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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Mecklenburgische Friedrich-Wilhelm-Eisenbahn - Meldereiterdetachements
1895 wurde die Strecke Mirow-Buschhof-Landes-
grenze (9,7") ^m) der Mecklenb. Friedrich-Wilhelm-
Eisenbahn eröfsnet.
Mecklenburgische Friedrich Wilhelm
Eisenbahn, zum größten Teil in Mecklenburg-
Etrelitz belegene Privatbahn. <^ie bestebt aus der ehe-
maligen Blankensec-Woldegk-Strasburger" ^^,90 liin)
und der Neustrelitz-Wesenbcrg-Vtirower Eisenbabn
i22/.5kin). Die Fortsetzung von Mirow überBusch-
bof bis zur preuß. Grenze (9,?9 km), von wo die
Prignitz-Eisenbahn ihre Fortsetzung bildet, wurde
18. Mai 1895) eröffnet, so daß nunmebr die Gesamt-
länge 69,34 km beträgt.
Mecklenburgische Südbahn, I16,i6km lange
ehemalige Privatbahn von Parchim überKarow und
Warennach Neubrandenburg (20.Jan. 1885 eröffnet).
Sie ist seit 1. April 18^ mecklenb. Staat^bahn
und der grohherzogl. Generaldirektion der mecklenb.
Friedrich-Franz-Eisenbahn zu Schwerin unterstellt.
Mecklenburg - Pommersche Schmalspur-
bahnen, der gleichnamigen Aktiengesellschaft zu
Friedland in Mecklenburg gehörige schmalspurige
W," m) Bahnverbindungen in den preuft. kreisen
Ückermünde, Antlam und Demmin sowie im Groß
Herzogtum Atecklenburg-Strelitz, welche bis auf kurze
Strecken 1892, 1801: bis 1896 eröffnet wurden. Die
Hauptstrecken gehen von Ferdinandshof an der
preuß. Bahnstrecke Pasewalk-Stralsund nach Fried !
land i. M. und von dort uach Iarmen und nach !
Anklam. Das fertige Netz wird eine Gesamtlänge !
von 157,9 km erhalten.
Medulladeu, ein aue> dem roten spongiösen
Knochenmark der Rinder gewonnenes neues Heil-
mittel. Es wird von den Anhängern der Organo-
therapie bei Gicht, Harngries und Blutkrankheiten
i^Anämie und Leukämie) angewendet.
Meerholz, Flecken im Kreis Gelnhausen des
prcuß. Reg.-Bez. Cassel, in der Standesherrschaft des
Grafen von Isenburg-Meerholz, an der Linie Bebra-
Frankfurt a. M. der Preuß. Staatsbahnen, Sitz
eines Amtsgerichts (Landgericht Hanau), hat (1895)
830 E., Post, Telegraph, Schloß, Krankenhaus;
Sandsteinbrüche und Weinbau.
Mehrphasenstrom, s. Wechselstrom.
^Meilhac, Henri, starb 6. Juli 189? in Paris.
"'Meinardus, Ludwig, starb 10. Juli 1890 in
Bielefeld.
Meinberg, Torf im Fürstentum Lippe, 4 Km
im O. von Horn, nahe der Werrequelle, bat (1895)
1295 meist evang. (5., Post, Telegraph, eine Bade-
anstaltfür Gas-,Echwefel-,Salz-und Schlammbäder.
Meinecke, Gustav Hermann, Kolonialpolitiler,
geb. 15. Febr. 1854 zu Stendal, machte in seiner
Jugend größere Reisen in Amerika, hielt sich lan
aere Zeit in Paris und der Schweiz auf, trat nach
seiner Rüätchr nach Deutschland für eine energische
Kolonialpolitit ein, für die er seitdem litterarisch als
Redacteur der "Deutschen Kolonialzeitung" und als
Herausgeber des "Kolonialen Jahrbuches" thätig ist.
Daneben hat er auch mehrere wirtschaftliche Unter-
nehmungen in Ostafrika eingeleitet. Als Frucht
einer Reise nach Ostafrika erschien "Aus dem Lande
der Suaheli" (Berl. 1896). Novellistische Arbeiten
sind: "Aus dem Kreolenlande" (Berl. 1888 u. 1896),
"Kreolische und mark. Geschichten" (ebd. 1895), "Tcra-
nisches und Kreolisches" (ebd. 1896).
Meinersen, Dorf im Kreis Gifhorn des preuß.
