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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ping-jang - Planetoiden
plasmareiche Anschwellungen bilden, die den Ameisen
speciell als Nahrung dienen und als "Kohlrabi-
topfchen" bezeichnet werden. Wie Fig. 4 zeigt, liegen
dieselben häufig in größerer Zahl dicht zusammen
und stellen dann mit dem bloßen Auge sichtbare
weiße Punkte dar. Daß nun diese Kohlrabihäufchen
Fig. 4.
den Ameisen wirklich als Nahrung dienen, konnte
Möller durch Fütterungsversuche direkt nachweisen.
Die Vlattschneider gehen auch bald zu Grunde,
wcnn sie von ihrem Pilzgarten getrennt werden,
uud vermögen sich speciell von den Blattstücken
direkt nicht zu ernähren.
Der in den P. gezüchtete Pilz, Rostes ^onZvIo-
^Iioi-H ^l/Me?-, ist bei denvcrschiedenen Atta-Arten der
gleiche, gehört zu den Basidiomyceten und zeigt bei
künstlicher Kultur zwei verschiedene Arten von
Conidienbildung. Die Fruchtkörper desselben wur-
den bisher nur in einigen wenigen Fällen, in denen
sie aus den P. hervorwuchsen, beobachtet. Das
Fernhalten fremder Organismen wird bei den P.
vorwiegend durch die kleinsten Ameisen besorgt, die
durch fortwährendes Jäten die mit den Blattstücken
u. s. w. zugeführten Schimmelpilze u. s. w. vernichten.
Die der Gattung ^ptLroäti^ma M??/)' angehö-
renden Haarameisen und die Höckerameisen
^)p1i0ui^i'iu6x Ma?/?') besitzen in ihren Nestern
ebenfalls P. Bei denselben kommen aber keine
frischen Blätter, sondern namentlich Reste von
morschem Holze zur Verwendung. Der gezüchtete
Pilz ist ferner bei den verschiedenen Gattungen ein
verschiedener, und es wurde auch von Möller nach-
gewiesen, daß keine Gattung mit dem zu einer
andern Gattung gehörigen Pilz gefüttert werden
kann. Zur Züchtung von typischen Kohlrabihäufchen
hat es von den untersuchten Arten nur^ptei-OLtiFmu
^Va8malilii F^-ei gebracht. - Vgl. Velt, 'I'de
imturaliLt in Nicai'aFua. (Lond. 1874); Möller,
Die P. einiger südamerik. Ameisen (Jena 1893).
Ping-jangoderPjeng-jang, Stadt im nördl.
Korea, in der Provinz Ham-kjeng am Ta-tong-Fluß,
bekannt durch den Sieg der Japaner über die Chi-
nesen vom 14. bis 16. Sept. 1894 <s. Chinesisch-
Japanischer Krieg).
Piraruru, Süßwasserfisch, s. Arapaima.
VitliVoantkröpus, s. Anthropologie.
*Pitman, Isaak, starb 21.Jan. 1897 in London.
Pjeng-jang, s. Ping-jang. >^gen.
Plaggenberechtigungen, s. Forstberechtigun
Plagwitz am Bober, Dorf im Kreis Löwen-
berg des preuß. Neg.-Vez. Liegnitz, 3 ^in östlich von
Löwenberg (s. d., Bd. 11), an der Nebenlinie Goldberg-
Greisfenberg der Preuß. Etaatsbahncn, hat (1895)
668 E. und Postagentur. Hier fanden 19., 21. und
29. Aug. 1813 Gefechte statt. An P. anstoßend
der Gutsbezirk P. mit 487 E. und Prooinzial-
irrenanstalt.
Planck, Gottlieb, Jurist, geb. 24. Juni 1824 in
Göttingen, studierte hier und "in Berlin, trat dann
in den hannov. Iustizdicnst, beteiligte sich lebhaft
an der polit. Bewegung des I. 1848 und der fol-
genden Jahre und wurde 1852 in die hannov.
Zweite Kammer gewählt, wo er sich der Opposition
gegen die geplante Linderung der Verfassung an-
schloß. Nach Octroyierung der neuen Verfassung
durch die Verordnung vom 1. Aug. 1855 wurde
ihm von der Regierung die Erlaubnis zum erneuten
Eintritt in die Ständeversammluna, verweigert. P.
wurde als Obergerichtsassessor in Aurick, später in
Dannenberg wegen seiner polit. Thätigkeit mehr-
fach in Untersuchung gezogen, wegen seiner Schrift
"Die verbindliche Kraft der Verordnung vom 1. Aug.
1855" (Bremen) zu zwei Monaten Suspension
verurteilt und bei der neuen Iustizorganisation
1. Mai 1859 auf Wartegeld gesetzt. Er lebte 1859
-63 in Göttingen, nahm 1859 an der Gründung
des Nationalvereins teil, wurde 1863 als Ober-
gerichtsrat in Meppen wieder angestellt, 1867 in
den Konstituierenden Reichstag und in das preuß.
Abgeordnetenhaus gewählt. Mit Rücksicht auf sein
zunehmendes Augenleiden schied er aus letztenn
schon 1869, aus ersterm 1873 wieder aus. 1868
wurde er nach Göttingen, noch in demselben Jahre
als Appcllationsgerichtsrat nach Celle versetzt, 1871
in die Kommission zur Begutachtung des Entwurfs
der Civilpro;eßordmlng berufen, 1874 in die Kom-
mission zur Ausarbeitung des Entwurfs eines Bür-
gerlichen Gesetzbuchs, .was P.s Übersiedelung nach
Berlin zur Folge hatte. In dieser Kommission wurde
er zum Redaktor und Referenten des Familienrechts
bestellt. Nach ihrer Auflosung 1889 siedelte er, da er
1879 bei der Justizreorganisation in den Ruhestand
getreten war, nach Göttingen über, wo er zum ord.
Honorarprofessor ernannt wurde und Vorlesungen
über den Entwurf des Bürgert. Gesetzbuchs hielt.
1890 in die Kommission für die zweite Lefung des
Entwurfs berufen, wurde er zu deren Generalrefe-
renten ernannt, nach Beendigung der Arbeiten der
Kommission neben andern Mitgliedern derselben
zur Vertretung des Entwurfs im Reichstage von
dem Bundesrat bestellt. Um das Zustandekommen
des Bürgert. Gesetzbuchs hat sich P. hervorragende
Verdienste erworben. 1896 wurde er zum Wirkl.
Geheimrat ernannt. Seine litterar. Thätigkeit be-
schränkte sich im wesentlichen auf Aufsätze in Zeit-
schristen (Iherings "Iabrbüchern für Dogmatik",
"Archiv für civilistifche Praxis"). Seit etwa 1874
ist P. vollständig erblindet.
^Planetoiden. Besonders durch die Anwen-
dung der Himmelsphotographie (s. d.) sind viele
neue P. aufgefunden worden. Bis Ende Jan. 1897
waren deren 429 bekannt; von den zuletzt entdeckten
können sich bei genauerer Berechnung ihrer Bahnen
allerdings noch einige als mit schon früher auf-
gefundenen identisch erweisen. Da sich Schwierig-
keiten bezüglich der Feststellung der Reihenfolge
der Entdeckungen gezeigt hatten, sind von 1892
ab die neuen P. zunächst nur mit einer provi-
sorischen Bezeichnung "18 . . ^, V u. s. w." nach
dem Datum der Anmeldung ihrer Entdeckung bei
der Centralstclle für astron. Telegramme in Kiel