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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Westdeutsche Eisenbahngesellschaft - Westfalen
13 676 hkm) und Kimberley (1882: 75 623 <ikiu),
zusammen also 476 063 ykiu. Das Gold kommt in
Gängen, Flözen und alluvialen Lagern vor; letztere
wurden zuerst entdeckt und sind jetzt, meist mit Hilfe
der Methode des Trockenblascns, in Bezug auf das
gröbere Gold nahezu ausgebeutet. Der Abbau in
den primären Lagerstätten (Gängen und Flözen)
wird bis jetzt nur in wenigen Bergwerken betrieben,
in den meisten müssen erst die Aufschluß' und Vorrich-
tungsarbeiten gemacht werden. Nach den Aufstel-
lungen der Zollbehörden betrug die Goldausfuhr
bis Ende 1895 im ganzen 686 358 Unzen im Werte
von 52123 310 M. Von den 231512 Unzen
(17594960 M.) des 1.1895 waren beteiligt: Cool-
gardie mit 125105, Murchison mit 65 477, M-
garn mit 19 747, Pilbarra mit 19 522, Kimber-
ley mit 876, Ashburton mit 540 und Dundas mit
241 Unzen. Doch ist die Produktion größer, da
viele Bergleute Goldbeträge ohne Anzeige aus-
führen. Die Spekulation in westaustral. Goldaktien
(s. d.) ist sehr unsicher: die Aktien werden meist sofort
nach Entdeckung des Bergwerks ausgeboten, und
wenn dann, wie es sehr häufig vorkommt, die an der
Oberfläche reichen Goldnester verschwinden, sobald
man in die Tiefe kommt, ist der Zusammenbruch
unvermeidlich. Zur Verbindung der Goldfelder mit
der Küste ist von der Station Northam der Linie
Perth-Albany eine Zweigbahn bis Kalgoorlie im
Betrieb. 1896 wurde damit begonnen, auf dieser
Bahn von der Westküste aus täglich 5 Mill. Gal-
lonen Wasser nach Coolgardie und den anliegenden
Minen zu schaffen und für geringen Preis zu ver-
kaufen. Gegenüber der Goldausfuhr verschwinden
die andern Ausfuhrgegenstände (1894), ausge-
nommen die Wolle (4644020 M.), so Bauholz
(1496080 M.), Perlmutter (756100 M.), Perlen
(500000 M.), Sandelholz (468600 M.), Häute
(295500 M.) u. a. Im ganzen betrug die Ausfubr
1894: 25028120 M., die Einfuhr 42 288 280 M.
Die Flotte von W. zählte 1894: 9 Dampfer mit
737 und 143 Segler mit 4639 t. Es liefen in den
Häfen von W. aus 372 Schiffe mit 675 775 t, ein
349 Schiffe mit 653 303 t. Die 73 Telegraphen-
stationen mit 7084 kni Linien beförderten 446 780
Depeschen, die Postanstalten 11368 906 Briefe und
Postkarten, 195 791 eingeschriebene Briefe, 9 375589
Zeitungen und 3143 008 Pakete. Die fünf Banken
notierten 1895: 214514760 M. eingezahltes Ka-
pital, für 3842 700 M. Noten in Umlauf, 45 456 520
M.Depositenund66029480M.Reservekapital. Die
Staatseinnahmen betrugen 1894: 17 273 600 M.
(davon 8301660 M. von Zöllen), die Ausgaben
15111280 M., die öffentliche Schuld 68346780 M.,
wofür jährlich 2 979 280 M. Zinsen bezahlt werden
müssen. - Vgl. Calvert, Nestern ^u8ti'ÄliH: its
ln8wr^ and PI-0FI-688 (Lond. 1894); Schmeißer,
Die gegenwärtige Lage des Goldbergbaus in W.
(Beilage zur "Vossischen Zeitung", Jan. 1896).
Westdeutsche Eisenbahngefellschaft in
Köln, 25. Okt. 1895 mit einem Kapital von 5 Mill. M.
errichtet zur Übernahme von Bau, Betrieb und
Finanzierung von Eisenbahnen im Rheinland und
in Westfalen.
Westenfeld, Landgemeinde im Kreis Gelsen-
kirchen des preuß. Reg.-Bez. Arnsberg, hat (1895)
3053 E. und Steinkohlenbergbau (Grube Fröhliche
Morgensonne mit 1350 Angestellten und einer jähr-
lichen Leistung von 430 000 t). Der Bahnhof Wat-
tenscheid liegt in der Gemeinde W.
