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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Großbritannisches Heerwesen
Hierzu kommen im stehenden Heere 584 be
spannte Geschütze und 450 bespannte Munitions-
wagen, in der Miliz und Milizreserve 12 bespannte
Geschütze und 23 Nevolvergeschütze der Freiwilligen.
14000 Pferde sind gegen Zahlung einer Prämie
für den Kriegsfall im Lande sicher gestellt. Die
Ieomanry haben 640 Offiziere und 10933 Mann
(die Pferde sind Eigentum der Mannschaften). Die
Gesamtfriedensstärke beträgt daher: 23154 Offi-
ziere, 617129 Mann, 27290 Dienstpferde, 596 be-
spannte Geschütze, 23 Nevolvergeschütze und 450 be-
spannte Munitionswagen.
Bei allgemeiner Mobilmachung würden für
Verwendung außerhalb des Landes verfüg-
bar sein: 72 Bataillone, 80 Eskadrons, 56 Bat-
terien, 46 Pioniercompagnien mit folgenden Stär-
ken: Stehendes Heer 107810 Mann, Armeereserve
84732Mann, Milizreserve 31313 Mann, zusammen
323855 Mann und 28559 Dienstpserde. Dagegen
sind zur Landesverteidigung bestimmt: 410
Bataillone, 189^ Eskadrons, 169 Batterien (ein-
schließlich der Tepotbatterien), 214 Pioniercompag-
nien und 612 Festungscompagnien, mit zusammen
551044 Mann, ein ziemlich ungünstiges Verhältnis
der Stärken für die Feldarmee und die Landesver-
teidigung.
Die Streitkräfte in Vritisch-Südafrika um-
fassen: a. Kapkolonie: 1^ Bataillone bei Kap-
stadt, 1 Pioniercompagnie, 1 Compagnie Festungs-
artillerie der königl. Armee. Die berittene Infan-
terie aus einheimischen Truppen (814 Mann) ist zu
Polizeizwecken in der Kolonie verteilt. Die Frei-
willigenkorps in verschiedener Stärke und Zusammen-
setzung, teils mit Pferden und Geschützen ausgerüstet,
teils nur Infanterie, zählen im ganzen 4000 Mann.
d. In Natal: 1 Bataillon Infanterie, 1 Regiment
Kavallerie, 1 Gebirgsbatterie der königl. Armee.
Die Polizeitruppe (265 Mann), aus Europäern und
Eingeborenen gemischt, ist ständig im Dienst. Frei-
willige zählen 1300 Mann. c. Die Truppen der
Britisch-Südafrikanischen Gesellschaft,
etwa 1000 Mann berittener Infanterie mit Ge-
schützen, zu denen die Polizeitruppe von Vetschuana-
land, etwa 450 Mann mit Geschützen, hinzuzurechnen
sind, endlich die Polizeitruppe im Protektorat Njassa-
land, 2000 Inder, sowie ständige Landtruppen in
der Stärke von 5500 Mann, die auf das Doppelte i
durch befondere Einberufung erhöht werden können. !
Im allgemeinen dürfte die Stärke der brit. Armee i
in Südafrika durch Überweisung noch einiger Trup- ^
penteile der königl. Armee erhöht werden müssen.
