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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Koehler, K. F. - Köln
Das Wasser der Sondracr Quelle ist ein stark tob- ^
lensaurchaltiges, erdig - alkalisches Mineralwasser
mit geringem Eisengehalt und konkurriert mit Bad
Sicgsdorf, Adelbolzen und Empfing in Ober-
bcwern, Bad Rehburg in Hannover, Lippspringe
und Driburg in Westfalen, besonders aber mit
Wildungen in Waldeck. Das Sondraer Mineral-
wasser ist im Gehalt an kohlensauren Erdalkalicn
nach dem Gutacktcn Di-. Heckenbauers in Kissingen
dac> stärkste der bis jetzt bekannten Mineralwasser.
* Koehler, K. F., Buchhandlung. Hugo Koeh-
lcr starb 29. April 1894, Karl Franz'Koebl er
5. Aug. 1897 in Leipzig. Das Antiquariatsgeschäft
ging 1894 an Bernhard Licbisch über.
Kohlfürst, Ludw., Eisenbahningenieur und
Schriftsteller, geb. 1. Mai 1840 in Graz, studierte
an der dortigen Technischen Hochschule, wurde 1862
Beamter der Kaiser-Ferdinands-Nordbabn und
wandte sich seit 1866 auf Anregung des Professors
Hugbes dem speciellen Studium der elektrischen Tele-
graphen-, Signal-, Kontroll-und Sicherbcitsanlagen
zu, welchem Zwecke anch verschiedene Studienreisen
in Deutschland, Frankreich, Belgien, der Schweiz,
Italien und England dienten. 1870 trat er zurBusch-
tichrader Eisenbahn über, deren ^beringenieur
und Tclcgraphcnchef er 1878 wurde, zog sich aber
1886 von diesem Posten zurück und lebt seitdem in
Kaplitz in Böhmen. Seine litterar. Tbätigkeit war
hauptsächlich auf die wissenschaftliche Durchbildung
seines Faches und die Begründung einer ausrei-
chenden Fachlitteratur gerichtet. Er scbrieb: "über
elektrische Distanzsignale" (Prag 1878), "Kriziks
elektrisches Blocksignal" (ebd. 1878), "Die Aus-
übung des Telegrapbendienstes bei Eisenbahnen.
Entwurf einer Normalinstruktiou" (ebd. 1873", "Die
elektriscben Wasserstandsanzeiger" (Berl. 1881", "Die
elektrischen Einrichtungen der Eisenbabnen und das
Signalwesen" (Wien 1883), "Die Fortentwicklung
der elektrischen Eisenbahneinrichtungen" (ebd. 1891),
"Die elektrischen Eisenbahneinrichtungcn auf der
Frankfurter Ausstellung" (Stuttg.^1892), "Der elek-
trische Betrieb bei Eisenbahnen an Stelle des D ampf-
lokomotivcnbctriebes" (Prag 1895). Außerdem be-
arbeitete er gemeinsam mit Zetzsche den 4. Band von
dessen "Handbuch der elektrischen Telegrapbic" und
lieferte Beiträge zu Rolls "Encyklopädie des Eisen-
babnwesens" und zu Karmarsch und Heerens "Tech-
nischem Wörterbuch".
Kohlgrub, Torf im Bezirksamt Schongau des
bayr. Reg.-Bez. Oberbaycrn, in 820 in Höbe, am
nördl. Fuß des Hörnle (1565 m), hat "1695" 996
E., kath. Kirche, Kurhaus, Stahlquellen, Eisen-
moorbäder und wird als klimatischer Nurort besucbt.
^Kohlraufch, Friedr., wurde 1895 zum Präsi-
denten der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt
(s. d., Bd. 13" berufen und zum Mitglied der Ber-
liner Akademie gewählt.
Kohlfcheidt, Dorf im preuß. Reg.-Bez. und
Landkreis Aachen, Hauptort des "Ländchens von der
Heide", eines wichtigen Kohlenreviers, des Indc-
beckens (s. Rheinisch-Westfälisches Kohlenbecken,
Bd. 13, und Karton zur Karte: Rheinprovinz,
Bd. 13), an der Linie M.-Gladbach-Aachen-Vervicrs
und der Nebenlinie Würselen-K. (7,5 km) der Preuß.
Staatsbahnen, hat l1895) 7215 meist katb. E., Post,
Telegraph, kath. Kirche, Vorschußverein; Eisen-
gießerei, Patronenfabrit und Steinkohlenbergbau.