Westerbauer, Gemeinde im Landkreis Hagen
des preuß. Reg.-Vez. Arnsberg, hat (1895) 3237 E.;
Eisengießerei, Eisen- und Stahlwarenfabrikation.
Westerkappeln, Flecken im Kreis Tecklenburg
des preuh. Neg.-Vez. Münster, hat (1895) 4306 E.;
Post, Telegraph, evang. Kirche, drei Rittergüter
(Haus Cappeln, Langenbrück, Velpe); Schweine-
zucht. Nahebei der sog. Gabellin, ein bewaldeter
Höhenzug, mit den Slopsteinen.
Westerstede. 1) Amt im Herzogtum Oldenburg,
hat 451,71 ykiii und (1895) 18 787 (9490 männl.,
9297 weibl.) E., darunter 283 Katholiken und 25 Is-
raeliten, 4 Gemeinden und 39 Bauerschaften. -
2) Baucrschaft und Hauptort des Amtes W., an
der Nebenlinie Ocholt-W. (7 km) der Oldenb. Eisen-
bahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Olden-
burg), hat (1895) 1469, als Gemeinde 6184 E., dar-
unter 17 Katholiken und 16 Israeliten, Post, Tele-
araph, evang. Kirche; Viehzucht.
^ "'Westfalen, Provinz, hat (1895) 2 701420
(1380 589 männl., 1320831 weibl.) E., darunter
1378 676 Katholiken, 1295 087 Evangelische, 8159
andere Christen, 19 359 Israeliten und 139 Ve-
kenner anderer Religionen. Die Zunahme seit 1890
beträgt 272 759 Personen oder 11,23 Proz.; 14946
Personen waren Reichsausländer. Nach dem vor-
läufigen Ergebnis der Volkszählung gab es 298762
bewohnte Wohnhäuser, 863 andere bewohnte Ge-
bäude, 505 625 Haushaltungen und 1024 Anstalten,
und es entfielen auf die 105 Städte 966874 (488 790
männl., 478 084 weibl.) E., 84002 bewohnte Wohn-
häuser, 190139 Haushaltungen und 658 Anstalten,
auf die 1498 Landgemeinden 1731471 (889 807
männl., 841664 weibl.) E., 214514 bewobnte
Wohnhäuser, 315184 Haushaltungen und 365 An-
stalten, und auf die 20 Gutsbezirke 1905 (980 männl.,
925 weibl.) E., 246 Wohnhäuser, 302 Haushaltungen
und 1 Anstalt.
Land- und Forstwirtschaft. Von der Gesamt-
fläche entfielen 1893 auf Ackerland 832 810, Gar-
tenland 22 834, Miefen 158067, reiche Weiden
57 904, geringe Weiden und Hutungm 154296,
Forsten und Holzungen 564589, Haus-und Hof-
räume 27 850, Öd- und Unlano 134 337, Wege-
land, Gewässer u. s. w. 68 050 Ka. Die Anbaufläche
betrug 1895 von Roggen 226 624, Weizen 78 816,
Gerste 24737, Hafer 166609, Kartoffeln 86051 ka,
die Erntemenge 300417 t Roggen, 107 986 t Weizen,
28939 t Gerste, 214 407 t Hafer, 5304 t Erbsen,
16532 t Ackerbohnen, 7881 t Wicken, 8200 t Wick-
srucht, 880160 t Kartoffeln, 296 601t Runkel-,
91141 t Zucker-, 151776 t Weihe und 126079 t
Kohlrüben, 28 798 t Mohren, 218 214 t Kleeheu,
9626 t Luzerne, 11176 t Esparsette, 3404 t Serra-
della, 1669 t Mais, 37686 t Grassaat aller Art
und 536017 t Wiesenheu. Der Viehbestand betrug
1. Dez. 1892: 133171 Pferde, 603 305 (1893:
586 581) Stück Rindvieh, 316 237 Schafe, 638308
(1893: 621546) Schweine, 206 817 Ziegen und
73086 Bienenstöcke. Gesamtwert (ausschließlich
Bienenstöcke) 257,6 Mill. M.
Industrie, Handel und Gewerbe. 1894/95 er-
zeugten 628 Brennereien aus 38 527 t Getreide
und andern mehligen Stoffen, 1342 kl Vecren-
früchten und 716 Kl Traubenwein u.s.w. 95 461 Kl
Alkohol; 732 Brauereien verwendeten 54527 t
Malz und 514 t Malzsurrogate zur Gewinnung
von 2 594 708 Kl Bier (fast ausschließlich unter-
gäriges); 5 Zuckerfabriken verarbeiteten 168 294 t