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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Roos - Rottenburg
thode und Anode, und man gestaltet sie deshalb
beide als Hohlspiegel mit passender Anordnung
gegen das Platinblech. Dann genügen schon kleine
Induktorien mit wenigen Centimetern Funkenlänge.
Zur Durchleuchtung stärkerer Objekte scheint die
direkte Verbindung mit großen Induktorien vor-
teilhafter. Mit empfindlichen Platten lassen sich
photogr. Aufnahmen schon in wenigen Minuten
ausführen; in günstigen Fällen bedarf es nur eini-
ger Sekunden, namentlich wenn man auf Grund
der Erfahrungen von Winkelmann und Sträubet
eine Schicht Fluhspatpulver oder dergleichen zur
Verstärkung anwendet. Die Aufnahmen können im
Tageslicht gemacht werden, wenn man die Platte
in einer Kassette oder in schwarzes Papier eingehüllt
beläßt. Die beistehende Fig. 2 zeigt die einfache An-
Fig. 2.
ordnung der Apparate; ^ ist die Röntgenlampe, die
mit dem Induktor ^ direkt oder indirekt verbunden
ist, X die Kassette mit der empfindlichen Platte und
einer darauf ruhenden zu durchleuchtenden Hand.
Litteratur (1896 erschienen): Röntgen, über
eine neue Art von Strahlen, I und II (Würzburg);
Winkelmann und Sträubet, Über einige Eigenschaften
der Röntgenschen X-Strahlen (Jena); Borchardt,
Die Röntgensche Entdeckung (Berlin); Morwitz, Die
Photographie mit R. (ebd.); Wunschmann, Die
Röntgenschen X-Strahlen (ebd.); Müller, Röntgens
X-Strahlen (ebd.). Ausführlicher: Ch. E. Guillaume,
1^68 raäi3.ti(M8 U0UV61168. 1^68 1-3^0118 X (Paris);
Eder und Valenta, Verfuche über Photographie mit-
tels der R. (Wien); König, 14 Photographien mit
R. (Leipzig); Medizinalabteilung des königlich preuß.
Kriegsministeriums im Verein mit der Phystk.-tech-
nischen Reichsanstalt, Versuche zur Feststellung der
Verwertbarkeit Röntgenscher Strahlen für mediz.-
chirurg.Zwecke (Berlin); Buguet, ^6c1mitin6 meäi-
^als ä68 i-^0ii8 X (Paris). ^in Freiburg i. Vr.
"Moos, Johannes Christian, starb 22. Okt. 1896
* Roquette, Otto, starb 18. März 1896 in Darm-
stadt.^Dichtungen aus seinem Nachlaß gab L. Fulda
il. d. T. "Von Tag zu. Ta.a.e" (Stuttg. 1896) heraus.
Rosbach, Dorf im Kreis Waldbröl des preuß.
Reg.-Bez. Köln, an der Sieg und der Linie Köln-
Gießen der Preuh. Staatsbahnen, hat (1895) 3635
E., Postagentur, Fernsprechverbindung; in der Nähe
Eisen- und Bleierzbergbau. R. wird als Sommer-
frische namentlich von Köln aus besucht.
Rosdzin, Dorf im Kreis Kattowitz des preuß.
Reg.-Vez. Oppeln, dicht bei Schoppinitz, am Zalenzer
Wasser, hat (1895) 7086 E., darunter 440 Evan-
gelische und 129 Israeliten, Post und Telegraph
(Schoppinitz-R.), kath. Kirche; eine große Zink-
hütte, Schwefelfäurefabrikation und Steinkohlen-
bergbau (Zechen Giesche, Elfriede, Morgenroth und
Wildensteinsegen).
