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Merck's Warenlexikon

Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884

Beschreibung der im Handel vorkommenden Natur- und Kunsterzeugnisse unter besonderer Berücksichtigung der chemisch-technischen und anderer Fabrikate, der Droguen- und Farbewaren, der Kolonialwaren, der Landesprodukte, der Material- und Mineralwaren.

Schlagworte auf dieser Seite: Ehrenpreis; Eibenbaumblätter; Eibenbaumholz; Eicheln; Eichenholz; Eichenrinde; Eier

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Ehrenpreis - Eier

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Edelsteine'

mit unedlem Metall, jedoch nicht fein gearbeitet Nr. 33 c, fein gearbeitet Nr. 20 b 2; in Verbindung mit den unter Nr. 20 b 1 genannten Gegenständen, nach dieser Nummer; in Verbindung mit edlem Metall, Korallen, echten Perlen u. s. w. Nr. 20 a. - Glasflüsse, rohe Nr. 10 f; geschliffene und gefaßte wie Halbedelsteine.

Ehrenpreis (Grundheil, lat. Veronica officinalis, frz. véronique, engl. Shop Speedwell). Eine einheimische, in trocknen Wäldern und auf dergleichen Wiesen häufig vorkommende ausdauernde Pflanze mit zottigen, kriechenden, mit den Spitzen fast fußhoch aufsteigenden Stengeln, kurz gestielten entgegengesetzten Blättern und kleinen hellblauen Blüten in vielblütigen Ähren. Das bitterlich herb und etwas balsamisch schmeckende Kraut (herba Veronicae) wird im Sommer mit den Blüten gesammelt und Aufgüsse davon werden innerlich als Brustthee gebraucht, das frische Kraut dient dagegen zur Bereitung von Kräutersäften. - Zollfrei.

Eibenbaumblätter (Taxusblätter, folia Taxi baccati). Die getrockneten Blätter oder einjährigen Zweigspitzen (summitates) des Eibenbaums oder Taxus (T. baccata, frz. l'if commun, engl. Yew-tree), eines in Gärten und Parks oft vorkommenden, in Wäldern bei uns wenig mehr, doch südlicher gefundenen Baums, haben noch einige offizinelle Verwendung zu Bädern und Umschlägen. Sie sind giftig und enthalten einen bittern basischen Stoff, das Taxin. - Zollfrei.

Eibenbaumholz; dasselbe ist hart, sehr dicht, rotbraun, nimmt gute Politur an, und wird als Tischler- und Drechslerholz verwendet. - Zoll s. Tarif Nr. 13 c.

Eicheln (Glandes Quercus); die ausgehülsten, getrockneten Früchte unserer Eichen; sie bilden sowohl roh, als auch schwach geröstet, ganz und gepulvert einen Handelsartikel, der den sog. Eichelkaffee gibt, welcher an verschiednen Orten fabriziert wird und in Päckchen in den Handel kommt. Er bildet bei richtiger Röstung ein schön hellbraunes Pulver und wird mit Milch und Zucker vielfach als gutes diätetisches Mittel bei skrophulösen Anlagen und Schwächezuständen genossen. Die E. enthalten reichlich Stärke, die beim Rösten zum Teil in Dextrin verwandelt wird, Gerbstoff, bittere Substanzen, eine eigentümliche Zuckerart (Quercit), etwas fettes Öl u. s. w., wozu noch die beim Rösten entstandenen brenzlichen Produkte kommen. - Frische, geschälte, gedarrte E. sind zollfrei; gebrannte, geröstete auch dergl. gemahlene gem. Tarif im Anh. Nr. 25 m 1.

