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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Marinedepotinspektion - Markenschutz
Marinedepotinfpektion, eine 2. Okt. 1895
eingesetzte, vom Neichsmarineamt abhängige Be-
hörde. Der M. sind unterstellt: die sämtlichen Ma-
rineartillerie- und Minendepots, die Feuerwerks-
offiziere, das Zeug- und Torpederperfonal des Mincn-
wescns sowie das Minenversuchsschiff. Marine-
depotinspecteur ist ein Konteradmiral oder Ka-
pitän zur See; Stabsquartier der M. ist Wilhelms-
haven. Die M. überwacht das zur Verteidigung
der Marineküstenbefestigungen nötige Artillerie- und
Minenmaterial, die Vorkehrungen zum Legen der
Minen und andern Sperren und die .Verrichtung
von Torpedobatterien; außerdem hat der Inspecteur
für die Heranbildung des geeigneten Ersatzes für
das Torpederpersonal des Minenwesens zu sorgen. !
Marinelli, Giovanni, ital. Geograph, geb.
28. Febr. 1840 zu Udine, studierte seit 1863 zu
Padua Mathematik und Jurisprudenz, war vou
1867 bis 1879 Lehrer am königl. Realgymnasium zu
Udine, dann Professor der Geographie an der Uni-
versität Padua und wurde 1892 Lehrer der Geo-
graphie und Ethnographie am Institut für höhere
Wissenschaften und der politischen und Handclsgeo-
graphie am Inztitnto äi Zeionxo sociaii zu Florenz.
Seit 1890 gehört er der Deputiertenkammer an. Er
schrieb außer zahlreichen kleinern Abhandlungen:
"8a.F^0 6i cartoA'llüa. äolia i'6g'ion6 vsnnta"
(Vened. 1881), "1^3. Mo^iatia, o i paäii (1611".
^1ii68H" (Rom 1882; deutsch von L. Neumaun: "Die
Erdkunde unter den Kirchenvätern", Lpz. 1884), "I^a
^ni)6i-üci6 clei lie^nn ä'ItaUa" (Vened. 1883), "1.3,
l^ßrrll, trattato ^o^olai'L cli ^60Fi'nn'ii univOrsalß"
(Mail. 1883fg.),<cl^va1uta?i0ii6 cikii'ai'eiiä'ItHliav
(Vened. 1885), "1^6 ^Vlpi s^inicnL" (Tur. 1888),
"(^oiii ^u^anoi" (Padua 1888), "Vens^ia 3,11a, 8t0-
113 li6ii3> ^60F1'3^3, O31't0F1'3Ü3, 6ll 68pi01'3ti 1(^6"
lVened. 1889), "6uiäa äei canal ä"1?6i'i'0" (Udine
1894), cc (^0ININ6M01'3^i0N6 66 ^UA6nis> Nugpoli"
(Flor. 1894). M. ist auch Direktor der 1tivi8t3 F60-
F1'3iic3, it3ii3N3.
Marineoffizier, s. Offizier.
* Marineordnung. Eine neue M. ist durch
Allerhöchste Kabinettsorder vom 12. Nov. 1894 zur
militär. Ergänzung der Wehrordnnng vom 22. Nov.
1888 erlassen worden unter Aufhebung der alten
M. vom 19. Nov. 1889. Die M. enthält im ersten
Teil Vorschriften über das Ersatzwesen und zwar
über Rekrutierung, Ausscheiden und freiwilligen
Dienst in der Marine, im zweiten Teil Vorschriften
über die Listenführung, die allgemeinen Dienstver-
bältniffe der Mannschaften und die Ergänzung der
Offiziere des Veurlaubtenstandes.
Marinefchiftspoften. Auf dem Weltpostkon-
greß in Wien (1891) ist die Beförderung von ge-
schlossenen Briefposten (Beuteln) zwischen den Kriegs-
schiffen und deren Heimatsländern für zuläfsig er-
klärt worden. Infolgedessen sind seit dem 1. Okt.
1895 zunächst versuchsweise auf den deutschen
Schiffen der Kreuzerdivision in Ostasien und auf
den Schiffen der austral. Station M. eingerichtet
worden. Der Schiffszahlmeister leitet den Betrieb
der M. an Bord der Schiffe nach einer besondern
"Dienstordnung sür die kaiserlichen M." (als Ent-
wurf gedruckt Berlin 1895). Anfang 1897 soll über
Einrichtung der M. auf allen Kriegsschiffen im Aus-
lande entschieden werden.
