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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Materialprüfungsmaschinen
inenrad abwechselnd gehoben und freigelassen wird,
immer auf dieselbe Stelle des Versuchsstückes fällt,
bis er ein Loch von bestimmter Tiefe ausgearbeitet
hat. Die Anzahl der dazu nötigen Stöße liefert
einen Vergleichswert für die Stoßfestigkeit. Die
Verwitterung ist zum Teil eine Wirkung der Sonnen-
strahlen, zum Teil der Kälte. Während für die
Wirkung der Sonnenstrahlen keine Verfuchsrefultate
vorliegen, hat man den Einfluß der Kälte auf die
Festigkeit experimentell bestimmt, indem man das
Material in angefeuchtetem Zustande mehrfach ab-
wechselnd gefrieren und wiederauftauen läßt. Je
mehr das Material vor dem Gefrieren Wasser auf-
genommen hat, desto mehr wird die Festigkeit durch
den Frost beeinträchtigt.
Während bei den Straßenbaumaterialien die
Untersuchung der Festigkeit hauptsächlich der Kosten
wegen von Bedeutung ist, hat die Prüfung der Ma-
terialien für den Bau von maschinellen Anlagen und
statischen Konstruktionen (besonders Brücken) einen
erhöhten Wert, da man hierbei zugleich eine Garantie
für die Sicherheit der Bauwerke gegen Zerstörung
gewinnt. Hier sind es besonders die Eisen- und
Stahlsorten zu Kesselblechen, zu Eisenbahnrädern und
-Achsen, zu Brücken u.s.w., welche einer sorgfältigen
Prüfung unterworfen werden. Zugorgane, wie
Ketten und Seile, werden auch im fertigen Zustande
geprüft, ebenfo Eisenbahnschienen und Wagenfedern.
Die hier in Betracht kommenden Mafchinen sind
entweder nur für eine bestimmte Art von Versuchs-
objekten konstruiert oder sie sind so eingerichtet, daß
man mit ihnen durch Auswechselung einzelner Teile
verschiedene Arten von Festigkeitsprüfungen vor-
nehmen kann. Eine Mafchine letzterer Art ist die in
Fig. 3 abgebildete, von der Elfässischen Maschinen-
fabrik in Grafenstaden gebaute Konstruktion, die für
Zerreiß-, Druck-, Biege- und Scherproben anwendbar
ist. Bei derselben wird die auf das Probestück aus-
geübte Beanspruchung durch eine Sckraubenspindel
bewirkt, welcbe die Entfernung zwischen den einge-
^^IV
gewichts am Hebel giebt direkt die Größe der Be-
anspruchung in Kilogrammen an. Die Versuchsstäbe
für Zerreißproben haben bei Rundeisen die in Fig. 5 ^
und d dargestellte Form (g. für Schmiedeeisen und
lHtahl, d für Gußeisen). Durch die vorstehende Fig. 1
ist angedeutet, wie der Kopf 1c eines folchen Zerreiße
stabes eingespannt wird; er stützt sich auf eine zwei-
teilige Scheibe
die in eine Muffein
eingelegt ist; diese
Muffe läßt sich
scharnierartig aus-
cinanderklappen
und nach dem Ein-
legen des Kopfes k
und der Scheibe 8
durch eine Flügel-
schraube t wieder
schließen. Für die
Druckproben giebt
mandemVersuchs-
stück die Gestalt
cinesWürfels. Die
obere Fläche die-
ses Würfels n (s.
beistehende Fig. 2)
wird durch eine mit
dem Gewichtshe-
bel in Verbindung
stehende Schlinge
nach unten ge-
drückt, während die untere Würfelfläche auf einem
an der Spindel aufgehängten Querbalken ruht. Zwi-
fchen diesem und dem Würfel ist zur Vermeidung
von falschen Spannungen ein Teller mit kugeliger
Unterstäche, in einer entsprechend gestalteten Pfanne
Fig. 2.
Fig. i.
spannten Stellen des Versuchsstückes verändert. Die ' Fig. 3.
Schraubenspindel kann durch Handkurbel oder durch
Transmission in Umdrehung versetzt werden. Der rubend, eingeschaltet. Bei Biegeversuchen wird nach
durch die Spindel ausgeübten Kraft wird durch ein > vorstehender Fig. 3 ein Träger 1? an die Spindel ge-
Gewicht, das auf einem laugen Hebel verschiebbar ist, ! hängt, der auf zwei Schneiden 8i und 82 den Probe-
das Gleichgewicht gehalten. Die Stelle des Lauf- I stab ? aufnimmt; dieser wird dadurch auf Vie-