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Merck's Warenlexikon

Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884

Beschreibung der im Handel vorkommenden Natur- und Kunsterzeugnisse unter besonderer Berücksichtigung der chemisch-technischen und anderer Fabrikate, der Droguen- und Farbewaren, der Kolonialwaren, der Landesprodukte, der Material- und Mineralwaren.

Schlagworte auf dieser Seite: Butteräther; Buttersäure; Buttersäureamyläther

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Butter - Buttersäureamyläther

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Butter'

deshalb mit Salzlösung nach. Für den Bedarf im kleinen sind Steintöpfe zu empfehlen; in Thüringen bringt man die B. in mit Wasser gefüllten Holzgefäßen zu Markte, anderwärts eingewickelt in Blätter oder Leinwand. - Bei Versandbutter findet durch Verdunstung ein Gewichtsverlust statt, durchschnittlich zu 3%, aber selbst bis zu 7% vorkommend. - Die B. nimmt sehr leicht fremdartigen Geschmack und Geruch an; sie muß daher äußerst sorgsam aufbewahrt werden, im kühlen, aber luftigen Räume und nie neben stark riechenden Waren. - Das Färben der B. ist im Norden beliebt, es geschieht mit Orlean, Curcuma, Möhrensaft, Ringelblumblättern ("Merliton" in Frankreich). Chrom- und Viktoriagelb, giftig, sollen mitunter zur Verwendung gekommen sein. - Fälschungen kommen im Butterhandel vielfach vor; die Prüfung auf solche ist eine Sache des Chemikers. Wasserzusatz verrät sich durch das fast gleichbleibende Gewicht bei längerer Aufbewahrung (bei natürlichem, hohem Wassergehalt 2-10% Verlust); Gewichtsvermehrung durch Thon, Gips, Kreide, Schwerspat, Stärkemehl, Mehl, geriebene Kartoffeln, weichen Käse u. dgl. sind leichter erkennbar, als die Vermischung mit Talg, Hammelfett, Schmalz u. s. w. (vgl. Kunstbutter im Anhang), welche der B. einen höheren oder niedrigeren Schmelzpunkt geben; der natürliche liegt zwischen 32.5 und 36° C. - Butterfehler sind: Holzgeschmack "Faß", Folge schlechten Verpackens oder schlechten Materials, wird vermieden durch Einschlagen in Pergamentpapier; Schimmel (schlechter Aufbewahrungsraum), speckiger, später talgiger oder öliger, fischiger, ranziger und bitterer Geschmack; Folge schlechter Bereitung, mangelhaften Ausknetens, zu heißem Buttern, Überarbeiten etc. Die Ausbeute an B. ist bedingt durch die Beschaffenheit der Milch (s. d.) und durch die Bereitung der B., bes. das Aufrahmungsverfahren. Man rechnet durchschnittlich 28 l auf 1 kg; je nach Fettgehalt der B. und Viehrasse (der Buttergehalt der Milch ist Rasseneigenschaft) gibt es aber 1 kg aus 20 und aus 40 l und mehr. Vollständig kann das Butterfett beim Buttern nicht gewonnen werden. Niederungsvieh hat butterarme Milch (2-2,8%), Gebirgsvieh fettreiche (3-4,5%), ungarisch-podolisches Vieh (4-5%) und die Büffelkuh (bis 8%) die reichste. - Der Verbrauch von B. ist sehr verschieden, in Deutschland im Norden größer wie im Süden, durchschnittlich rechnet man pro Kopf 10 kg (in Hamburg 15 kg), zus. also etwa 450 Mill. kg, in Amerika über 15 kg pro Kopf, zus. 625 Mill, kg; genaue Statistik fehlt. - Das Deutsche Reich zeigt Mehrausfuhr. 1846 noch Mehreinfuhr, 1875 = 7,5 Mill. kg Mehrausfuhr, Dänemark von 1842-73 Steigerung der Ausfuhr von 1,3 auf 10,4 M. kg, die Schweiz, Frankreich, Holland, Österreich, Schweden haben Mehrausfuhr. Gesamthandel der genannten Staaten incl. Belgien und Dänemark 156 M. kg im Werte von mindestens 312 Mill. Mk. Preis pro kg 2,0-3 Mk. und mehr. Amerika ↔ führt fast nur Kunstbutter aus (1880 zus. 17 M. kg); - Zoll: B. und Kunstbutter s. Tarif Nr. 25 f.

Butteräther (Buttersäureäther, buttersaures Äthyloxyd, Buttervinster, Aether butyricus); eine farblose, stark ätherisch riechende Flüssigkeit, kommt im Handel in verschiedenen Stärkegraden vor; der stärkste (Aether butyricus absolutus) ist vollständig frei von Wasser und Alkohol, hat bei 0° ein spez. Gewicht von 0,904; er löst sich leicht in Alkohol, nur wenig in Wasser, auf welchem er als ölige Schicht schwimmt. Eine zweite Handelssorte, Aether butyricus concentratus, enthält noch Alkohol und etwas Wasser. Die Handelsware dürfte in den meisten Fällen eine Mischung von normalem und isobuttersaurem Äthyläther sein. Verwendung findet der B. bei der Fabrikation von künstlichem Rum und von Fruchtäthern. Die Versendung geschieht in Glasflaschen und Glasballons (vgl. bei Äther). Einfuhrzoll: S. Tarif im Anhang Nr. 5 a.

Buttersäure (Butylsäure, Acidum butyricum); eine farblose Flüssigkeit von unangenehmem, ranzigem, lang anhaftendem, stechendem Geruch und starksauerem Geschmack, wirkt ätzend und zerstört die Haut; bei -19° C. erstarrt die B. zu einer weißen Kristallmasse, zwischen 162 und 164° C. siedet die B. und ist dann unzersetzt flüchtig; ihr spez. Gewicht ist bei 15° C. = 0,963; in Wasser löst sie sich in allen Verhältnissen, scheidet sich aber nach Zusatz von Salzen als ölige Schicht aus demselben wieder ab. Die B. ist ein Bestandteil der Butter, in welcher sie als Glycerid vorkommt, sie wird aber aus dieser wegen zu geringer Ausbeute in der Regel nicht dargestellt, sondern durch Gärung von Zucker oder Stärkemehl bei Gegenwart von Kreide und etwas Käse erhalten; hierbei entsteht zunächst milchsaurer Kalk, der schließlich in buttersauren übergeht, aus welchem dann die B. abgeschieden und weiter gereinigt wird. Diese so erhaltene B. heißt normale oder Gärungsbuttersäure und ist mit der in der Butter enthaltenen identisch; außer dieser kennt man noch eine von gleicher prozentischer Zusammensetzung, aber etwas abweichenden Eigenschaften; diese findet sich im Johannisbrod fertig gebildet und wird Isobuttersäure oder Dimethylessigsäure genannt. Da bei der Buttersäurebereitung häufig auch Johannisbrod mit verwendet wird, so enthält die käufliche B. oft etwas Isobuttersäure, in der Regel auch kleine Mengen Propionsäure und Valeriansäure. Verwendung findet die B. fast nur zur Bereitung von Buttersäureamyläther und Butteräther. - Zollfrei.

Buttersäureamyläther (Buttermylester, buttersaures Amyloxyd, Amyloxidum butyricum, Amylium butyricum); farblose, wasserhelle Flüssigkeit von angenehmem Ananasgeruch, löst sich leicht in Alkohol, nicht in Wasser, siedet bei 176° C. und wird zur Bereitung von künstlichen Fruchtäthern benutzt. - S. Zolltar. im Anh. Nr. 5 a.