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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hohenlohe-Schillingsfürst (Gust. Adolf, Prinz zu) - Hohenzollern
satz zu seinem Vorgänger steht H. mit dem Fürsten
Bismarck in guten Beziehungen. Auch im Auslande
fand der neue Leiter der deutschen Politik vollkomme-
nes Vertrauen und wurde in Rußland und Österreich
bei einem Besuche seiner dortigen Besitzungen mit
großem Wohlwollen aufgenommen. In der aus-
wärtigen Politik befolgt er wie Caprivi den Grund-
satz, den Dreibund als eine Stütze des europ.
Friedens aufrecht zu erhalten; er scheute sich indessen
auch nicht, mit Frankreich und Rußland in der
ostasiat. Frage Hand in Hand zu gehen, und die
Kolonialinteressen Deutschlands verstand er England
gegenüber in dem Konflikt dieser Macht mit der
Südafrikanischen Republik (Anfang 1896) kräftig
wahrzunehmen.
"Hohenlohe-Schillingsfürst, Gust. Adolf,
Prinz zu, Kardinal, starb 30. Okt. 1896 in Rom.
Höhenstationen, meteorologische, auf Berg-
gipfeln (Gipfelst ationen) oder doch nur wenig
darunter liegende Meteorolog. Stationen. Die wich-
tigsten H. sind jetzt: Wendelstein (1724 m), Schnee-
koppe (1603 m), Hirschberg (1512 m), Gebweiler
Velchen (1394 m), Glatzer Schneeberg (1215 m),
Fichtelberg in Sachsen (1204 m), Brocken (1148 m)
in Deutschland: Sonnblick (3095 m), Obir (2140 m),
Schmittenhöhe (1935 m), Schafbera (1776 m) in
Österreich; Säntis (2500 m), Pilatus-Kulm (2070 m),
Rigi-Kulm (1790 m), Gäbris (1250 m), Chaumont
(1128 m) in der Schweiz; Pic du Midi (2859 m),
Mont-Ventoux (1900 m), Mont-Aigoual (1567 m),
Puy de Döme (1465 m) in Frankreich; Ätna (2990 m),
Monte-Cimone(2165m) inItalien; SerradaEstrella
(1441 m) in Portugal; Ben-Nevis in Schottland
(1343 m); Bjelasnica in Bosnien (2067 m).
Auf dem Montblanc wurde durch Ianssen eine
Gipfelstation in 4810 m Höhe und früher durch
Vallot 4365 m (Nocher des Bosses) hoch eine Höhen-
station errichtet. Das 4308 m hoch gelegene Obser-
vatorium auf dem Pike's Peak in Nordamerika
(Colorado), das mehrere Jahre in Thätigkeit war,
scheint eingegangen zu sein. Dagegen wurden in
der Nähe der Stadt Arequipa (Peru) an demMont-
Cachani 5075 m hoch eine Höhenstation und neuer-
dings aus dem Misti in 5852 m Höhe eine zu Pferde
erreichbare Gipfelstation errichtet.
^Hohenwart-Klub. Durch eine Vereinbarung
mit der Vereinigten Deutschen Linken und dem
Polenklub ermöglichte der H. nach dem Rücktritt des
Grafen Taaffe 11. Nov. 1893 das Zustandekommen
des Ministeriums Windisch-Grätz, doch trug er auch
mit den Polen zusammen die Schuld an dem Zer-
fall dieses Bündnisses, da beide Parteien gegen die
Vereinigte Deutsche Linke auf der Errichtung eines
slowen. Gymnasiums in der stcir. Stadt Cilli be-
standen, worauf die Deutsche Linke aus der Koali-
tion austrat und das Ministerium seinen Abschied
nahm. Am 15. Nov. 1895 trennten sich von dem
H. acht klerikale Mitglieder, die eine Interpellation
wegen der Auflösung des Wiener Gemeinderats an
die Negierung zu richten wünschten, wozu der Klub
seine Genehmigung versagte, worauf sich die Aus-
getretenen als Katholische Volkspartei (s. d.) kon-
stituierten. Zum Ersatz für die Ausgeschiedenen
schlössen sich die Kroaten und Slowenen, die sich
früher von dem H. getrennt hatten, diesem wieder an.
