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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Le Monnier - Leuchtende Tiere
versität, um sich ganz litterar. Arbeiten zu widmen.
L. wurde Redacteur der "kevus Lieue" und schrieb
Theaterkritiken für das "^oui-nal ä68 DedatL" (ge-
sammelt als "1inz)r68Hioii3 äe tlieatrs", 6 Bde.,
1888-96); auch war er Mitarbeiter am "lemps",
sür den er anonym einige Monate die "NMetL äu
matw" schrieb. 1895 wurde er zum Mitglied der
^c^ä6mi6 lran^igo gewählt. Von seinen Werken
seien genannt: "I^a comeäik llpreg NoIiei-6 et 1o
t^6Ü.ti-6 äe Dancourt" (1882), "1^68 contkinporainZ"
(6 Bde., 1885-96), mehrere Lustspiele: "Kevoitee"
(1889), "1^6 ä6put6 1^6V6".u", "1^6 NHliaFL dianc"
(1891), "I^Iipotk" (1893), "1.6 Mräon" (1895),
"I^'a^6 äMciis" (1895), einige Erzählungen: "sere-
nu8, inLwire ä'un nillr^r" (1886), "l)ix couteä"
(1889), "1^681-013" (auch dramatisiert, 1893), "^I>1-
rka" (1894), und die Gedichtsammlungen "1^68 m^-
äaiIi0N8" (1880) und "?6tit68 0ri6nt^68" (1883).
Le Monnier (spr. -nleh), Anton, Ritter von,
Polizeipräsident von Wien, geb. 21. Dez. 1819 zu
Frankfurt a. M., trat 1843 bei der Wiener Polizei-
direktion in den Staatsdienst, wurde 1847 Hofkanz-
list bei der obersten Polizei- und Ccnfurhosftelle und
1849 der kaiserl. Armee in Ungarn als Kommissar
für den polit. Polizeidienst beigegeben. 1853 wurde
er zum Polizeidirektor in Salzburg ernannt, 1860
als Regierungsrat und Polizeidirektor nach Brunn
versetzt, 1866 mit einer wichtigen polit. Mission ins
preuß. Hauptquartier zu Nikolsburg betraut und im
März 1870 zum Ministerialrat und Polizeidirektor
von Wien ernannt. L. M. starb 17. Juni 1873,
nachdem er kurz vorher zum Polizeipräsidenten von
Wien ernannt worden war.
Lenard, Philipp von, Physiker, geb. 7. Juni
1862 in Preßburg, studierte Mathematik und Na-
turwissenschaften in Heidelberg und Berlin unter
Vunsen, Helmholtz, Königsberger, Ouincke, wurde
des letztern Assistent am Heidelberger Physik. Insti-
tut und habilitierte sich 1891 in Bonn. 1894 wurde
er außerord. Professor in Breslau, 1895 Tocent für
Physik an der Technischen Hochschule in Aachen und
wurde 1896 nach Heidelberg berufen. Seine Arbeiten,
deren einige er gemeinschaftlich mit V. Klatt und
dem Astronom M. Wolf verfaßte und meist in
"Wiedemanns Annalen" veröffentlichte, beziehen sich
auf Schwingungen fallender Tropfen, Lumincsccnz
der Pyrogallussäure, Zerstäuben der Körper durch
das ultraviolette Licht, Phosphorescenz, Elektricität
der Wasserfalle, Kathodenstrahlen. L. gab auch Hertz'
nachgelassenes Werk "Die Principien der Mechanik
in neuem Zusammenhange dargestellt" (Lpz. 1894)
heraus. Seine Versuche mit Kathodenstrahlen (s. d.)
wurden unter anderm von Röntgen wiederbolt und
führten diesen auf die Entdeckung der neuen Art von
Strahlen <s. Röntgenstrahlen).
Lendenfeld, Robert I. Lend elmayr, Reichs-
ritter von, Zoolog, geb. 10. Febr. 1858 zu Graz,
woselbst er auch studierte und 1881 promovierte.
Hierauf begab er sich auf eine Forfchungsreise (1881
-86) nach Australien und war dann in London
Assistent am DnivLi-Lit^ (üoiie^s. 1889 habilitierte
er sich in Innsbruck, 1892 wurde er auherord., 1894
ord. Professor der Zoologie zu Czernowitz. Die
meisten seiner Arbeiten betreffen niedere Tiere
(Schwämme, Cölenteraten). Größere Werke sind:
"^10110 Alkali 0k t1i6 1i01N)l 8P011A68" (Lond. 1889;
hg. von der Ho^kl 8ooi6t^ 0t' I^onäou), "(^tai0ZU6
ot t1l6 8PONF63 in tli6 ^U8ti'a1ian ^1n86UI2" (ebd.
