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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Wiener; Wiener-Neustadt; Wiesbaden; Wiesdorf; Wiesentheid; Wilckens; Wilda; Wildbachverbauung; Wildenbruch

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Wiener - Wildenbruch

während der Bau der übrigen Linien noch nicht begonnen ist, da insbesondere die Wienthallinie, welche am Ufer der regulierten Wien laufen wird, von dem Fortschritte der gleichzeitig von der Gemeinde fertig zu stellenden Wienflußregulierung, die im Zuge ist, abhängt. Ebenso war der Bau der Donaukanallinie der Stadtbahn von der Ausführung des großen Sammelkanals abhängig, der am rechten Ufer des Donaukanals entlang führt. Die Anlage der Hauptsammelkanäle an beiden Ufern ist fast vollendet.

Fremdenverkehr. 1895 kamen in den Hotels 354837 Fremde an, davon aus Österreich 186833, Ungarn 72155, Bosnien und der Herzegowina 1209, Deutschland 34103, Frankreich 5304, England 4029, Italien 4111, Rumänien 10979, Rußland 17479, Amerika 5731. Der stärkste Monat war der August (43008 Fremde), der schwächste der Januar (18976).

Geschichte. Über die Wiener Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen s. Lueger und Österreichisch-Ungarische Monarchie (Geschichte). Im J. 1898 soll eine Gewerbeausstellung stattfinden.

Litteratur. Schauenstein, Die Versorgungsanstalten der Stadt W. (Wien 1895); Statist. Daten über die Stadt W. für 1893 (ebd. 1895); Mitteilungen des Statistischen Departements des Wiener Magistrats: "Monatsberichte"; Verwaltungsbericht des zur einstweiligen Besorgung der Geschäfte bestellten Bezirkshauptmanns Dr. von Friebeis (ebd. 1895-96); Statist. Jahrbuch der Stadt W. für 1894 (ebd. 1896).



Wiener *, Heinr., trat 1. Okt. 1896 in den Ruhestand und starb 7. Nov. 1897 in Berlin.



Wiener-Neustadt * (Umgebung), Bezirkshauptmannschaft in Niederösterreich, besteht seit der 1. Jan. 1897 erfolgten Abtrennung des Gerichtsbezirks Ebreichsdorf zur neuen Bezirkshauptmannschaft Mödling und Zuweisung der Gerichtsbezirke Aspang und Kirchschlag (früher bei der Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen) aus den Gerichtsbezirken Aspang, Gutenstein, Kirchschlag und W. und hat 1394,9 qkm sowie (1890) 62054 E.



Wiesbaden *. Einwohnerzahl des Regierungsbezirks und seiner Kreise:

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Kreise Ortsanwesende Bevölkerung 1895 1890 Zunahme (+) Abnahme (-) von 1890-95 in Proz.

Biedenkopf 42138 41329 + 1,96

Dillkreis 41052 40085 + 2,41

Oberwesterwaldkreis 23842 23562 + 1,19

Westerburg 28380 28604 - 0,78

Unterwesterwaldkreis 40739 39738 + 2,52

Oberlahnkreis 38910 40296 - 3,44

Limburg 48548 48187 + 0,75

Unterlahnkreis 43691 43764 - 0,17

Sankt Goarshausen 39819 38175 + 4,31

Rheingaukreis 35084 33630 + 4,32

Wiesbaden (Landkreis) 45344 41631 + 8,92

Untertaunuskreis 34222 33446 + 2,32

Usingen 22004 21534 + 2,18

Obertaunuskreis 40324 37962 + 6,22

Höchst 42117 35149 + 19,82

Frankfurt a. M. (Landkreis) 36669 32871 + 11,55

Wiesbaden (Stadtkreis) 74133 64670 + 14,63

Frankfurt a. M. (Stadtkreis) 229279 198805 + 15,33

Reg.-Bez. Wiesbaden: 906295 843438 + 7,45

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Der Stadtkreis hat (1895) 74133 (32970 männl., 41163 weibl.) E., darunter 47944 Evangelische, 23265 Katholiken, 1205 andere Christen und 1719 Israeliten, ferner 4348 bewohnte Wohnhäuser, 16601 Haushaltungen und 146 Anstalten, d. i. eine Zunahme seit 1890 um 9463 Personen oder 14,63 Proz. Die Zahl der Geburten betrug 1895: 1991, der Eheschließungen 677, der Sterbefälle (einschließlich Totgeburten) 1403. Die Errichtung eines Bismarckdenkmals ist geplant.