* Hohenzollern. Der erste urkundlich bezeugte
Burggraf von Nürnberg aus dem Geschlecht der H.
war Graf Friedrich (gest. um 1200), der durch Heirat
mit der Erbtochter des letzten Burggrafen von Nürn-
berg aus der Familie von Nätz die Burggrafschaft
und Güter diefes Geschlechts erlangt hatte. Seine
beiden Söhne Friedrich II. und Konrad III. teilten
die Familie nach 1227 dauernd in eine schwäb. und
eine frank. Linie, von denen erstere die schwäb. Be-
sitzungen mit dem Stammsitz, die zweite die Burg-
grafschaft und andere neu erworbene Territorien er-
hielt. Konrads III. Sohn Friedrich III. pflanzte
durch seinen zweiten Sohn, Friedrich IV., die frän-
kisch e Linie weiter fort, während die Nachkommen
seines Bruders, Konrads IV., bereits mit dessen
drittem Sohne Gottfried (gest. 1318) im Mannsstamm
erloschen. Friedrichs IV. Urenkel, Friedrich VI. (I.),
erlangte 1417 die Kurwürde von Brandenburg und
vereinigte nach dem Tode seines ältern Bruders
Johann III. (gest. 1420), der nur eine Tochter hinter-
ließ, wieder alle Besitzungen der frank. Linie in
seiner Hand. Nach seinem Tode (1440) wurde
sein zweiter Sohn, Friedrich II., Kurfürst, dessen
Sohn Johann bereits 1468 starb, so daß ihm 1470
sein Bruder Albrecht Achilles in der Kurwürde folgte.
Von dessen zwei ältesten Söhnen erhielt Johann
Cicero Brandenburg, während Friedrich der Alte
Markgraf zu Ansbach und Bayreuth wurde. Johann
Ciceros Nachkommen behaupteten dann in gerader
Linie die Kurwürde von Brandenburg, erlangten
1701 unter Friedrich III. (I.) die preuß. Königskrone
und unter Wilhelm 1.1871 die deutsche Kaiserwürde.
Friedrichs des Alten Söhne Kasimir und Georg
der Fromme teilten sich in die Markgrafschaften
Bayreuth und Ansbach, während fein dritter Sohn
Albrecht Hochmeister der Deutschen Ritter und 1525
weltlicher Herzog in Preußen ward, das 1618, nach
dem Tode von Albrechts Sohn Albrecht Friedrich,
an Brandenburg kam. Aber auch die sog. fränkischen
Fürstentümer fielen nach dem Tode des kinderlosen
Markgrafen Georg Friedrich von Ansbach, des Soh-
nes Georgs des Frommen, 1603 an die brandend.
Kurlinie, und zwar an die jüngern Söhne des Kur-
fürsten Johann Georg, von denen Christian (gest.
1655) Vayreuth und dessen Bruder Joachim Ernst
(gest. 1625) Ansbach erhielt. Als Markgras Friedrich
Christian von Bayreuth 1769 ohne männliche Erben
starb, wurde sein Land wieder mit Ansbach vereinigt,
bis Markgraf Alexander beide Fürstentümer 1791
an Preußen abtrat.
Der Stammvater der schwäbischen Linie war
des Burggrafen Friedrichs I. Sohn, Friedrich II.,
unter dessen Nachkommen das Land durch mehrfache
Teilungen zersplittert wurde, bis endlich Karl I.
(gest. 1576) wieder sämtliche Besitzungen in seiner
Hand vereinigte. Von seinen Söhnen wurde Eitel
FriedrichI. Stifter des Zweiges Hohenzollern-Hechin-
gen und Karl II. des Zweiges Hohenzollern-Sigma-
ringen, während die Zweige zu Haigerloch und
Hohenzollern seiner jüngern Söhne Christoph und
Joachim bald wieder erloschen. Karls II. Urenkel
Franz Anton, der zweite Sohn Meinhards I. (gest.
1681), gründete einen neuen Zweig zu Haigerloch,
der aber mit seinem Tode 1792 wieder erlosch. Ein
anderer Seitenzweig des Sigmaringer, der zu Berg,
den Meinhards I. Urenkel Franz Wilhelm, der zweite
Sohn Meinhards II. (gest. 1715), stiftete, erlosch mit
dem Tode seines Sohnes Johann Baptist (gest. 1781),
so daß schließlich nur noch die Hauptzweige zu Hechin-
gen und Sigmaringen bestanden, deren Vertreter
Friedrich Wilhelm und Karl 1849 der Regierung
entsagten, worauf ihre Länder an die Krone Preußen
übergingen. Friedrich Wilhelm von Hcchingen starb