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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hanotaux - Hansson
für ärztliche Behandlung 82 941 M., Arznei u. s. w.
81871, Krankengelder an Mitglieder 212 499, an
deren Angehörige 4219, Unterstützung an Wöch-
nerinnen 12 697, Sterbegelder 20 956, Kur- und
Verpflegungskosten an Krankenanstalten 75887 M.
Die Reichsbanthauptstelle hatte 1895 einen Umsatz
von 1955 Mill. M. Die Technifche Hochschule zäblte
1895/96: 52 Docenten, 608 Studierende, 214 Hospi-
tanten und 89 Hörer, die Tierärztliche Hochschule
14 Docenten und 189 Hörer. (5in ausgedehntes
Straßenbahnnetz "14 Linien) durchzieht die Stadt
nach allen Richtungen und erstreckt sich bis nach den
benachbarten Ortschaften. Die Länge der Gleise be-
trug 1893: 74,i4!<nl, die Zabl der Wagen 133, der
Pferde 443, der beförderten Personen 13086200.
Ein Teil der Strecken wird elektrisch betrieben;
die Ausdehnung des elektrischen Vetriebes auf
die übrigen Strecken ist nahezu vollendet. H. bat
2 Postämter erster Klasse, darunter eins mit Zweig-
stelle, 1 Telegraphenamt erster Klaffe, 1 Bahn-
postamt, 7 Stadtpostanstalten, 1 Postamt dritter
Klaffe und 2 Postagenturen. Aus dem städtischen
Vieh- und Schlachthofe wurden 1894 aufgetrieben
10098 Bullen und Ochfen, 52 357 Schweine, 21187
Kühe, Rinder und Kälber, 16 750 Hammel und
59 Pferde; gefchlachtet wurden 7793 Bullen und
Ochsen, 48 211 Schweine, 24 446 Kühe, Ninder und
Kälber, 15212 Hammel und 1075 Pferde. - Vgl.
noch Urtundenbuch der Stadt H., hg. vom Histo-
rifchen Verein für Niederfachfen (Hannov. 1860);
Hartmann, Geschichte von H. (2. Aufl., Hildesb.
1886); Hirfchfeld, H.s Großindustrie (Lpz. 1891);
Kettler, Niedersächs. Städte (Weim. 1893).
Einwohnerzahl des Regierungsbezirks und
seiner Kreise:
Kreise
Diepholz ......
Syte........
Hoya........
Nienburg......
Vtolzenan......
Sulingen......
Neustadt a. Nbge. , .
Hannover (Stadtkreis)
Hannover (Landkreis)
Linden (Stadtkreis) . .
Linden (Landkreis, , ,
Springe.......
Hameln.......
Ortsanwesendc
Bevölkerung
1895
1890
Zunahme
von 1890-95
in Proz.
21481
37112
25 878
26 450
27 077
17 811
29 208
209 535
28 226
35 851
39 124
31 065
55 647
21122
35 731
25 579
24 841
27 065
17 450
28 599
174 455
24 539
28 035
35 994
.".0 771
52 031
1,63
3,88
1,14
6,4?
0,05
2,04
2,09
20,12
15,05
27,91
",71
0,95
6,95
Reg.-Bez. Hannover j 584 465 ! 526 212
11,07
Hanotaux (spr. anötoh", Gabriel, franz. Ge-
schichtschreiberund Staatsmann, geb. 19. Nov. 1853
zu Veaurevoir (Depart. Aisne), war Schüler dcr
Ocoi6 äß" <D1iart68, dann Lehrer an der I^colß ä"8
11ant>68 Ntuä68, trat 1879 als Vureauchef in das
Archiv des Ministeriums des Äußern, wurde 1881
Unterkabinettschef Gambettas und fpäter Kabinetts-
chef Ferrys, 1885 zum Botschaftsrat in Konstanti-
nopel und 1886 als (Geschäftsträger zur Konferenz
für die bulgar. Angelegenheiten ernannt. 1886-87
vertrat er das Aisnedepartement in der Deputierten-
kammer und bekämpfte den Voulangismus. 1889
nicht wiedergewählt, wurde er zum Unterdirettor und
1892 zum Direktor im Ministerium dcs Auswärtigen
ernannt, trat im Ministerium Dupuy 3. Mai 1894
als Minister des Äußern ins Kabinett und behielt
dieses Amt bei allen Kabinettswechseln bis zum
Okt. 1895. Im Ministerium Msline (April 1896)
übernahm er es aufs neue. Er fchrieb: "1^68 vi!i68
i'6trouv668" (1881), "8ur i'oriFinL (16 1'in8tjtutioii
tle!8 iliteli<!Hnt8" (1884), "Nenii ^lartin. 8a vi6,
868 O'livi'68, 8s>11 tmni>8>> l1885), "^tuä68 ii18ttt-
ri<iu68 8ur 16 16" 6t 16 17' 8iöll(;s" (1886), "In-
8tlU( ti()N8 l1<)NN668 ^)l,1' 168 1018 ll6 ^19.N(6 H Ikui'8
mndll88Ä6^ni!> ^ 1<(MI6" (1888), "l^Ii8toir6 liu cai'
lliimi <ll" Klclwlikn') (2 Bde., Par. 1893-96, vnn
der franz. Akademie preisgekrönt), "1^'M'air6 ld;
NÄäa^H8ea.i-, Bd. 1 (ebd. 1896).