Kokoskrebse (Lii-FU8), Palmendicbe, Gat-
tung der laugschwänzigcn, zehnfümgen Krebse, vom
Habituo der Einsiedlerkrebse, aber mit hartschaligem
Hinterleib. Sie wohnen in Erdlöchern auf dem Lande,
die sie mit den Fasern der Kokosnüsse auspolstern.
Sie ernäbren sich von abgefallenen Kokosnüssen, die
sie geschickt von den Keimlöchern aus zu öffnen ver-
stehen. Ibr Fleisch ist wohlschmeckend, und man ge-
winnt aus ihnen ein vorzügliches Öl. Sie werden
bis 25 cm lang und bewohnen die südasiat. Inselwelt.
Kolbenhüb, s. Hub.
Kolberger Kleinbahnen, einer Aktiengesell-
schaft gehörende schmalspnrige (1 m) Bahnen von
Kolbcrg nach Regenwalde mit Abzweigung von Groß-
Iestin nacb Stolzenberg, 82,5 kni lang, 15. Juli und
15. Sept. 1895 eröffnet. Die Herstellungskosten sind
zu 2130000 M. berechnet. sbilistcn.
Kollektivistische Arbeiterpartei, s. Possi-
Koller, Ernst Matthias von, Politiker, Bruder
George von Kollers, geb. 8. Juli 1841 zu Kantreck
bei Gollnow, studierte in Heidelberg und Berlin die
Reckte, war 1868-87 Landrat des Kreises Cammin
und von 1881 bis 1888 auch Mitglied des Reichs-
tags, wo er sich der Deutschkonscrvativen Partei
anschloß. 1888 wurde er als Polizeipräsident nach
Frankfurt a. M., Juni 1889 als Unterstaatssekretär
und Vorstand der Abteilung des Innern in das Mi-
nisterium sür Elsaß-Lothringen berufen und 29. Okt.
1891 zum preuß. Minister des Innern ernannt. Be-
sonders schroff trat er als solcher gegen die Social-
demokratie aus und befürwortete lebhaft die sog. Um-
sturzvorlage wie auch die Beibehaltung des sog. Dik-
taturparagraphen in den Reichslanden. Überhaupt
zeigte er sich als scharfer Gegner jeder freiheitlichen
Bestrebung, sowohl auf polit. wie auf rein kultu-
rellem Gebiet (so sein energisches Eintreten für das
Verbot der Aufführung von Hauptmanns "Weber").
Infolge von Mißhelligkcitcn, die sich an Meinungs-
verschiedenbciten mit mchrern seiner Kollegen knüpf-
ten, nabm er 8. Dez. 1895 feine Entlassung.
Kollinear (lat.), ein photogr. Objektiv, s.Linscn-
kombinationen.
Kollodiumpapier, s. Celloidinpapier.
"'Köln, Stadt, ist Sitz der 27. und 80. Infan-
teriebrigade und eines Bezirkskommandos und hat
(1895) 321564 E., darunter 260006 Katholiken,
52944 Evangelische, 682 andere Christen und 7932
Israeliten, ferner 22354 bewohnte Gebäude, 70303
Haushaltungen und 265 Anstalten, d. i. eine Zu-
nahme seit 1890 um 39 883 Personen oder 14,i5 Proz.
Die Zahl der Geburten betrug 1895: 11891, der
Eheschließungen 2841, der Sterbefälle (einschließlich
Totgeburten) 7611. In Garnison liegen die Infan-
terieregimenter Nr. 16, 53, 65 und 161, die 3. Ab-
teilung des Feldartillerieregiments Nr. 23, Fuß-
artillericregimcnt Nr. 7 und 1. Bataillon des Fuß-
artillerieregiments Nr. 9. Das Kommando der 28.In-
fanteriebrigade wurde nach Düsseldorf, das Füsilier-
regiment Nr. 40 nach Aachen verlegt. Die neue evang.
Ehristuskirche, nach Plänen von Wiethase, wurde
1894, die katb. Herz-Iesu-Kirche, nach Plänen des
cbemaligcn Wiener Dombaumeisters Schmidt, 1895
und die kath. Heribertuskirche in Köln-Deutz 1896
eingeweiht. Ferner sind noch zu erwähnen die
Neubauten der Reichsbank, der Stadtbibliothek, des
Historischen Archivs und des got. Kunstgewerbe-
museums am Hansaring.
Schiffsverkehr. 1895 kamen an zu Berg (zu
Thal) 2231 (2742) Schiffe mit 295 435 (133 587) t
Ladung; es gingen ab 2467 (1519) Schiffe mit
90 701 (97 245) t Ladung. Außerdem kamen zu
Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.