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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kielmansegg - Kinderarbeit
aus 3715 Schisse mit 619751 Negistertons, dar'
unter 2109 Dampfer mit 549 221 Negistertons.
Die Befestigungswerke (s. Bd. 10) sind noch dnrch
Forts bei Prieß (Friedrichsort) und Nöpsdorf (Labor)
vermehrt worden. 1896 fand eine Gewerbe- und
Marineausstellung statt.
Kielmansegg, Erich Graf von, österr. Staats-
mann, geb. 13. Febr. 1847 in Hannover, kam 1866
nach der Annexion Hannovers nach Osterreich, ab-
solvierte die Wiener Universität und trat 1870 in
den österr. Staatsdienst. Er bekleidete zunächst die
Stelle eines Ministerialsekretärs beim Ministerpräsi-
denten Fürsten Auersperg und war dann bis 1882
Bezirkshauptmann in Baden bei Wien, worauf er
nach Sechshaus versetzt wurde. Kurz darauf wurde
er zum Regierungsrat bei der Landesregieruug in
Czernowitz ernannt und kam 1885 als Hofrat nach
Klagenfurt. Schon im folgenden Jahr rückte er
zum Ministerialrat im Ministerium des Innern
auf, und 1889 erfolgte seine Ernennung zulnE ettions-
chef im genannten Ministerium und Ende desselben
Jahres zum Statthalter in Niederösterreich, in
welcher Stellung er sich besonders um die Förde-
rung der materiellen und kulturclleu Interessen
Wiens grosie Verdienste erwarb und namentlich die
Vereinigung Wiens mit seinen Vororten durchsetzte.
Nach dem Rücktritt des Koalitionsministeriums
Windisch-Grätz 18. Juni 1895 wurde K. mit der
Leitung eines provisorischen Veamtenministeriums ^
betraut, das die Geschäfte bis zur Konstituierung !
des Kabinetts Vadeni 2. Okt. 1895 führte, worauf !
K. wieder sein Amt als Statthalter in Nieder- !
osterreich übernahm.
Kielplanken, s. Schiffbaukunst.
Kienzl, Wilhelm, Komponist, geb. 17. Jan. 1857
in Waitzenkirchen (Oberösterreich), machte Univer-
sitäts- und Musikstudien in Graz, Prag, Leipzig und
Wien, begab sich dann für einige Zeit nach Bay-
reuth zu Richard Wagner und nach Müncken, wo er,
beiIos. Rheinberqer noch tontrapuuktistische Studien
treibend, als Musikschriftsteller thätig war. 1881-82
machte er als Piauist und Dirigent eine Konzert-
reise mit Aglaja Orgeni und Richard Sahla dnrch
Ungarn, Rumäuien und Deutschland. 1883-84
wirkte er als erster Kapellmeister dc'r Deutschen Oper
in Amsterdam, dann in Krefeld. 1886-90 war er
Direktor des Steiermärkischen Musikvereins inHiraz,
dann erster Kapellmeister am Hamburger ^tadt-
theater und 1892-93 am Münchener Hostheater.
Seitdem lebt er, nur noch als Komponist und Dich-
ter thätig, in Graz. K. ist als Komponist durch die
auch von ihm gedichtete volkstümliche Oper "Der
Evangelimann" allgemein bekanntgeworden, die von
Berlin aus (1895)'über fast alle Bühnen Deutsch-
lands und Österreichs gegangen ist und auf der
Mehrzahl derselben sich behauptet. Ihr sind zwei
Opern in Wagnerscher Richtung "Urvasi" (1886 in
Dresden) und "Hcilmar der Narr" (1892 in Mün-
chen), deren Klavierauszug und Partituren im Druck
erschienen sind, und eine Reihe Orchester- und Kam-
mermusikwerke, Chöre, Lieder und Klavierstücke vor-
ausgegangen. K.s neueste Arbeit ist eine musikalische
Tragikomödie "Don Quixote". Als Schriftsteller hat
K. eine Dissertation "Die musitalische Deklamation"
(Lpz. 1880) und einen Band "Miscellen') (ebd. 1886)
veröffentlicht.
Kieritzsch, Dorf in der Amtshauptmannschaft
Borna der sächs. Kreishauptmannschaft Leipzig, an
den Linien Leipzig-Altenburg-Hof und Leipzig-
Borna-Chenmitz der Sächs.Staatsbahnen, hat (1895)
386 cvang. E., Post, Telegraph und chem. Fabrik.
