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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Sigmaringen - Slatin
sellschaft für Erdkunde in Berlin) und habilitierte
sich 1887 zu Würzburg. 1890 nach Gießen berufen,
wurde er 1891 zum außerord. Professor ernannt.
1892 - 93 bereiste er von neuem Venezuela. Er
schrieb: "über die Abhängigkeit der Konfessionsver-
teilung in Südwestdeutschland von den frühern
Territorialgrenzen" (Gott. 1883), "Reise in der
Sierra Nevada de Santa Marta" (Lpz. 1887), "Die
Cordillere von Merida" (in Pencks "Geogr. Ab
Handlungen", Wien 1888), "Venezuela" (Hamb.
1888), "^ur Kenntnis des Taunus" (Stuttg. 1891 >
und als Teile der von ihm in Verbindung mit Facw
genossen herausgegebenen "Allgenleinen Länder-
kunde": "Afrika"' (Lpz. 1891), "Asien" (ebd. 1892),
"Südamerika" (1893), "Australien und Polynesien"
iebd. 1895). Als Ergebnisse seiner zweiten Reise in
Venezuela erschienen: "Zweite Reise in Venezuela"
(Hamb. 1896, als Bd. 12 der "Ätitteilnngcn der
Geographischen Gesellschaft zu Kamburg") und Kar-
ten zur pbysik. Geographie von Venezuela in "Peter-
manns ^iitteilnngen" (Gotha 1896).
* Sigmaringen, Stadt, bat i1895) 4321 E.
Einwohnerzahl des Regierungsbezirks und
seiner Kreise:
Kreise
Ortsanwesendo Bevölkerung
Zunahme s-j-) Abnahme (-) von 1890-95 in Pruz.
1895
1890

Sissmarillgen ... Gannm'rtingl'ii . . . hechinqen , , . ^"aigerloch .....
21574 12 919 19 661 11598
21534 ! -j-0,19 13 021 ! -0,75
19 825 ! -0,83 11795 -0,94

Ross. V^z.Sigmaringeu j 65 752 j 66 085 j -0,51
Sigmatismus (nach dem griech. Buchstaben
Sigma), s. Stammeln.
^Silber. Nber Produktion und Preis des S.
s. Währung.
Siliciumcarbid, s. Carbide
Sillein, ungar. A^oin^, Groß-Gemeinde und
Hauptort eines Stuhlbezirks (36438 E.) im ungar.
Komitat Trencsin, links an der Waag und ander
Linie Galantha-S. (169 ^in) der Ungar. Staats-
bahnen und an der Kaschau-Oderbcrger Bahn, hat
"4890)4117 slowak., deutsche und magyar. E., eine
große konigl. Salzniederlage, mebrere Fabriken nno
Eisenbahnwerkstätten.
Silverton (spr. ßilwert'n), Vänenstadt im süd-
westl. Neusüdwales, nahe bei Broten Hill (s. d.), durch
Bahn mit diesem und Adelaide verbunden, hat (1894)
etwa 1400 E. und bedeutende Silberminen. Im
Nordosten bei Euriowie befindet sich ein Zinnlager.
* Simon, Jules, starb 8. Juni 1896 in Paris
und wurde auf Staatskosten beerdigt. Er schrieb
noch "tzuati-6 Portraits: I^n^rtin". 1^6 c<iräinul
i^viALrie. k. I56IMN. I.'emp^reur ^nillanml) II."
(Par. 1896).
^Simplonbahn. Nnterin 25. Nov. 1i^95 ist in
Bern der Staatsvertrag Mischen der Schweiz und
Italien über den Simplondurchstich untcrzeicknct
worden. Die von Italien (durch Provinzen, Städte
und Korporationen) aufzubringende Subvention ist
auf 5) Mill. Lire festgesetzt, auch ist 22. Febr. 1896
der Iura-Simplon-Bahn bereits die Bauausführung
der ital. Strecke Grenze-Iselle gestattet worden.
Außer der durch Bundesgesetz vom 22. Aug. 1878
zugesicherten Beihilfe des Bundes von 4^ Ml'll.Frs.
ist ein weiterer Zuschuß der beteiligten schweiz.
Kantone, Gemeinden und Gesellschaften von 10^
Mill. Frs. gesichert, so daß also die Subventionen
^ 20 Mill. Frs. betragen werden. Am 21. Dez. 1896
! haben der schweiz. Nationalrat und der ital. Senat
den ital.-schweiz. Staatsvertrag einstimmig ange-
nommen.