Eichenholz; unter den einheimischen Hölzern jedenfalls das wichtigste Nutzholz. Man hat zwei Arten von Eichen bei uns; die Steineiche (Quercus sessiliflora), mit fast stiellosen, sitzenden Früchten, und die Stieleiche (Quercus pedunculata) mit langgestielten Eicheln; die erstere heißt auch Wintereiche und liebt die Berge, während die zweite, die Sommereiche, gewöhnlich in feuchten Flußniederungen vorkommt. Beide Arten von E. zeigen nur geringe Verschiedenheiten; das E. ist sehr hart und zähe, schwer, von hellgelblichbrauner Farbe, leicht kenntlich an seinen großen Poren und Spiegeln; ↔ es ist sehr widerstandsfähig gegen Nässe und Fäulnis. Die Verwendung des E. ist eine sehr mannigfaltige, so als Möbel- und Bauholz, namentlich für Wasserbauten, zum Schiffsbau und zu Fässern für Spiritus, Wein und Bier. - Zoll s. Tarif Nr. 13 c.

Eichenrinde (Cortex Quercus). In bezug auf diese sei hier nur bemerkt, daß sie, von jungen Zweigen und Stämmchen genommen, offizinell ist und als zusammenziehendes Mittel in Pulverform und Abkochung innerlich und äußerlich zu Bädern bei Menschen und Vieh angewandt wird. Als gerbendes Mittel ist dieselbe unter dem Worte Lohe mit andern einschlägigen Stoffen besprochen. - S. Tarif im Anh. Nr. 13 b.

Eier, des Geflügels, der Strauße, Fasanen und der Kibitze, für Sammlungen auch solche andrer Vögel, zur Bereitung einer Art Butter solche der Schildkröten, in Form von Kaviar solche mancher Fische, dienen als wichtiges Nahrungsmittel und die des Geflügels auch als Arzneimittel (Eigelb und Eiweiß) und für mancherlei Industriezwecke. Der Verbrauch an Eiern ist ein außerordentlich großer, namentlich hat der Handel mit Hühnereiern von Jahr zu Jahr mehr an Ausdehnung gewonnen. Die Einfuhr in England vermehrte sich von 1843-1878 von 40 auf 500 Mill. Stück, von welchen Frankreich das meiste liefert. In Deutschland betrug 1873 die Einfuhr 105000, die Ausfuhr 74500 metr. Ztr. zu 90 Mk., der Gesamtumsatz des Großhandels also 16.15 Mill. Mk.; für den Binnenhandel fehlt zuverlässige Statistik. Berlin Verbrauch 1880 2½ Mill. Stück, Zufuhr größtenteils aus Österreich 400000 St. aus Posen, Schlesien etc. Durchschnittspreis in Preußen 1873-81 für 1 Schock 3.39-3.54 Mk. Pribyl nimmt die Zahl der Hühner in Europa zu 320 Mill, und das Erzeugnis an Eiern für diese zu 24000 Mill. St. oder 400-1200 Mill. Mk. Wert an. Aus Niederbayern berechnet man die Ausfuhr zu 6268 Stück für 1 □ km Fläche, die mögliche Produktion zu etwa 50 Stück pro ha, was für Gesamtdeutschland 2700 Mill. Stück ergeben würde. Die durchschnittliche Mehreinfuhr beziffert sich noch auf 5-8 Mill. Mark. Da die Hühner, wie alles Geflügel, bei uns im Winter keine Eier legen, so muß der Bedarf in dieser Zeit entweder von wärmeren Ländern oder durch Aufbewahren gedeckt werden. Dazu ist, um das Ei haltbar zu machen, das Überziehen mit dünner Schicht von Fett (Butter, Öl, Schmalz) oder in Alkohol aufgelöstem Schellack erforderlich und die Schichtung der Eier so, daß keins das andre berührt. Am besten geschieht das, auch für die Versendung zur Sommerszeit, in der Art, daß man, der Form der Kisten oder Fässer entsprechend, Pappdeckel oder dünne Brettchen und in diese Löcher zum Hineinstecken der Eier schneidet; diese werden mit der Spitze nach oben eingesteckt; die Zwischenräume zwischen je zwei Lagen kann man mit Häcksel ausfüllen. Jede andre Art der Konservierung kann die Fäulnis nicht hindern, mit der angegebenen Behandlung aber das Ei, Aufbewahrung in kühlem trockenem Raum vorausgesetzt, vollkommen 3-4 Monate haltbar machen. Da der Preis im Sommer ½ bis ⅓ billiger als im Winter ist, so

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 105.