*Rosebery, Archibald Philipp Primrose, Graf
von, hatte die überaus schwierige Aufgabe über-
nommen, ohne das hohe persönliche Ansehen Glad-
stones mit einer geringen Parlamentsmehrheit zu
regieren. Er hielt grundsätzlich an Home-Rule fest
und stellte sich schroff gegen das energisch opposi-
tionelle Oberhaus; aber weder im Innern noch nach
außen vermochte er durchzugreifen. Die liberale Re-
gierung verlor immer mehr an Anfehen, und als sich
im Unterhaus sogar für einen Abstrich vom Gehalt
des Kriegsministers eine Mehrheit fand, trat R.
24. Juni 1895 mit dem ganzen Kabinett zurück; im
Okt. 1896 legte er auch die Leitung der Partei nie-
der, verstimmt durch die mangelnde Unterstützung
von feiten der Radikalen und durch das Eingreifen
Gladstones in betreff der armenischen Frage.
Rosen, Georg von, Graf, fchwed. Historien- und
Bildnismaler, geb. 13. Febr. 1843, studierte 1855
-61 an der Kunstakademie zu Stockholm und ging
1863 nach Antwerpen, wo er zu dem Historienmaler
Leys in Beziehung trat. Der Einfluß von Leys zeigt
sich in R.s großem Historienbilde Erik XIV. (1871;
Nationalmuseum in Stockholm) und in seiner in die
Zeit des Mittelalters verlegten Rückkehr des ver-
lorenen Sohnes (1885; ebendaselbst). R. bildete sich
durch weite Reisen, unter anderm nach dem Orient,
und durch das Studium der alten Meister weiter
aus, studierte auch unter Karl Werner (die Aquarell-
technik) und unter Piloty in München. Er ist Pro-
fessor und Direktor (1881-87 und 1893-96) der
schwed. Kunstakademie. Berühmt sind seine Bild-
nisse (A. E. Nordenskiöld1886, Nationalmuseum;
Selbstporträt 1877 in den Uffizien zu Florenz).
Rosenthal, Moriz, Pianist, geb. 18. Dez. 1862
in Lemberg, machte seine pianistischen Studien unter
Karl Mikuli in Lemberg, Raffael Ioseffy in Wien
und Franz Liszt in Weimar und Rom. 13 I. alt
konzertierte er in Wien, Warschau und Bukarest, zwei
Jahre später in Paris und Petersburg. Dann zog
er sich zurück, trieb humanistische Studien an der
Universität Wien und arbeitete an seiner musikalischen
Ausbildung. 1882 trat er zuerst wieder in Wien vor
die Öffentlichkeit und machte seitdem mit gesteigertem
Erfolge Konzertreisen durch Amerika (1888 und 1896
-97)und ganz Europa. N. ist einer der hervorragend-
sten Virtuosen und hat nach der technischen Seite
kaum einen Nebenbuhler. j^in Stuttgart.
* Rosenthal-Bonin, Hugo, starb 7. April 1897
Rösrath, Dorf im Kreis Mülheim a. Rhein des
preuß. Reg.-Bez. Köln, an der Nebenlinie Deutz-
Immekeppel der Preuß. Staatsbahnen, hat (1895)
4124 E., Postagentur, Fernfprechverbindung, Bür-
germeisterei, kath. Kirche; Bleierz- und Zinkblende-
gruben. In der Nähe das Eisenwerk Hoffnungsthal.
^Rosfi, Ernesto, starb 4. Juni 18l)6 zu Pescara.
Rotationsphotographie, s. Photographie.
*Roth, Rudolf von, starb 24. Juni 1895 in
Tübingen.
Rothenditmold, Dorf im preuß. Reg.-Bez. und
Landkreis Cassel, hat (1895) 4003 E., Postagentur,
Telegraph; Textilindustrie, Maschinen- und Eisen-
bahnwaggonfabrik. 2 km westlich, am Habichtswald,
liegt der Vergnügungsort Kirchditmold, mit Ober-
sörsterei, Braunkohlengruben und 2003 E.
^ Rottenburg, Franz Johannes von, schied im
Febr. 1896 aus dem Reichsdienst und wurde zum
Kurator der Universität Bonn ernannt.