1888), "Ke^ort 011 tli6 äti'ucture ol tliL I)ii0ä'
p1i0i'68c6Nt 01'FKN8 ok ii8ii63" (^Iiaiisn^er Ü6p0I't8,
^oolo^x, I^lt 57). Auch auf geolog.-geogr. Gebiete,
befondcrs auf alpinem, war L. thätig und veröffent-
lichte "Austral. Reise" (2. Aufl., Innsbr. 1896) und
"Aus den Alpen" (2 Bde., Prag 1896).
'"Lenkbarkeit der Luftschiffe. In Berlin wer-
den umfassendere Versuche mit zwei lenkbaren Luft-
schiffen ausgeführt und noch vorbereitet; als die wich-
tigsten Neuerungen sind bei denselben zu erwähnen:
an dem einen die Verwendung eines Daimlerfchen
Petroleummotors sowie einer eigentümlichen Verbin-
dung des Korbes mit dem Luftschiff; bei dem andern
wird zum erstenmal ein größerer Ballonkörper ganz
in Aluminium ausgeführt. Bei dem vom württemb.
General von Zeppelin entworfenen Projekt eines
Luftschiffs mit Versteifungen besteht das Luftschiff
aus einem cylindrifchcn, paraboloidisck endenden,
luftgesüllten Außenballon und einem nicht voll ge-
füllten innern Wafserstoffballon, mit Schrägstel-
lung, die durch verschiebbares Laufgewicht unter der
Gondel bewirkt wird. Die Schrägstellung soll be-
wirken, daß der Überdruck der Luft auf die fchräge
Unter- und Oberfläche das Luftschiff hebt und fentt,
ohne Ballast- und Gasverlust. Die Schrauben sind
in der Längsachse des Ballons (nicht, wie meist, an
der Gondel) angebracht und werden von einem
Taimlerfchen Petroleummotor getrieben.
Leona, der 319. Planetoid.
^Leopold, Prinz von Bayern, wurde im Febr.
1896 zum Generaloberst mit dem Range eines Ge-
neralfeldmarschalls befördert.
^Leopoldll., König derVelgi er. Seinejüngste
Tochter Clementine ist unvermählt. Die mit Karl
Anton von Hohenzollern-Sigmaringen vermählte
Prinzessin ist Iosephine, die Tochter des Bruders
des Königs, des Prinzen Philipp. Dessen Sohn Prinz
Albert (geb. 8. April 1875), Hauptmann im belg.
Grenadierregiment, ist präsumtiver Thronfolger.
^Leopold, Fürst zur Lippe. Seine Witwe,
Fürstin Elisabeth (geb. 1. Okt. 1833), starb 27. Nov.
1896 in Detmold.
Lesehallen, s. Volksbibliotheken.
*Lefseps, Ferdinand Vicomte de, starb 7. Dez.
1894 auf seinem schloß La Chesnaie-aux-Bois im
Depart. Indre.
Letschin, Dorf im Kreis Lebns des preuß. Reg.-
Vez.Frankfurt, im Oderbruch, an der Linie Wriezen-
Frankfurt a. O. der Preuß. Staatsbahnen, hat
(1895) 3155 meist evang. E., Post, Telegraph,
evang. Kirche, Kreditverein; Ziegeleien und Land-
wirtfchaft mit Rindvieh- und Schweinezucht. In
der Nähe die Zuckerfabrik Voßberg.
'"Leu, August, starb 20. Juli 1897 in Seelisberg.
Leuchtende Tiere. Alle Tierkreise enthalten
leuchtende Arten. Unter den Urtieren ist die in der
Nordsee oft massenhaft austretende Nachtleuchte
(^cx^Nnc", inUiki'iZ F^i>.) bekannt genug. Sehr
zahlreiche Formen finden sich unter den Hohltieren
oder Cölcnteraten, von freischwimmenden der Ober-
fläche bis zu sestsitzenden der Tieffee. Bei den leuch-
tenden Scefedern (z. B. I^nnHtula. ^iioF^liorLH Iv.,
s. Chromotafel: Leucht ende Tiere, Fig.4)gehtdas
Licht bloß vondemPolypindividuumderKolonieaus.
Die Leuchtorgane bestehen bei jedem einzelnen Po-
lypen aus acht Fäden (Lcuchtschnuren), die sich von
seiner Körperwand in seine Tentakeln fortsetzen.
Sie bestehen aus einer in Zellen eingeschlossenen
fettähnlichcn Masse. Das Leuchten geschieht zufolge
äußerer Reize, denen die einzelnen Polypen, abcr