Marinetelegraphenschule, eine 1889 in Lehe
errichtete Anstalt, um Matrosenartilleristen, See-
soldaten und Matrosen zu Telegraphisten für Küsten-
beobachtungsstationen u. s. w. auszubilden; die M.
ist der Inspektion der Marineartillerie unterstellt
und wird von einem inaktiven Stabsoffizier der
Marine geleitet. Jährlich finden drei Unterrichts-
kurse statt; zu jedem Kursus stellt jede der beiden
Marinestationen 20 Schüler. Lehrer sind Unteroffi-
ziere. Mit dem Unterricht sind praktische Übungen
im Bau von Feld- und Festungstelegraphenstatio-
nen sowie im Zerstören und Wiederherstellen von
Telegraphenkabeln verbunden.
Markdorf, Stadt im Amtsbezirk überlingen
des bad. Kreises Konstanz, bat (1895) 1845 E., dar-
unter 67 Evangelische, Post, Telegraph, kath. Kirche,
Vorschnßverein; Wein- und Obstbau, Kram-, Vied-
und Fruchtmärkte.
nMarkenschutz. Viecher hat der Teutsche Bun-
desrat von der auf Großbritannien berechneten Be-
stimmung, ein Wiedervergeltungsrecht gegen die
Staaten zu üben, welche dmtscke Waren nur mit
eiuer ihren Ursyrnng angebenden Bemerkung zu-
lassen, noch nicht Gebrauck gcmackt. - Durch die
Novelle von: 30. Juli 1895 sind auch in Österreick
Wortmarken, d. h. solcke, die bloß aus Worten be-
stehen, zugelassen worden. -^ Obgleich Deutschland
und Asterreich nicht der internationalen Union (Kon-
vention) zum Schutz des gewerblichen Eigentums
von 1883 angehören, genießen ibre Warenbezeich-
nungen infolge Abschlusses von Separatverträgen
doch in gleichem Umfang wie inländiscbe Marken
Schutz in Belgien, Brasilien, Bulgarien, Dänemark,
Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien,
in den Niederlanden, in Rumänien, Rußland, Sckwe-
den und Norwegen, in der Schweiz, in Serbien
und in den Vereinigten Staaten von Amerika; was
Deutfchland angeht, auch in Luxemburg und Vene-
zuela. Ins einzelne gebende Verträge find die
Deutschlands mit Österreich-Ungarn, Italien, der
Schweiz (13.April 1892) und Serbien (21.Aug.1892).
Hier ist, abgesehen von der Vereinbarung, daß als
Angehörige der Vertragsstaaten auch solche Personen
angesehen werden sollen, welche daselbst ihren Wohn-
sitz oder ihre Hauptniederlassung haben, insbesondere
bestimmt, daß, wenn eine Marke in dem Vertrags-
staate angemeldet ist und binnen drei Monaten die
Anmelduug auch in dem andern Vertragsstaate be-
wirkt wird, diese spätere Anmeldung dieselbe Wir-
kung haben soll, als wäre sie am Tage der ersten
Anmeldung erfolgt. Sie geht also allen Anmel-
dungen vor, die in dem Gebiet des andern Teils nack
dem Zeitpunkt der ersten Anmeldung eingereicht wor-
den sind, ohne daß deswegen die Marke den hier
geltenden Vorschriften über Zusammensetzung und
äußere Gestaltung der Marken entsprechen müßte.
Die internationale Union zum Schutz des ge-
werblichen Eigentums hat sich seit 1. Okt. 1894 um
Dänemark mit den Färöerinseln erweitert; dagegen
ist seit 9. Nov. 1895 Guatemala ausgetreten. Seit
1. Febr. 1893 giebt das Bureau der Union in
Bern eine Zeitschrist u. d. T. "1^63 inai'(in68 inter-
nationales" heraus. Aus Beratungen zur Verbesse-
rung und Ergänzung der Konvention, welche 1890
(April) zu Madrid stattfanden, gingen zwei erwei-
ternde Verträge vom 14. April 1891 hervor, die
aber nur und zwar erst ab 15. Juli 1892 von der
Schweiz, Belgien, Frankreich, Tunis und Spanien
ratifiziert wurden. Der eine Vertrag betrifft das
Verbot falfcher (zum unlautern Wettbewerb dienen-
der) Warenbezeichnungen. Jedes Erzeugnis, das
mit einer falfchen Hcrkunftsbezeichnung verfehen ist,