat auch in England eine agrarische Bewe-
gung Platz gegriffen, der die Regierung unter Ealis-
bury durch Abschaffung der Deatii cwtiez und die
Landbill entgegenkommt. Die Anbauflächen der
meisten Fruchtarten sind zurückgegangen, eine stete
Zunahme zeigt dagegen die Ausdehnung des Klee-,
Gras- und Weidelandes ls. Agrarfrage, ^. 19). Ge-
erntet wurden in Großbritannien 18W: Weizen 37,17
Mill. Vushcl, Gerste 68,65, Hafer 135,46, Bohnen
7,08i, Erbsen 6,22 Mill. Bushel, Kartoffeln 2,8 Mill. t,
Rüben 26,i4 Mill. t; in Irland: 1,5 Mill. Vushel
Weizen, 6,3 Gerste, 55,4 Mill. Vushel Hafer, 1,87
Mill. t Kartoffeln und 4,2? Mill. t Rüben.
Im Bergbau waren 1894: 739 097 Menschen
thätig, und zwar 58 968 unter der Erde. Eine Über-
sicht für 1894 über die Förderung der Mineralien
in Tons und den Wert der gewonnenen Erze in
1000 Pfd. St. zeigt folgende Tabelle:
Metallische Erze ! Förderung
Metall-
gehalt
Eisenerz . . .
Bleierz . . . .
Zinnerz . . .
Kupfererz . . .
Zinkerz . . .
Naseneisenstein
Eisenftyrite . .
12 367 303
40 600
12 910
5 752
21821
7 803
15 523
4 347 472
29687
8 327
447
8130
Wert
9 999
284
604
19
131
Die Kohlenförderung betrug 1894:188277525 t
im Werte von 62,73 Mill. Pfd. St., und zwar kamen
auf die einzelnen Felder in:
Distrikte 1000 t
Nord- und Snd-
Durham . .
Glamorgan . .
Yorkshir.- . . .
Lancashire . .
Schottland . .
Stassord . . .
32556
23 993
23446
23125
21481
13 230
Distrikte
1000 t
Derby ....
Northnmberland
Monmonth . .
Nottingham . .
Kleinere Felder
Irland ....
11472
9 541
6821
14 281
112
Ausgeführt wurden 1894: 33 073 698 t Kohlen,
davon allein 11,53 Mill. t über den Hafen von Car-
diff. Eine Industrie- oder Gewerbezählung hat
nicht stattgefunden; einen Maßstab für den
Stand des Arbeitsmarkts der letzten Jahre giebt die
von den Gewerkfchaften berechnete Arbeitslosen-
statistik. Es waren 1895: 5,8, 1894: 6,9, 1893: 7,5
und 1888-94 durchschnittlich 4,8 Proz. der Mit-
glieder unbeschäftigt. Was den wichtigsten Industrie'
zweig, die Textilindustrie, anlangt, so hat die Ein-
fuhrmenge an Rohbaumwolle ficki nicht stark ver-
ändert, während Wolle (namentlich aus Australien)
1890-94 von 633 auf 705 Mill. Pfd. gestiegen
ist. Die Produktion und die Ausfuhr der Erzeug-