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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Kommunale Doppelbesteuerung - Kongobahn
übrigens ist die Hohe der Schuldenlast an sich,
aber auch jene pro Kopf der Bevölkerung noch kein
Beweis für oder gegen die Wirtschaftlichkeit der
städtischen Verwaltung', es ist vielmehr hierzu die
Kenntnis der Verwendung der Anleihen notwendig,
ob dieselben für produktive, sanitäre und sonstige
gemeinnützige Zwecke, oder aber ohne Eintausch
äquivalenter Güter verausgabt sind.
Kommunale Doppelbesteuerung, s.Doppel-
besteuerung.
^Kompaß. Gegenwärtig geht man auch in den
Kriegsmarinen, namentlich fürK. in Panzertürmen,
wieder von den Fluidkompassen zurück auf die leich-
ten "trocknen" Rosen nach Art der Thomsonschen. !
Es hat sich gezeigt, daß bei den mit sehr langen
Magnetnadeln versehenen Fluidkompassen die Kom-
pensation der quadrantalen Deviation sehr schwer
ist und zuweilen durch die Kompensatoren noch ser-
tantale und oktantale Deviation hervorgerufen
wird. Um 1894 hat Peichl in Trieft einen neuen,
wesentlich verbesserten Multiplikatorkompaß kon-
struiert, der die Kompensation der Deviation sehr
erleichtert; dieser K. wird namentlich in der österr.-
ungar. Marine verwendet. Aus der deutschen See-
warte hat Lauenstein 1894 emen Destektor kon-
struiert, der die Prüfung der Einstellungsfähigkeit
der K. bei geschwächter Richtkraft genau ermöglicht.
Auf der Seewarte wurden in 20 Jahren rund 1500
K. geprüft und mit Zeugnissen versehen. Nach den
Vorschriften der See-Verufsgenossenschaft ist die
Prüfung der K. bisher nicht obligatorisch. Auf der
deutschen Handelsflotte sind mindestens 8000 K.
in Gebrauch, die meisten sind also ungeprüft.
Kompetenz-Kompetenz, ein von.hä'nel in die
Terminologie der deutschen Staatsrechtswissenschaft
eingeführter und von da in die parlamentarische
Sprache des Reichstags übernommener Ausdruck,
der die rechtliche Macht (Kompetenz) eines polit.
Gemeinwesens bezeichnet, sich unbeschränkt seinen
Wirkungskreis (Kompetenz) selbst zu bestimmen.
Der Einheitsstaat hat K., im Bundesstaat dagegen
steht sie nur dem Gesamt-, nicht dem Gliedstaat zu.
Komplanation (lat.), s. Arealbestimmung.
^Komptabilitätsgefetz. Ein Bedürfnis nach
einem K. besteht nach wie vor im Deutschen Reich.
Noch in der Sitzung vom 15. Jan. 1894 wurde im
Reichstag der lebhafte Wunsch nach endlicher Ver-
einbarung eines solchen Gesetzes geäußert, worauf
die Reichsregierung erklärte, es sei zunächst in
Preußen ein K. in Ausarbeitung, und man wolle
zuerst das Zustandekommen dieses Gesetzes ab-
warten. - Vgl. Annalen des Deutschen Reichs,
Jahrg. 1895 (München und Leipzig), S. 81 fg.