Eimulo, die Früchte von O^x^ri^ coriaes".
^"tt/le/^/i, einer am Kap der Guten Hoffnung, in
Chile und Peru vorkommenden Capparidacee. Die
Früchte haben das Aussehen unreifer Pflaumen,
sind 2-3 cui lang, 1,2-2 cm dick, oben zugespitzt.
Die Farbe ist rötlichbraun, die Oberfläche der Frucht
scbale fein runzlig. Die zuerst süßlich, dann bren-
nend und bitter schmeckenden Samen liegen in einem
klebrigen, geschmacklosen Fruchtmns. S. wird gegen
Epilepsie, .vystene und Nervosität gebraucht.
! Sindina, Otto, norweg. Maler, geb. 16. Dez.
1842 zu Throndhjem, vollendete als'Jurist seine
Universitätsstudien, widmete sich aber dann der
Malerei unter Eckersberg in Kristiania, unter ß.
Gude in Karlsruhe und besuchte seit 1875 einige
.^eit die Akademie zu München. Er ist jetzt bei
Kristiania ansässig. S. hat sich auf verschiedenen
Gebieten der Malerei versucht, doch war sein Haupt-
gebiet die landschaftliche Darstellung der vaterländi-
schen Natur, besonders des hohen Nordens. Frische,
Lichtfülle, kräftige Auffassung und Originalität zeich-
nen feine Werte aus. - Sein Bruder Stephan
AbelS., geb. 4. Aug. 1846 zu Röraas, hat sich
als Bildhauer einen Namen gemacht, insbesondere
> durch die Marmorgruppe i Barbarenweib ihren ge-
fallenen Sohn aus der Schlacht tragend (Skulp-
turenmufeum in Kristiania und Glyptothek zu Ko
penhagen). Neuerdings schuf er die Gruppe: Zwei
Menschen, und begann für das Nationaltheater in
Kristiania die Bronzestatuen Ibsens und Björnsons.
Sitzgesellen, s. Hausindustrie.
Sizzo, Prinz von Schwarzburg, s. Leutenberg.
Skiff (engl.), kleines, schmal- und leichtgebautes,
für Regatten geeignetes Nuderboot. Außerdem ver-
steht man unter S. auch Segelfahrzeuge, die wie eine
Slup (s. d., Bd. 14) getakelt sind, aber kein Bug-
spriet haben.
Slatin, Nudols Karl, ägypt. Generalstabsoberst,
geb. 7. Inni 1857 in Wien, ging nach Absolvierung
der Wiener Handelsakademie und privater Studien
an der Wiener Sternwarte nach Ägypten und lernte
in Kairo Schweinsurth, Nohlfs, Nachtigal und Th.
von Heuglin kennen. Auf Anregung des letztge-
nannten bereiste er 1874 Kordofan bis zu den Nuba
bergen. 1876 nach Osterreich zurückgekehrt, machte er
als Reserveoffizier den bosn. Feldzug mit, folgte aber
im Dez. 1878 einem Rufe Gordon Paschas, dessen
Bekanntschaft er während eines frühern Aufenthaltes
in Chartum gemacht hatte, nach Ägypten. Zuerst als
Finanzinspettor verwendet, rückte er zum Mudir von
Dara (südwestl. Darfur) und schließlich zum Gouver-
neur und Militärkommandanten der ägypt. Provinz
Darfur auf. Als solcher hielt er die nomadisierenden
Araber im Zaume und führte Ruhe und Sicherheit in
seinerProvinzein,mußtesichabernachvielenKämpfen
mit den Arabern des Südens und Ostens im Dez.
1883 mit seiner Provinz dem Mahdi Mohammed
Achmed ergeben. Voll diesem in Eisen gelegt, voll
dessen Nachfolger Ehalifa Abdullahi als Leibwächter
unter strengster Aufsicht gehalten, lernte er das
Mabdistenreich, insbesondere die militär. Kräfte,
genau kennen. Nach wiederholten fruchtlosen Vor-
buchen gelang S. im Febr. 1895 die Flucht, auf
welcher er 16. März 1895 in Assuan eintraf. In
^ Kairo Zum Oberst im Gmeralstah mit dem Pascha-