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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Mennighüffen - Mesdag
Jahre auf die Eroberung von Kasfa, Enarca, Gu-
rage und Harrar, dessen muslimischen Fürsten er
6. Jan. 1887 in der Schlacht von Tschallanko besiegte.
Nachdem Johannes in der Schlacht von Metammeh
gegen die Mahdisten 9. März 1889 gefallen war,
lietz sich M. in Antotto zum Negus Negesti von ganz
Abessinien krönen. Inzwischen hatten sich die Ita-
liener in Massaua festgesetzt und die Kolonie Ery-
thräa gegründet. Von dort aus suchten sie ganz
Abessinien unter ihr Protektorat zu bringen. Wirk-
lich schloß M. 5. März 1890 mit ihnen einen Ver-
trag, in dem er sich verpflichtete, mit auswärtigen
Mächten nur durch ihre Vermittelung zu verhan-
deln. Als aber die Italiener ihre Macht auf die
ihrer Kolonie zunächst gelegene Provinz Tigre aus-
dehnten, floh der Statthalter Ras Mangascha zu
M. ^o kam es zum Kriege (s. Erythräa), der in
der blutigen Niederlage der Italiener 1. März 1896
bei Adua ein vorläufiges Ende fand und endlich
durch den Frieden zu Addis Abeba (26. Okt. 1896),
wodurch M. seine völlige Unabhängigkeit wieder
erlangte, zum Abschluß gelangte. (S.' Italien.)
Litteratur. A.Cecchi, Da^oila aiio tronticn'o
cl6i (^tka, Bd. 1 iRom 1880; deutscher Auszug, Lpz.
1887); A. Brunialti, N. R6 äi 8cio^ o I0 8U6 i-6-
centi con^uiste (in der "^uova ^ntolo^ia", Nom
1887); stoi'ia. 6 c"8tnmi äi N. nuovo 1-^ äe^i ^dis-
sini(Flor. 1890); PH.Paulitschke,Harar(Lpz.1888).
Mennighüffen, Bauerschaft im Kreis Herford
des preuß. Reg.-Vez. Minden, hat (1895) 3015 E.,
Post, Fernsprechverbindung und evang. Kirche.
Menter, Sophie, Pianistin, geb. 19. Juni 1852
zu München, Schülerin von Karl Tausig, begrün-
dete ihren Ruf auf zahlreichen Konzertreisen durch
Deutschland, Osterreich, England, Rußland und
Frankreich. 1872 vermählte sie sich mit dem Cello-
virtuosen David Poppcr, doch wurde die Ehe schon
1876 wieder getrennt. 1874 wurde sie zur kaiserlich
österr. Kammervirtuosin ernannt; seit 1883 war sie
mehrere Jahre Professorin am Petersburger Kon-
servatorium. Sie lebt meist auf ihrem schloß
Itter in Tirol, im Winter in Rußland. Mit einer
glänzenden Technik verbindet sie seclenvollen Aus-
druck und ist namentlich bedeutend als Beethoven-
und Lisztspielerin.
^Menzel, Adolf, wurde bei seinem 80. Geburts-
tag zum Wirkl. Geheimrat mit dem Prädikat Excel-
lenz und zum Ehrenbürger der Stadt Berlin ernannt.
- Vgl. noch Knackfuß, Mcnzel (Vielef. 1895); Son-
dermann, Adolph M. (Magdeb. 1895); Jordan, Das
Werk Adolph M.s. Eine Festgabe (Münch. 1895).
Meppen-Hafelünner Gifenbahn, dem Kreis
Meppen gehörende normalfpurige Nebenbahn von
Meppen nach Haselünne; sie ist 14,2 km lang und
wurde 17. Ott. 1894 eröffnet.
Merchlveiler, Dorf im Kreis Ottweiler des
preuß. Reg.-Bez. Trier, an der Linie Neunkirchen-
Saarbrücken der Preuß. Staatsbahnen, hat (1895)
3632 E., Postagentur, Fernsprechverbindung; Glas-
hütte und Steinkohlenbergbau.
Merheim, Landgemeinde im Kreis Mülheim
am Rhein des preuß. Reg.-Bez. Köln, besteht aus
zahlreichen Ortschaften und hat (1895) 12861 (6832
männl., 6029 wcibl.) E., darunter 200 Evangelische,
mehrere Postagenturen und Fernsprechverbindung.
^ Merfeburg, Stadt, liegt serner an der Neben-
linie M.-Schafstädt (17,9 km) der Preuß. Staats-
bahnen, hat (1895) 18827 (9246 männl., 9581 weibl.)
