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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Sturdza - Südafrikanische Republik
Ästhetik und Ethnologie der Musik (in der "Viertel
jahrschrift für Musikwissenschaft", 1885-92), zur
Psychologie (in der "Zeitschrift für Psychologie und
Physiologie der Sinnesorgane", 1890 fg.), zur
Erkenntnistheorie und Wahrscheinlichkeitslehre (in
den "Sitzungsberichten" der Münchener Akademie,
1891 u. 1892), zur Physik. Akustik (in Wiedemanns
"Annalen", 1896), zur altgriech. Musiktheorie (in den
"Abhandlungen" der Münchener und der Berliner
Akademie, 1896).
^Sturdza, moldauische Vojarenfamilie. De-
meter S. wurde 16. Okt. 1895 nach dem Rücktritt
Catargius mit der Bildung eines liberalen Ministe-
riums beauftragt, in dem er neben dem Präsi-
dium das Auswärtige übernahm. Infolge eines
kirchenpolit. Zwistes (s. Rumänien) trat er 2. Dez.
1896 mit seinem ganzen Kabinett zurück, wurde im
März 1897 zum Präsidenten des Senats gewählt
und übernahm im April desselben Jahres als Mi-
nisterpräsident und Minister des Auswärtigen wie-
der die Führung der Geschäfte.
-i-Sturm, Julius, starb 2. Mai 1896 in Leipzig.
Von ihm erschien noch: "In Freud und Leid. Letzte
Lieder" (Lpz. 1896).
^Stuttgart ist Sitz eines Vezirkskommandos
und des Kommandos des Landjägerkorps und hat
(1895) 158321 (76232 männl., 82089 weibl.) E.,
darunter 132868 Evangelische, 21809 Katholiken,
926 andere Christen und 2718 Israeliten, 33277
.Haushaltungen und 69 Anstalten, d. i. eine Zunahme
seit 1890 um 18504 Personen oder 13,23 Proz. Die
Zahl der Geburten betrug 1895: 4438, der Ehe-
schließungen 1264, der Sterbefälle (einschließlich Tot-
geburten) 3196. In Garnison liegen das Grenadicr-
regiment Königin Olga Nr. 119,1. und 2. Bataillon
des Infanterieregiments Kaiser Friedrich, König von
Preußen, Nr. 125, und das Dragonerregiment König
Nr. 26. Das Denkmal König Karls und der Königin
Olga im botan. Garten wurde 25. Juni 1895 ent-
hüllt, ebenso 1895 ein Denkmal Iustinus Kcrners.
Der Königin-Olga-Vau am Schloßplatz, von der ver-
storbenen Königin Olga im Palaststil des 18. Jahrh,
erbaut und der Herzogin Wcra gehörig, wurde 1. Okt.
1895 eröffnet und enthält Verkaufs- und Wirtschafts-
räume sowie Wohnungen. Das Landesgewerbe-
museum, von Neckelmann 1890-96 erbaut, wurde
6. Iuni1896 eingeweiht. 1896 wurde ein die Schwab-
straße mit der Adlerstraße in der Karlsvorstadt (Heß-
lach) verbindender, 124 in langer Tunnel für Fuß-
gänger und Wagen eröffnet, über den Besuch der
Technischen Hochschule s. d. Eine elektrische Straßen-
bahn ist seit 1. Okt. 1895 im Betriebe. Im Sommer
1896 fand in S. eine Ausstellung für Elektrotechnik
und Kunstgewerbe, in dem nahen Cannstatt die deut-
sche landwirtschaftliche Wanderausstellung statt.
Stutzbeutler, s. Veutelspringmäuse.
Stypticrn, salzsaures Cotarnin, ein Oxyda-
tionsprodukt des Narkotins, farblose, in Wasser lös-
liche Krystalle. Es wirkt gefäßverengend und wird
deshalb medizinisch gegen Blutungen angewendet.
Submissionswefen, s. Handwerkerfrage.
Sucher, Joseph, Musikdirigent und Komponist,
geb. 23. Nov. 1844 zu Döbör bei St. Gotthard in
Ungarn, studierte in Wien Jura und zugleich Musik
(unter Sechter), welcher er sich schließlich ganz wid-
mete. In Wien wirkte er als akademischer Musik-
direktor und als Korrepetitor an der Hofoper, ging
dann als Kapellmeister an die Leipziger Oper
(1876), von hier (1878) nach Hamburg und 1888
nach Berlin an die Hofoper. S. ist ein vorzüg-
licher Wagnerdirigent und auch als Komponist her-
vorragend begabt. Seine Gattin ist die als "Isolde",
"Sieglinde", "Vrünhilde" und in andern Wagner-
partien ausgezeichnete dramat. Sängerin Rosa
Sucher-Hasselbeck (geb. 23. Febr. 1849 zu Vel-
burg in der Oberpfalz).
