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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Heider - Heizung
dem mehrere Jahre auf Reisen zu, auf denen er be-
sonders Südeuropa und den Orient durchwanderte.
Später lebte er in Stockholm. Seine erste Gedickt'
sammlung: "Valilart oc^i Vaiiärin^ZHi", erschien
1888 in Stockholm und stellte ihn gleicb in die
Reihe der ^hervorragendsten ft'mgernschwed. Dichter.
Eine zweite Sammlung "I)ikt6i-" gab er 1895 ber-
aus. Die poet. ^orm ist bei H. oft zu nachlässig,
bisweilen gekünstelt; aber Originalität und echt
dichterischer Scbwung zeichnen seine Scdöpfnngen
ans. Es ist die "Lebensfreude" im hellenischen
Sinn, die H. proklamiert. So in den 'Reiseskizzen
"^i-^n (^c>1 äi ^6näll. tili 1^oxI>6i'F" lStockb. 1888);
so auch in dem die Knlturzustände des Orients
höchst interessant schildernden Roman "Nnä^mion"
(ebd. 1800; 2. Aufl. 1894; deutscb in Reclams "Uni-
versalbibliothek"). Weniger anziebend, aber auck
poetisck gebaltvoll ist die phantastisck-allegorisckc
Erzählung "11^n8 ^1i^u8" (2 Bde., Stockh. 1892).
Obwohl nicht Idealist im gewöhnlichen Sinne, mackt
er, wie in den kleinen Schriften "Iv6Nln88Hiic6"
iStockh. 1889) und tt?6pitH8 di'ölwp" (zusammen
mit O. Levertin, ebd. 1890), Opposition gegen den
demokratischen Realismus und verficht einen geistes-
aristokratischen Individualismus. Das von den
Architekten übertriebene Restaurierungswesen gei-
ßelt er in "Noäm-ii wn-dai-ißm" (2. Aufl. 1894).
*Heider, Gust. Adolf, Freiberr von, starb
15. März 1897 in Wien.
Heiduk, Dorf, s. ^berheidnk.
Heiliger Orden inl Königreich Siam, Nop'ara-
tanarach'a-warap'aun genannt, 29. Dez. 1869 für
Mitglieder und Verwandte der Herrsckerfamilie,
soweit sie Buddhisteil sind, gestiftet. Das Ordens-
zeichen besteht in einem mit neun kreisförmig ge-
stellten, verschiedenfarbigen Edelsteinen, im übrigen
mit kleinen Diamanten besetzten achtstrahligen
Stern, welcher an einem grüngeränderten gelben
Bande von der rechten Schnlter znr linken Huste
getragen wird. skomotive.
Heilmannsche Lokomotive, s. Elettrische Lo
HeilsalbevonMaasinMnskau,s.Gebeimmittel.
^Heilsarmee. 1896 zählte die H. 11 500 Offi-
ziere und über 500000 Soldaten beiderlei Ge-
schlechts, die auf 463Z Stationen in 29 Sprachen
arbeiten. 1895 erschienen 51 Mill. Sckriften (Zei-
tungen, Traktate u. s. w.) in 24 Sprachen. Das
Grundvermögen ist bedeutend. Turcb Arbeit nnd
Verdienst soll der wirtschaftlichen Not und dem so-
cialen Elend gleichzeitig abgeholfen werden. Diese
social-wirtschaftliche Thätigkeit hat die H. vor allem
in London entfaltet, gemäh dem in Booths Schrift
"ln 6ai-k68tLiiFlHn<1 "nä t1i6^3^ouv) ausgeführten
Programm. 1896 trat eine Spaltung in der H. ein,
indem der zweite Sohn des Generals, Ballington
Booth, die von ihm geleitete Armee in Nordamerika
selbständig machte und ihr einen national-amerik.
Anstrich verlieh. Die rein religiösen Zwecke sollen
hinter die socialen Aufgaben zurücktreten.
* Heilserum, s. Diphtheritis.
* Heimatsrecht. Die maßgebenden Bestim-
mungen für Bayern entbält das bayr. Gesetz vom
16. April 1868 mit Novellen vom 23. Febr. 1872,
17. März 1892 und 17. Juni 1896. Letztere ist die
wichtigste; sie bezweckt den wesentlichsten Mangel
des bisherigen Rechts, Auseinanderfallen von
Wohn- und Heimatgemeinde, teilweise zu beseitigen,
also das Heimatsprincip dem Nnterstützungswohn-
sitzprincip zu nähern. - Einen Kommentar mm
bayr. Gesetz lieferte Riedel <6. Aufl., von Probst,
Münch. 1892), eine Handausgabe Probst (2. Aufl.,
ebd. 1896); dazu Mar Seydel, Bayr. Staatsrecht,
Bd. 2 (2. Aufl., Freib. i. Br. 1896).