Hansdorf-Priebufer Eisenbahn, vollfpurige
Nebenbahn (22/."i 1<ni) von Hansdorf über Wiefau
nach Priebils, gehört der ^otalbabn-Attien-Gesell-
fchaft in 'Uiünchen und wurde l. i^tt. 1895 eröffnet.
Hansen, (5mil Christ., dän. Forfcher auf dem
Gebiete der Gärungspbvfiologie, geb. 8. Vtai 1842
zu )Nibe in Iütland, besuchte als Malergeselle 1861
die Kunstschule zu .Uopenbagen, wandte sich aber
bald selbständigen wissenschaftlichen Studien zu.
1862-66 war er in verfchiedenen Orten als Pri-
vatlehrer tbätig; 1866 - 69 besuchte er das Poly-
technikum zu Kopenhagen, wo er besonders Mathe-
maüt und Naturwissenschaften studierte, und war
dann als Gymnafiallebrer für Zoologie und Botanik
in Kopenhagen thätig. Aon 1871 bis 1876 besuchte
er die dortige Universität, wo er l876 auf die Preis-
schrift "l''u!iFi tinii(X)1i äaiiil i" die goldene Medaille
erhielt. 1877-79 war er in dem neugegründeten
Institut für Gärungstechnit und Gärungsphysio-
logie zu Carlsberg bei.Kopenhagen mit garungs-
phyfiol. Arbeiten befchäftigt und wurde bald daraus
zum Direktor der physiol. Abteilung diefes Instituts
ernannt. Die Anwendung feiner Arbeiten auf die
Brauereipraxis fübrte zu dem Ergebnis, daß 1) die
Bierhefe im wefentlichen ein Gemenge ist von ver-
fchiedenen Arten und Varietäten von ^acckaro
m^068 c6i-6vi8i^, anderer Saccharomncesarten,
Schimmelpilzen und Batterien; 2) daß einige der ge-
fährlichsten Krankheiten der Biere weder von Schim-
melpilzen noch von Bakterien, sondern von gewisfen
Saccharomycesarten hervorgerufen werden, und
3) daß daher in den Brauereibetrieb bestimmte, aus
Neinkulturen abstammende Hefenraffen eingeführt
werden müssen. Das .h.fche System der .yefenrein-
zucht hat sich, außer in der Bierbrauerei, jetzt auch
in der Spiritus- und Preßhefefabrikation sowie in
der Traubenwein- und Fruchtweinbereitung einge-
bürgert. H., der 1892 Professor wurde, schrieb als
.Hauptwerke: "1^8 <1^mi)iFQuii8 8t6rcc>ruir68 du
DanomHrk" (Kopenh. 1876), "IlL( Iisrck^ sur 1^5
wil?I-t1O1'sslUii8U168 s^lli, H äiWl'61lt68 6p(>l1N68 lll'
I'^NIILE, 86 tronvniN <1kii5 1'ilir k l '5irl8d6rA 8t ^ux
Hi6ntoui'8" (in den "Mitteilungen des Carlsberger
Laboratoriums", ebd. 1879-82), "Il6ctici'^dl^ nui-
^ ptl^8i0i0^i<^ 6t 1" MOlpiioloFIt; d68 f6rM6Iit8
<,1oouliliii68" (ebd. 1881-91), "K6ck6re>i68 ^nr
168 dllct6!'i68 uc^6tiü(li.nt68" (ebd. 187l> u 1894),
"Untersuchungen aus der Praxis der Gärungs-
industrie" (i.'Heft, 3. Ausg., Münch.1895; 2. Heft,
ebd. 1892), "^xp6rini6iit9i 8tnäi68 011 tN6 variatioll
<)f ^6!l8t-c6ii8" (in den "^Iinai8 ol ^0tan)')>, 1895).
"'Hansfen, Georg, starb 2<>. Dez. 1894 in Göt-
tingen.
Hansfon, Ola, deutfch-ftandinav. Schriftsteller,
geb. 12. Nov. 1860 in Vönsinge in Sckonen, stu-
dierte in ^und Pbilofophie und Gefchichte, machte
dann größere Reifen und lebt feit 1893 in Scblier-
fee, seit 1889 mit der Schriftstellerin Laura M 0 br
(Pseudonym L. Marholm, geb. 1. Mai 1854 in