Konde, Landschaft im Innern Deutsch-Ostafri-
kas, im Norden und Nordwesten vom Njassasee, mit
einem Areal von etwa 10000 hkm, erhebt sich in
verschiedenen Terrassen vom See bis zur Paßhöhc
(2000 in ü. d. M.) des Livingstonegebirgcs. An die
Ebenen des Tieflandes, eines Überschwemmungs-
gebietes zur Regenzeit, doch von schönen Weide-
flüchen unterbrochen, schließt sich ein trocknes Hügel-
land, bedeckt mit Waldungen, an, das bei den
Rungwe- und Kiajabergen in die herrlichste Gebirgs-
landschaft übergeht. Die bedeutendsten Flüsse sind
der Lufiro, Mbaka und Kibira. Das Klima, tropen-
mäßig und ungesund in der morastigen Niederung,
nimmt in den höhern Lagen südeurop. Charakter an
(bei einer mittlern Jahrestemperatur von 22,5° 0.,
Maximum 28,6" und Minimum 18,4" 0.). K. ist
Artikel, die man unter K verm
ausgesprochenes Vananenland, wie Uganda am
Victoria-Njansa; außerdem gedeihen Maniok, Mais,
Mtama, Reis, Zuckerrohr und eine dunkle Bohne,
das Hauptnahrungsmittel, in üppigster Fülle. In
den höher gelegenen Teilen besteht der Boden aus
schweren: Lehm, wird aber noch bis zu 1450 m an-
gebaut. Die Bevölkerung, 50-70000 Seelen, Wa-
Ngonde im allgemeinen, Banjakjussa im mittlern
Teil und Bakukwe im Gebirge genannt, gehört zum
Stamm der Manganja, verwandt mit den Warori
im Nordosten. Sie ist friedfertig, tüchtig im Acker- '
bau und in der Viehzucht und wohnt in hübsch an-
gelegten offenen Dörfern. Politisch zerfällt das
Gebiet in eine große Zahl unabhängiger Häupt-
lingslandschaften. Am See befindet sich die von
Wissmann 1893 gegründete deutsche Station Langen-
burg, im Gebirge die prot. Missionsansiedelungen
Wangemannshöhe, Kiejo, Muakareri und Maka-
palile. -Vgl. Merensky, Deutsche Arbeit am Njassa
(Berl. 1894).
Koencn, Adolf von, Geolog, geb. 21. März 1837
zu Potsdam, studierte zwei Jahre das Bergfach
praktisch, besuchte dann die Bergakademie und die
Universität in Berlin, habilitierte sich nach längern
Studienreisen 1867 in Marburg und wurde 1875
zum außerord., 1878 zum ord. Professor ernannt,
1881 nach Göttingen berufen. Er veröffentlichte
wichtige, zum Teil reich illustrierte Abhandlungen
über Dislokationen, über die Faunen von Tertiär-
bildungen, über Crinoiden, Fische des Devons:
ferner für das von der preuß. Geologischen Landes-
anstalt herausgegebene geolog. Kartenwerk 6 Blät-
ter der nördl. Rhön und 9 Blätter des südl. Han-
nover und Braunschweigs, letztere zum Teil zusam-
men mit Th. Ebert und G. Müller.
Koner, Max, Maler, geb. 17. Juli 1854 zu
Berlin, besuchte 1873-78 die dortige Kunstakademie
unter Anton von Werner und Max Michael. Vom
Landschaftlichen ging er zum figürlichen Zweige der
Malerei über, um sich später endgültig der Bildnis-
malerei zu widmen. Seit 1890 ist K. Lehrer an der
königl. Kunstakademie zu Berlin, seit 1892 Professor.
1880 vermählte er sich mit der ebenfalls im Vild-
nisfach mit Erfolg thätigen Sophie K. Von
seinen Bildnissen sind besonders die Kaiser Wil-
helms II. hervorragend: mit dem Mantel des
Schwarzen Adlerordcns (1891, für die deutsche
Votschaft zu Paris), in Iagduniform (1892, für
den Fürsten Pleß), sitzend in grauem Militür-
mantcl (1892), in Generalsuniform (1892, für den
Kaiscrpalast in Straßburg), stehend in grauem
Militärmantel mit Mütze (1893). Ferner sind zu
nennen die Bildnisse des Finanzministers Miquel,
der Fürstin Solms, Fürstin Plcß und Gräfin Solms
(1893), des Fürsten Lichnowsky (1894), des Malers
Eugen Bracht, Brausewetters und von Kameckes
(1894), der Maler Adolf Menzel und Andreas Achen-
bach, von Ernst Curtius (Nationalgalerie Zu Ber-
lin), Du Vois-Neymond, Anton von Werner u. a.
(sämtlich 1890).
Konfessionswechsel, s. Austritt aus der Kirche.
^ Kongobahn. DcrVau schreitet rüstig vorwärts,
so daß jetzt jährlich etwa 100 km fertig gestellt wer-
den. Ende Mai 1896 erreichte der Bahnbau den
Ort Tumba, 189 km von Matadi. Auf der bereits
eröffneten Strecke (80 km) sind der Verkehr und die
Einnahmen über alle Erwartung gestiegen, indem
die angenommene Jahreseinnahme von 10000Frs.
für 1 km in einigen Monaten bereits auf 14000 Frs.
ißt, sind unter C aufzusuchen.