^Heimstättengefetz. Die in den Reichstage
sessionen 1893/94,' 1894/95 und 1895/96 von den
Abgeordneten Lutz und Genossen eingebrachten Ent-
würfe eines deutschen H. blieben unerledigt.
Heinemann, Karl, Litteraturhistoriter, geb.
9. März 1857 in Deutsch-Eylau in Westpreußen,
studierte in Leipzig alttlassiscbe Pbilologie und Ger-
manistik und wurde 1881 Oberlehrer am tönigl.
Gymnasium daselbst. Seit 1892 ist er auch Redac
teur der "Blätter für literar. Unterhaltung". Er
veröffentlichte die anziehend geschriebenen und auf
gründlichen Forschungen beruhenden biogr. Werte.-
c'<Goetbes Mutter" <Lpz. 1891; 5. Aufl. 1895) und
^Goethe" l2 Bde., ebd. 1895). ^1895 in München.
*Heinleth, Adolf, Ritter von, starb 26. Febr.
^Heinrich, Albert Wilhelm, Prinz von Preu-
ßen, wnrde im Herbst 1894 znm Kommandanten des
Panzerscküfss Wörtb ernannt und befehligte dasselbe,
dis er in: Aug. 1895 zum Konteradmiral befördert
wurde. Er nahm darauf im Mai 1896 als Ver-
treter des Kaisers an den Krönungsfeierlichkeiten in
Moskau teil und wurde im Okt. 1896 zum Chef der
zweiten D ivisiondes ersten Geschwaders ernannt. Am
27. Nov. 1896 wurde ihm ein zweiter Sohn geboren.
^Heinze, Karl Friedr. Rnd., starb 18. Mai 1896
in Heidelberg.
Heifsen, Ortschaft im Kreis Mülheim an der
Rnhr des preusi. Reg.-Bez. Düsseldorf, an der Linie
Vloln - Düsseldorf - Speldorf - Dortmund und der
Nebenlinie Hattingen-Osterfeld der Preuß. Staats-
babnen, hat (1895) 6002, als Gemeinde 10567 E.,
Postagentur, Telegraph, Bürgermeisterei; Ziege-
leien und Steinkohlenbergbau (Zechen Wiesche, Ro-
senblumendelle, Humboldt und Sellerbeck).
Heißwasserheizung, s. Heizung.
Heisterbacher Thalbahn, der gleichnamigen
Aktiengesellschaft gehörende schmalspurige (0,750 m)
Kleinbahn <11 km) von dem Rheinnser bei Nieder-
dollendorf und dem dortigen Bahnhofe nach Ober-
pleis und Herresbach; sie wnrde 22. Okt. 1891 für
den Güter- und 1. April 1892 anch für den Per-
sonenverkehr erdsfnet.
* Heizung. Die Zentralheizung findet wc-
aen ihrer Vorteile (s. Heizung, Bd. 8) immer mehr
Eingang. Durch weitere Vervollkommnung ein-
zelner ihrer Systeme sind aber andere früher be-
liebte Systeme mehr und mehr in den Hintergrund
gedrängt worden.
Feuerlnftheizungen kommen immer mehr
außer Gebrauck, trotz billiger Anlage und der rei-
nen saubern Luft infolge der mit der H. verbun-
denen Lüftung, weil ihr guter Betrieb allzu sehr
vom Heizer abhängig ist.
Heißwasserheizungen sind nicht beliebt, weil.
sie nicht ganz ungefährlich, ferner dem Einfrieren
ausgesetzt und wenig regelbar sind; die hohe Tem-
peratur der Heizkörper macht sich in unangenehmer
Weise auch durch Strahlung bemerkbar.
Während die Mitteldruckwasser beizung,
welche die Nachteile der Heißwasserheizung vermei-
det und die Vorteile der Warmwasserheizung besitzt,
nur selten mehr angewendet wird, sindet die Warm -
Wasserheizung mehr Anklang. Sie ist im Be-
triebe billig und bequem, regulierbar, aber dem Ein-
frieren ebenfalls ausgesetzt und in der Anlage teuer.