II. Kriegsflotte. Die engl. Flotte zählte Anfang
1896: 28 PanzerschlachtschiffeI. Klasse von 10 300 bis
14900 t Gröhe (darunter 2 im Bau), 12 Panzer-
schlachtschisse II. Klasse von 8540 bis 9490 t Größe
(ältere Schisse), 11 Panzerschlachtschiffe III. Klasse
von 6010 bis 9290 t Größe (meist alte Schiffe),
7 größere gepanzerte Küstenverteidiger von 4 bis
5000 t Größe, 9 kleinere gepanzerte Küstenvertei-
diger von 2750 bis 3560 t Größe (darunter 2 der
ind. Flotte), 18 Panzerkreuzer (darunter 11 mit
weniger als 18 Seemeilen Geschwindigkeit, wobei
9 alte Panzerschiffe mitgezählt sind), 17 geschützte
Kreuzer I. Klasse von 7350 bis 14200 t Größe
(4 davon im Bau), 46 geschützte Kreuzer II. Klasse
von 3400 bis 5750 t Größe (7 davon im Bau),
11 ältere Kreuzer II. Klasse, 22 geschützte Kreuzer
III. Klasse (davon 2 im Bau; 5 gehören zur austral.
Flotte), 30 ältere Kreuzer III. und IV. Klasse, 33
Torpedokreuzer von 550 bis 1070 t Größe (davon
2 für die ind. und 2 für die austral. Flotte), 62 Tor-
pedobootszerstörer von 220 bis 300 t Größe und
etwa 26 Seemeilen Geschwindigkeit (davon 16 im
Bau), 12 Hochseetorpedoboote (von mehr als 100t
Größe), etwa 40 Torpedoboote I. Klasse und 120
II. Klasse, 2 Torpedodepotschiffe, 1 Torpedoramm-
schiff, 28 Hilfskreuzer der Handelsmarine, 22
Sloops, 67 Kanonenboote I. und II. Klafte, 2 Avi-
sos, 51 Jachten, Truppenschiffe, Küstenwachtdam-
pfer, Vermessungs- und Vorratsschiffe, 50 Hafen-
depot- und Schulschiffe, 25 Kohlenhulks, 13 Werk-
stüttenschiffe, 6 Hospitalschiffe, mehrere Kirchen-
schiffe, eine große Zahl von Schleppern, Werft-
dampfern u. s. w. sowie Minenfahrzeuge und Dam-
pfer der Kolonialregierungen.
Unter den Panzerschlachtschiffen I. Klasse sind 17
von mehr als 14000 t Deplacement (darunter 2 im
Bau), alle sind Citadellschiffe ohne vollen Panzer-
gürtel; der vordere und hintere Schiffskörper hat nur
Panzerdeck von 7,5 bis 10 cm Stärke. Der Citadell-
panzer ist in der Wasserlinie 23 cm, bei den Geschütz-
barbettetürmen 35 cm stark. Es sind Doppelschrau-
benschiffe, deren Maschinen 12000 Pferdestärken
indizieren und 17^ Seemeilen Geschwindigkeit
geben. Der Kohlenvorrat kann auf 2000 t gebracht
werden und reicht für eine Strecke von 7500 See-
meilen bei 10 Seemeilen Fahrt. Jedes Schiff hat 4
30,5 cm - (46 t-) Hinterladegeschütze in 2 Barbette-
türmen, 12 15 cm-Schnellfeuergeschütze in 12 Bar-
bettetürmen und 50 leichte Schnellfeuergeschütze und
Maschinengewehre, 5 Torpedorohre und 6 elektrische
Scheinwerfer. Jedes Schiff der Majesticklasse ist
14900 t groß, 119 m lang, 23 m breit und hat 8,6 cm
Tiefgang (f. die Übersicht der wichtigsten fremdlän-
dischen Panzerschiffe beim Artikel Panzerschiff).
Äynlich gebaut und ausgerüstet sind die Schlacht-
schiffe Empreß of India, Ramillies, Repulse, Reso-
lution, Revenge, Royal Oak, Noyal Sovereign
und Hood. Von der Kreuzerflotte sind bemerkens-
wert die mächtigen geschützten Kreuzer I. Klasse
Powerful und Terrible, die 1895 vom Stapel lie-
fen (f. die Übersicht moderner Kreuzer beim Artikel
Kreuzer). Die neuesten Schiffsbauten werden mit
bisher unerreichter Geschwindigkeit ausgeführt; fo
z. B. waren die Panzerschlachtschisse Majeftic und
Magnificent (von 14900 t) bereits 2 Jahre nach
dem Beginn des Baues im aktiven Dienst. (In
Frankreich, Rußland und Deutschland brauchte jedes
Panzerschiff bisher 3-5 Jahre zur Fertigstellung.)
Außer den bisher genannten Schiffen wurden nach
dem neuesten Bauproaramm des ersten Lords der
Admiralität Goschen folgende 46 Schiffe im Früh-
jahr 1896 neu bewilligt, deren Bau 1899 vollendet
sein soll: 5 Schlachtschiffe I. Klasse von se 13100 t
Größe, 4 geschützte Kreuzer I. Klasse von je 11200 t
Größe, 3 geschützte Kreuzer II. Klasse von je 5700 t
Größe, 6 geschützte Kreuzer III. Klasse von je 2200 t
Größe und 28 Torpedobootsjäger (von ungefähr
300 t), insgesamt also eine Flottenvermehrung um
149000 t Deplacement, die rund 220 Mill. M. kostet.
Im Frühjahr 1896 waren im Dienst 300 Schisse
und Fahrzeuge, und zwar 48 Panzerschiffe, 196 mo-
derne Kreuzer und Torpedofahrzeuge, 25 Segelschiffe
(meist als Schulschiffe) und 31 Stations- und Schul-
schiffe. Das Mittelmeergefchwader zählt 10 Schlacht-
schiffe, 9 Kreuzer, 1 Torpedorammschiff, 5 Torpedo-
bootszerstörer, 1 Depeschenschiss und 1 Truppen-
schiff: das Kanalgeschwader zählt 6 Schlachtschiffe,