Reg.-Bez. Lüneburg, an der Oker und der Linie
'Berlin-Lehrte der Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines
Amtsgerichts (Landgericht Hildesheim), hat (1895)
867 meist evang. E., Post, Telegraph, landwirt-
schaftliche Winterschule, Vorschuß- und Sparverc'm
und bedeutende Handelsmühle.
Meinerzhagen, Flecken im Kreis Altena des
preuß. Reg.-Bez. Arnsberg, am Westende des Ebbe-
gebirges, an der Nebenlinie Hagen-Dieringhausen
der Preuft. Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts
(Landgericht Hagen) und Untersteueramtes, hat
(1895)^2722 E., Post, Telegraph; Eisengießereien
und -schmieden, Gelh- und Rotgußwarenfabriken,
Ösen-, Schnallen-, Papierfabriken, Kupfergruben.
Meinhold, Johs. Friedrich Hellmuth, evang.
Theolog, geb. 12. Aug. 1861 zu Cammin, studierte
1879-82 in Leipzig, Berlin und Greifswald Theo-
logie und 1882 - 84 Orientalia in Tübingen und
Leipzig, habilitierte sich 1884 in der theol. Fakultät
zu Greifswald, wurde daselbst 1888 außerord. Pro-
fessor, 1889 in Bonn. Er schrieb: "Komposition des
Buches Daniel" (Greifsw. 1884), "Beiträge zur Er-
klärung des Buches Daniel" (Lpz. 1888), "Aus-
legung des Buches Daniel" (Nördl. 1889; in Strack
und Zöcklers "Kommentar"), "Wider den Klein-
glauben. Ein ernstes Wort an die Evangelischen aller
Parteien" (Freib. i. Br. 1895), "Jesus und das Alte
Testament. Ein zweites ernstes Wort" (ebd. 1896).
"'Meißner, Alfred. Sein Mitarbeiter Franz
Hedrich starb 31. Okt. 1895.
*Melchers, Pauluo, starb 14. Dez. 1895 in
Rom und wurde in Köln beigesetzt.
Meldereiterdetachements, seit 1897 Deta-
chements Jäger zu Pferde genannt, berittene
Truppenabteilungen in der deutschen Armee in der
Stärke von je 4 Ossizieren (1 Rittmeister und 3
Lieutenants), 12 Unteroffizieren, 96 Gefreiten und
Gemeinen und 108 Pferden. Sie wurden auf Grund
des Etats 1895/96 errichtet und haben eine dnrch
besondere Allerhöchste Order vom 11. Mai 1895
genehmigte Dienstordnung erhalten. Ihre Aufgabe
ist, für die böbern Kommandostäbe und die Infan-
terie Hilf^organe für die Befehlsübermittelung und
das Meldewesen heranzubilden; außerdem sollen
sie die Divisionskavallerie von der Abgabe von
Ordonnanzen, Patrouillen und Meldereitern ent-
lasten. Zunächst sind solche Tetachements bei dem
Gardekorps (Leibgarde - Husarenregiment, Berlin),
dem 1. (Kürassierregiment Nr. 3, Königsberg i. Pr.)
und 15. Armeekorps (Husarenregiment Nr. 9, Straß-
burg i. Els.) sowie bei dem 2. bayr. Armeekorps
(I.Ebevaulegersregiment, Nürnberg) aufgestellt. Die
weitere Ausgestaltung der neuen Einrichtung ist noch
vorbebalten; es wird angestrebt, daraus selbständig
rekrutierende Truppenteile mit dreijähriger Dienst-
zeit in der Stärke von je 800 Pferden zu bilden. Die
Ausbildung geschieht bei den Kavallerieregimentern,
denen die Detackements zugeteilt sind. Alle Melde-
reiter sind mit Pallasch, Revolver, Kartentasche und
Fernglas ausgerüstet.
Die Anforderungen an die Eigenschaften der zu
diesen Detachements auszuhebenden Rekruten sind
mit Rücksicht auf die von ihnen zu erwartenden
Leistungen ziemlich hoch; die Mannschaften sollen
mit der Pflege und Wartung von Pferden vertraut,
ihrem Berufe sowie ihrer körperlichen und geistigen
Befähigung nach für den Dienst als Meldereiter be-
sonders befähigt erscheinen, tadellose Führung,
scharfes Sehvermögen, Kenntnis der deutschen
Sprache und Fertigkeit im Lesen und Schreiben be-
sitzen. Als Ausbildungsziel ist vorgesehen: ein jeder
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