E., darunter 514 Katholiken und 20 Israeliten,
ferner 1365 bewohnte Wohnhäuser, 4344 Haus-
haltungen und 20 Anstalten, d. i. eine Zunahme
seit 1890 um 1158 Personen oder 6,56 Proz. Die
Zahl der Geburten betrug 1895: 695, der Ehe-
schließungen 136, der Sterbefälle leinschließlich Tot-
geburten) 400. - Ein Denkmal Kaiser Friedrichs
(von Hundricser) wurde 1894, ein Standbild Kaiser
Wilhelms I. im Schloftgarten 22. März 1897 enthüllt.
Einwohnerzahl des Regierungsbezirks und
seiner Kreise:
Kreise
Liebeuwerda.....
Torgau.......
Schweinitz......
Wittcnbcrg.....
Vitterfeld'......
Saalkreis......
Halle a. S. (Stadtkreis)
Delitzsch.......
Mansfelder Gebirgskr.
Mansfelder Seekreis .
Sangcrhausen . . . .
Eckartsberga.....
Querfurt......
Merseburg......
Weißenfels.....
Naumburg......
Zeih........
Ortsauwesende Annahme (-j->
Bevölkerung Abnahme (-1
------------------------------y^^ 189^)-95
189'. I 1890 in Proz.
51 25'.
5" 715
40 208
57 673
"1 776
86 707
116 304
65 468
65 469
94 667
71 899
39 807
59 465
78 999
93 552
35 067
54 228
48 799
55 218
40 921
54 846
57 145
82 784
101452
62 612
63 003
92 551
70 916
39 403
59 202
76 051
87 560
33 214
49 892
->- 5,03
-N 2,71
- 1,74
-l- 5,13
-s- 8,10
> 4,75
^-14,64
4. 4,56
^ 3,91
-^ 2,28
-j- 1,39
-s- 1,02
^- 0,44
-l" 3,39
> 6,85
^ 5,58
-j- 3,67
Neg.-Bcz. Mersevurg > 1129 259 j 1 075 569 > -j- 4,99
Den Reichstagswahlkrcis Saalkreis-Halle vertritt
seit 1896 Kunert (Socialdemokrat).
Merwedekanal, eine neue Verbindung Am-
sterdams mit dem Rhein, die 1886 begonnen, 1892
teilweise und 1893 ganz für die Schissahrt eröffnet
wurde. Der M. wurde gebaut, um den Binnenschiff-
fahrtsverkehr Amsterdams, dessen Seeverkehr seit
Erbauung des Nordseekanals großen Aufschwung
genommen hatte, gleichfalls zu beben.. Dieser Zwcä
ist erreicht worden, denn schon kurz nach der Eröff-
nung ergab sich ein Jahresverkcbr von über
1' >'Mils. edm. Der M. beginnt mit der 36,8 kin
langen, im wesentlichen dem Laufe dcr Vccht folgen-
den Haltung Amstclboezem, 0,40 in unter Amster-
damer Pegel, geht dann bei Ntrecht in die auf
0,47 m über dem Amsterdamer Pegel liegende
10,i81(in lange Haltung Vaartshe Rijn über, kreuzt
bei Vianen mittels Schleusen den auf 2,47 in liegen-
den, 1,i km breiten Leck und erreicht mittels der
obersten, Zederick-Canaal genannten und 21,50 wn
langen Haltung bei Gorinchem die Merwede, fo die
Verbindung mit Maas, Waal und Rhein gewin-
nend. Gegen das Ij bei Amsterdam und gegen die
Merwede ist er durch Schleusen abgeschlossen. Die
Schleufen, im ganzen sechs, sind 120 in lang, 12 in
weit und haben 3,20 in Drempelticfe. Auf freier
Strecke hat der M. 20 m Sohlen-, 32,40 in Wasfer-
fpiegelbreite bei 3,10 in Tiefe.
Mesdag, Hendrik Wilhelm, Holland. Marine-
maler, geb. 23. Febr. 1831 zu Groningen, hatte sich
dem Handelsstande gewidmet und war bis 1866
Mitglied des Bankhauses Mesdag & Söhne. Hier-
auf begab er sich zum Studium der Malerei nach
Brüssel, wo Alma Tadema sein Lehrer wurde, und
siedelte dann nach dem Haag über. Unter seinen
einfachen, meist kräftig gezeichneten Marinedarstel-
lungen sind die Hauptwerke: Brandung der Nordsee
(1870), Heimkehrende Fischerboote (1875; Museum
im Haag), Sonnenuntergang an der Holland. Küste,
Ankunft der Heringsschisfe, Panorama von Schc-