* Südafrikanische Republik. Mineralien.
In 51 Diamantenclaims bei Christiania (Distrikt
Vloemhof) wurden 1895: 898 Diamanten mit zu-
fammen 2469 Karat im Werte von etwa 50000 M.
gewonnen. Steinkohlenlager befinden sich im Distrikt
Middelburg im Thale des Olifant und bei Bocksburg,
östlich von Johannesburg. 1895 beschäftigten die
38 Kohlenminen 286 Weiße und 3702 Farbige, die
1170641 t Kohle lieferten. Der Bergwerksbetrieb
auf Silber, Kupfer und Blei ist wieder aufgegeben
worden. Dagegen ist die Zinnerzgewinnung im
Swasiland auf 250 t gestiegen. Die Vorbereitungen
zur Gewinnung von Zink und Antimon bei Steyns-
dorp sowie von Kupfer bei Leydsdorp sind im Gange.
Das wichtigste und reichste Mineral ist aber Gold.
Die Goldausbeute von ganz Transvaal betrug 1895:
2,5 Mill. Unzen oder 171 Mill. M. und ist m fort-
währendem Steigen begriffen; man hat berechnet,
daß allein das Main Reef, das reichste Goldfeld am
Witwatersrand, noch 40 Jahre lang ertragsfähig
sein wird und wahrscheinlich noch einen Schatz von
99 Mill. Unzen oder 7154 Mill. M. in sich birgt. Die
einzelnen Goldfelder (1895)sind (in geogr.Ordnung):
1) im Distrikt Zoutpansberg: Soutsdorp, Haenerts-
burg, Klein-Letaba, Leydsdorp und Agatha mit
0,4Proz. (8726 Unzen im Werte von 32139 Pfd. St.)
der ganzen Ausbeute des Landes; 2) im Distrikt
Lydenburg: Lydenburg mit 2,04 Proz. (63506 Unzen
im Werte von 174712 Pfd. St.); De Kaap (bei
Varberton) und Komati (bei Steynsdorp) mit 2,56
Proz. (63 046 Unzen im Werte von 219138 Pfd. St.);
3) im Distrikt Heidelberg: Witwatersrand mit 89,??
Proz. (2 223066 Unzen im Werte von 7 693 371
Pfd. St.) und Heidelberg mit 1,63 Proz. (43649
Unzen im Werte von 139 413 Pfd. St.); 4) im
Distrikt Potchefstrom: Schoonfpruit (Klerksdorp,
Potchefstrom und Venterstroon) mit 3,56 Proz.
(90841 Unzen im Werte von 304886 Pfd. St.);
5) im Distrikt Marico Malmani mit 829 Unzen im
Werte von 3008 Pfd. St. In den Bezirken Carolina,
Pretoria, Vryheid und im Swasiland wurden nur
kleine Mengen von Gold gewonnen. Witwatersrand
überragte demnach weitaus alle übrigen Goldfelder.
(S. auch Goldaktie.)
Bevölkerung und Verfassung. Der Grundbesitz
ist gegenwärtig (1896) in 11000 Farmen in einem
Gesamtwerte von 194 Mill. M. verteilt; von diesen
gehören der Negierung und den Buren (Boers) 9800
(72 Mill. M.) und den Uitlanders und ausländischen
Aktiengesellschaften 1300 Farmen (122 Mill. M.).
Man zählte 1890: 119128 Weiße; jetzt schätzt man
ihre Zahl auf 180000, von denen kaum der zehnte
Teil wahlberechtigt ist. Die Zahl der Schwarzen
beträgt nach einer Schätzung für 1895: 609879, die
Gesamtbevölkerung also etwa 790000, d. i. 2,5 auf
1 ykm. Da die Uitlanders die einzigen Industriellen
sind und die meisten Waren aus dem Ausland be-
ziehen, bezahlen sie vier Fünftel aller Steuern in
Form von Licenzen und Zöllen. Alle männlichen
Buren besitzen vom 16. Lebensjabre das volle Bür-
gerrecht. Die Uitlanders dagegen können erst nach
zwei Jahren, unter Aufgeben ihrer frühern Staats-