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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Trachenberg-Militscher Kreisbahn; Tramp-steamer; Trans-Niemen-Ringbahn; Transvaal-Eisenbahnen (Bd. 17); Trauttmannsdorff

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Trachenberg-Militscher Kreisbahn – Trauttmannsdorff

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Touristik'

der Fichtelgebirgsverein (Wunsiedel, 465 Mitglieder in 10 Sektionen), der Glatzer Gebirgsverein (Glatz, 2642 Mitglieder in 20 Sektionen). Außerdem sind der Riesengebirgsverein, der Württembergische Schwarzwaldverein, der Pfälzische Verschönerungsverein zu nennen. Die meisten dieser Vereine haben sich aus einfachen Wandervereinen und lokalen Fremdenverkehrsvereinigungen entwickelt, sind aber im Laufe der Jahre zu recht bedeutenden Faktoren für das wirtschaftliche Wohlergehen ihres Gebietes geworden. Denn neben der idealen Seite, die Freude an der heimischen Landschaft zu wecken und zu pflegen, verausgaben die Vereine alljährlich recht bedeutende Summen, um den Fremdenzuzug herbeizulocken. Diesem Zwecke dienen die zahlreichen und ausgezeichneten Wegemarkierungen, die Anlage von Wegen zu hervorragenden Aussichtspunkten und landschaftlichen Sehenswürdigkeiten, die Aufstellung von Ruhebänken, die Errichtung von Schutzgittern, Treppen u.s.w., der Bau von Aussichtstürmen, -Gerüsten, Unterkunftshütten, Wetterhäuschen, Schutzpavillons. Nebenher gehen oft direkte Arbeiten, welche den wirtschaftlichen Zustand der Gebirgsbewohner zu heben beabsichtigen. Die Fischzucht wird durch Beihilfen unterstützt, Flechtschulen sind angelegt, Wohlthätigkeitsabteilungen sind in mehrern Vereinen eingerichtet. Durch Vorträge wird auf die Belehrung der Vereinsmitglieder und die Bevölkerung eingewirkt: die geogr. und ethnolog. Wissenschaft, die Sagenkunde und die Folkloristik erhält in liebevoller Detailarbeit manch schätzbare Bereicherung. Insbesondere haben die Touristenvereine die Herausgeberschaft der Führerlitteratur in ihren Gebieten fast ganz an sich genommen; es erscheint wohl kein nennenswertes Buch dieser Gattung, das nicht unter der Mitarbeiterschaft oder im Auftrage des betreffenden Touristenvereins bearbeitet wäre; für die erwähnten Wegemarkierungsnetze liegen ausgezeichnete Arbeiten vor. In jüngster Zeit sind die Vereine bemüht, auch das Sommerfrischenwesen, die Hebung der zum Kuraufenthalt oder zu dauerndem Wohnsitz geeigneten Plätze zu organisieren, die Propaganda für diese Orte zu betreiben und durch Reklame mittels der Zeitungen und farbiger Plakate die Aufmerksamkeit der Fremden auf ihr Arbeitsgebiet zu lenken. Der Verband sucht namentlich durch sein offizielles Organ, den in Berlin erscheinenden, von Max Schneider herausgegebenen «Tourist» diese Bestrebungen zu leiten und auf die nationale Bedeutung derselben hinzuweisen, wobei die Idee in den Vordergrund tritt, Deutschland als Fremdenverkehrsland gegenüber der Schweiz, Italien, Österreich und neuerdings auch Skandinavien und selbst Nordamerika nach Gebühr gewürdigt zu sehen. Außerdem sucht der Verband mit den Gastwirtsvereinigungen Beziehungen zu pflegen, einesteils, um auf die Gastwirte belehrend einzuwirken, andererseits, um Sondervorteile für seine Mitglieder zu erzielen; er agitiert zu Gunsten billigerer Eisenbahnverbindung und scheint berufen, den Bestrebungen auf Erhaltung der Volkstrachten, den Schutz der landschaftlichen Natur vor Zerstörung aus gewinnsüchtiger Absicht (Anlage von industriellen Werken in naturschönen Gegenden), die Ausbreitung der Schülerferienreisen u.s.w. Vorschub zu leisten. Von außerdeutschcn Vereinen, die zum Teil den gleichen Zwecken dienen, seien erwähnt der Verein für das Jeschken- und Isergebirge, der Siebenbürgische Karpatenverein, der Ungarische Karpatenverein, der ↔ Magyarische Touristenklub, der Dänische, der Schwedische, der Norwegische Touristenverein. Die engl. Reiseklubs pflegen das Reisen im Auslande auf einer Art genossenschaftlicher Grundlage. Die ital. Touristenvereine sind im wesentlichen Alpenvereine, die französischen Radfahrervereine. Fast alle deutschen Vereine geben Jahresberichte mit genauen statist. Nachweisen heraus, die genannten außerdeutschen lassen Jahrbücher erscheinen, von denen namentlich die Publikationen der norweg. und der schwed. Touristenvereine ehrende Erwähnung verdienen. Neben dem offiziellen Verbandsorgan «Der Tourist» (Berlin, seit 1883) lassen einige Vereine Blätter, zum Teil regelmäßig, zum Teil in loser Folge erscheinen («Der Harz», «Blätter des Schwäbischen Albvereins», der «Sauerländische Gebirgsbote», «Glückauf», «Über Berg und Thal», «Mitteilungen des Touristenklubs für die Mark Brandenburg», «Mitteilungen des Vogesenklubs»).