Nahebei die sog. wüste Stätte Zölsdorf (auch
^ öllsdorf oder Zeilsdorf genannt), einst Vor-
werk und Besitztum Luthers, seit 10. Aug. 1884 mit
einem Denkmal (Granitblock mit dem Neliefporträt
Luthers und Katharinens, von Drudors).
Kierspe, Gemeinde im Kreis Altcna des preuß.
Reg.-Bez. Arnsberg, an der Nebenlinie Hagen-
Vrügge-Diermghansen der Preuß. Staatsbahnen,
hat (1895) 3635 E., Post, Telegraph, evang. Kirche,
höhere Privatschule; Stahlhammerwerke, Fabrika-
tion von Eisenwaren, Schaufeln und Thürschlössern
sowie Holzdreherei.
Kihn, Heinrich, kath. Theolog, geb. 30. April
1833 zu Michelbach bei Alzenau (Bayern), studierte
zu Würzburg Theologie und Philologie, trat 1855
in das dortige Klerikalseminar, wurde 1857 zum
Priester geweiht, 1858 Subrektor und Studienlehrer
an der Lateinschule zu Hammelburg, 1864 Gymna-
siallehrer in Eichstätt, 1874 anßerord. und 1879 ord.
Professor sürPatrologie, theol. Einleitungswissen-
schaften und Hermeneutik in Würzburg, nach Hergen-
röthers Weggang auch für Kirchenrecht. K. schrieb
unter andcrm: "Die Bedeutung der Antiochenischen
Schule auf dem exegetischen Gebiete, nebst einer Ab-
handlung über die ältesten christl. Schulen, besonders
zu Antiochia, Edessa und Nisibis" (Weißenb. 1866),
"Weg zur Weisbeit. Andachtsbuch für Studierende
und Gebildete" (Würzb. 1868; 5. Aufl. 1893), "Theo-
dor von Mopfuestia und Iunilius Africanus als
Eregeten, nebst einer kritischen Textausgabe von des
letztern luätiwta. i-o^ul^ria. (Uvina6 legis" (Freib.
i. Vr. 1880), "Der Ursprung des Briefes an Diognet"
(ebd. 1882), "Praktische Methode zur Erlernung
der hebr. Sprache" (Tüb.1885; mit Schilling), "Pro-
fessor Dr. I. A. Möhler. Ein Lebensbild als Bei-
trag zur GeschichtederTheologiederNeuzeit"<2. Aufl.,
Würzb. 1885; erweiterte Umarbeitung, Mainz 1889),
"Encyklopädie und Methodologie der Theologie"
(Freib. i. Vr. 1892; Bd. 15 der "Theol. Bibliothek"),
"Brügge und Hans Memling, ein deutscher Maler"
(in den "Histor.-polit. Blättern", Münch. 1896).
^Kilima-Ndfcharo-Vahn. über die bereits
eröffnete erste Teilstrecke s. Usamoara-Eisenbahn
(Bd. 16). Von dem wcitcrn Ausbau der K. von
Korogwe über Masinde und westlich an: Paregebirge
vorbei nach Klein-Aruscha an: Fus;e des Kilima-
Ndscharo und auch von deren ehemals in Aussicht
genommenen Verlängerung zum Victoria-Njansa
verlautet in neuerer Zeit nichts mehr. (S. auch
Dcutsch-Ostafrika, Verkehrswesen.)
^ Kilometerbillets, K ilometerhefte, s.Gisen-
bahntarifo ^V.
Kilometerphotographie, s Photographie.
^Kimberley, John Wodehouse, trat 25. Juni
1895 mit dem gesamten Kabinett Nosebery zurück.
Kimmplanken, s. Schiffbaukunst.
Kindberg, Markt in der österr. Vezirkshaupt-
mannschaft Brück a. d. Mur in Steiermark, rechts
an der Mürz, an der Linie Wien-Brück a. d. Mur
der Asterr. Südbahn, Sitz eines Bezirksgerichts
(367 (ikm, 15292 E.), hat (1890) 1563 E.; Sensen-
fabriken und bei Aumühl ein großes Eisenwalzwerk
(507 Arbeiter). Nahebei Schloß Ober-Mndbev^ des
Grafen Attems. Die Burg der Herren von Chinde-
derch links von der Mürz wurde 1266 durch ein
Erdbeben zerstört. K. war bereits 1280 ein Markt.
Kinderarbeit, s. Arbeitersrage (S. 591>).
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