Wiesdorf, Dorf im Kreis Solingen des preuß. Reg.-Bez. Düsseldorf, hat (1895) 3396 E., Postagentur, Fernsprechverbindung, kath. Kirche; Ultramarinfabrik. 



Wiesentheid, Flecken im Bezirksamt Gerolzhofen des bayr. Reg.-Bez. Unterfranken, an der Nebenlinie Kitzingen-Gerolzhofen der Bayr. Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Würzburg), hat (1895) 1274 E., darunter 116 Evangelische, Postexpedition, Telegraph, kath. Kirche, Schloß und Herrschaft der Grafen von Schönborn-Wiesentheid; Hopfen- und Obstbau.



Wilckens *, Martin, starb 10. Juni 1897 in Wien.



Wilda, Dorf im Kreis Posen Ost des preuß. Reg.-Bez. Posen, Vorort von Posen, mit dem es durch elektrische Straßenbahn verbunden ist, hat (1895) 6005 E., Post, Fernsprechverbindung, Mittelschule, Wasserleitung, elektrische Straßenbeleuchtung; Margarine-, Öl- und Mostrichfabrik, 3 Maschinenfabriken und 2 Dampfmühlen.



Wildbachverbauung, die bei Gebirgsbächen nötigen wasserbaulichen Arbeiten, die den Zweck haben, zu verhindern, daß die Geschiebe der schnellströmenden Gebirgsgewässer an solchen Stellen abgelagert werden, wo sie den Kulturarbeiten der Menschen, insbesondere der landwirtschaftlichen Verwertung des Geländes, hinderlich werden, oder wo die Wohnstätten der Menschen durch solche Ablagerungen gefährdet werden. Andererseits erstreckt sich die Verbauung der Wildbäche darauf, die Gewässer vor Abbruch ihrer Ufer zu schützen, weil auch dadurch Kulturland verloren gehen kann oder die Wohnstätten gefährdet werden können. Das Zurückhalten der Geschiebe geschieht am besten durch eine Thalsperre (s. d., Bd. 15) oder eine Klause (s. Wehr, Bd. 16, und umstehende die Persenyklause bei Weichselboden in Steiermark darstellende Textfigur). Diese Thalsperren werden später allmählich erhöht, um weitere Ablagerungen zu ermöglichen. Der Abbruch der Ufer wird durch künstliche Befestigung derselben verhindert, z. B. durch Anlage von Ufermauern (s. Erddruckmauer, Bd. 6) oder Trockenmauern oder schrägen Steinbekleidungen, zur Not auch Flechtwerk (s. d., Bd. 6) und Faschinen (s. d., Bd. 6). Ein Beispiel eines so verbauten Wildbaches zeigt die hierher gehörige, den Wildbach Bourget darstellende Tafel: Wildbachverbauung. Die Regulierung der Wildbäche erstreckt sich ferner auch darauf, ihren Lauf bei scharfen Krümmungen zu verbessern und das vollständige Verwerfen des Wasserlaufs, d. h. das Überströmen über Kulturland und Aufreißen eines neuen Bachbettes an solcher Stelle zu hindern. - Vgl. Heß, Die Korrektion der Wildbäche (Lpz. 1876); Die W. in den J. 1883-94 (hg. vom k. k. Ackerbauministerium, Wien 1895); Denkschrift über die aus Anlaß der Überschwemmung im J. 1882 ausgeführten W. in Tirol (ebd. 1895).



Wildenbruch *, Ernst von, veröffentlichte 1895 die Erzählung "Claudias Garten", eine Legende. W.s neueste Dramen zeigen mehrfach neue Ansitze. Der kräftige Humor, über den W. verfügt, durchzieht das patriotische Volksstück "Der Junge von Hennersdorf" (Berl. 1895). Mit dem Doppeldrama "Heinrich und Heinrichs Geschlecht", dessen erster Teil "König Heinrich" 22. Jan., dessen zweiter Teil "Kaiser Heinrich"