Trachenberg-Militscher Kreisbahn, 70 km lange Kleinbahn von Trachenberg über Militsch nach Sulmierzyce mit Zweigbahn von Przyttkowitz nach Prausnitz; 8. Dez. 1894 und 1. Okt. 1895 eröffnet.

Tramp-steamer (engl., spr. trämmp stihmĕr; frz. navire vagabond), ein Dampfer, der von einem Hafen zum andern fährt, um Frachten aufzusuchen.

Trans-Niemen-Ringbahn, 1890 im Bau befindliche eingleisige russ. Staatsbahn (192,72 Werst), führt von Patárancy an der Zweigbahn Orany-Olita über Olita, Suwalki und Augustowo nach Grodno an der Warschau-Petersburger Bahn. Die Kosten sind auf 8740320 Rubel festgesetzt.

*Transvaal-Eisenbahnen. Betriebsergebnisse für die J. 1894 und 1895:

Betriebsergebnisse18941895
Durchschnittl. Betriebslängekm445754
Personenverkehr:
Reisende I. KlasseAnzahl137 462296 614
Reisende II. KlasseAnzahl327 002371 979
FarbigeAnzahl232 991399 732
RegierungsreisendeAnzahl9012 273
Güterverkehr:
Gepäckengl. Pfund1 562 8853 056 258
Paketeengl. Pfund2 915 3334 691 351
Stückgutengl. Pfund6 228 82522 204 004
Gewöhnliche Güterengl. Pfund403 003 361542 468 639
Massengüterengl. Pfund1 145 144 5131 677 778 727
Einnahmen:Pfd. St.Pfd. St.
Personen und Gepäck152 415329 563
Güter und Vieh523 9661 031 626
Telegramme2 2643 814
Einfuhrzölle56 537137 337
Verschiedene Quellen62 20047 732
Zusammen797 3821 550 072
Ausgaben:388 240668 298
Betriebsüberschuß409 142881 774

Zu dem Überschuß des J. 1895 kommen noch der Reingewinn des Kohlenbergwerks mit 14986 und Zinsen mit 51014, so daß die verfügbare Summe 947774 Pfd. St. betrug. Von dem nach Zahlung der Zinsen auf die Anteilscheine u.s.w. noch verfügbaren Betrage von 379209 Pfd. St. erhielt die Südafrikanische Republik 85, die Verwaltung und die Beamten der Gesellschaft 5 und die Gesellschaft 10 Proz. Es konnten im ganzen auf 4,5- und 6prozentige Anteilscheine 7,5 und 9 Proz. Dividende gezahlt werden.

*Trauttmannsdorff, Ferd., Graf zu, starb 12. Dez. 1896 auf Schloß Friedau bei St. Polten.