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Merck's Warenlexikon

Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884

Beschreibung der im Handel vorkommenden Natur- und Kunsterzeugnisse unter besonderer Berücksichtigung der chemisch-technischen und anderer Fabrikate, der Droguen- und Farbewaren, der Kolonialwaren, der Landesprodukte, der Material- und Mineralwaren.

Schlagworte auf dieser Seite: Goldfirnisse

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Gold - Goldfirnisse

unverbunden bleibt. - Ganz reines G. wird gebraucht, um daraus die feinste Sorte Blattgold zu schlagen, außerdem zu chemischen Präparaten. Das G. als Ware kommt meistens in gegossenen sog. Zainen oder Barren vor von verschiedner Größe, beiläufig wie Siegellackstangen, auch in zerschnittenen Münzen. Der wirkliche Feingehalt jedes Barrens ist durch einen Wardein ermittelt und durch Stempelung beglaubigt. Solche Barren dienen im Großhandel häufig als Zahlungsmittel. Zum Behuf der Verarbeitung zu Münzen, Gerätschaften, Schmuckwaren ist das G. seiner Weichheit halber stets mit einem andren Metall, Kupfer oder Silber oder mit beiden zugleich versetzt und das Mischungsverhältnis durch Stempel oder Gepräge angegeben. Die Versetzung des G. mit Kupfer heißt die rote, mit Silber die weiße, mit beiden zugleich gemischte Karatierung. Die letztere ist wenigstens bei Münzen außer Gebrauch gekommen, indem nur noch Kupfer als Zusatz dient, das bei der Wertbestimmung der Münzen nicht, vielmehr nur deren Feingehalt veranschlagt ist. Nach den älteren deutschen Einrichtungen diente als Münzeinheit für G. und Silber ein halbes Pfundgewicht, die Mark, die in 24 Karat, der Karat in 24 Grän geteilt war; hiernach verstand man z. B. unter 14karätigem G. eine Legierung von 14 Teilen G. und 10 Teilen Zusatz. Diese Legierung bildet schon ein Material für feinere Goldarbeiten. Jetzt wird der Feingehalt nur noch nach Tausendteilen bestimmt, d. h. es wird angegeben, wie viel Teile Kupfer in 1000 Teilen eines G. enthalten sind. Der Feingehalt der deutschen Goldmünzen ist 900/1000. - Die technische Verwendung des Goldes ist so mannigfaltig als ins Große gehend, doch hier nicht näher darauf einzugehen (vgl. Blattmetalle und Draht). Über gewöhnliche Vorstellung gehen aber die Massen, welche in der Art verwendet werden, daß sie gänzlich verloren sind und ins Reich der Atome zurückkehren. Dies ist namentlich der Fall bei der jetzt so ungeheuren Verwendung des Blattgoldes bei Galanterie-, Buchbinderartikeln, selbst auf die dauerlosesten Waren, auf Geschäftsfirmen, ferner bei allen leichten galvanischen Vergoldungen, bei der Verzierung von Porzellan und andren feineren Töpfer- wie Glaswaren. Auch die Photographen verbrauchen im ganzen eine ansehnliche Menge G. in Form von Chlorgold, welches vollständig verloren geht. Hierzu kommt als ganz bedeutender Verlust die Abnutzung, die die Münzen beim Umlauf erleiden. Werden somit für mehrere Millionen Mark des kostbaren Metalls jährlich total aufgebraucht und beansprucht der immerfort wachsende Weltverkehr seinerseits immer größere Goldmassen als Zahlmittel, so ist auch nicht anzunehmen, daß dessen jemals zuviel werden dürfte. - Was die physikalischen und chemischen Eigenschaften des Goldes anlangt, so ist dasselbe stark glänzend, unveränderlich an der Luft, äußerst geschmeidig, härter als Blei, aber weicher als Silber: das spezif. Gewicht des Goldes beträgt im gegossenen Zustande 19,25, durch Hämmern verdichtet bis 19,55, Seine schöne gelbe Farbe wird durch Legierung mit Kupfer mehr ins Rote, mit Silber ins Weißliche übergeführt. Ein Zusatz von Eisen gibt Graugold. Zur Legierung mit G., um dasselbe zu härten, ohne seine Dehnbarkeit wesentlich zu beeinträchtigen, eignen sich nur Kupfer und Silber. Der Schmelzpunkt des Goldes liegt bei 1240° C. Im geschmolznen Zustande leuchtet es mit meergrüner Farbe und zieht sich beim Erstarren stark zusammen. G. und Quecksilber verbinden sich sehr leicht zu einem teigigen oder durch überschüssiges Quecksilber flüssigen Amalgam, eine Eigenschaft, die für Abscheidung der kleinen Goldpartikelchen aus pulverförmigen Gestein- und Erzmassen wichtig ist. Außerdem beruht darauf die Feuervergoldung, bei welcher das Amalgam auf den kupfernen, bronzenen, silbernen etc. Gegenstand aufgebürstet und daraus durch Rotglühhitze das Quecksilber verjagt, das G. angeschmolzen wird. Um auf nassem Wege, mit aufgelöstem G. zu vergolden, gibt es mancherlei Methoden, die jetzt aber größtenteils durch die bequeme galvanische Vergoldung verdrängt sind. Als Auflösungsmittel für das G. dient von Alters her eine Mischung von Salpeter- und Salzsäure, die eben deshalb, weil sie, was keine andre Säure vermag, nämlich den König der Metalle zu bezwingen, den Namen Königswasser erhielt. Das eigentliche Lösende hierbei ist aber das Chlor, welches in dem Säuregemisch durch langsame Zersetzung fortdauernd frei gemacht wird. In Königswasser verschwinden Goldblätter bald und es entsteht eine gelbe Flüssigkeit, die Chlorgold (s. d.) enthält. Aus der Chloridlösung schlagen Eisenvitriol oder Oxalsäure sofort alles Metall als höchst feines braunes Pulver nieder, das durch Reiben mit einem Polierstahl seinen Goldglanz wieder erhält, und in der Porzellanmalerei Verwendung hat. Die Goldbäder der Photographen dienen, um den Bildern sowohl als den Negativen dunklere, kräftigere Töne zu geben. Die Bäder für die galvanische Vergoldung bestehen häufig aus einer Cyangold-Cyankaliumlösung; man erhält sie durch Fällung von Chlorgold mit Cyankalium und Auflösung des Niederschlags in Cyankaliumlösung. Zinnchloridhaltiges Zinnsalz schlägt aus Goldchlorid den von Alters her bekannten Goldpurpur oder Cassius-Purpur nieder, einen gold-, zinn- und sauerstoffhaltigen Körper von wechselnder Zusammensetzung. Er ist ein purpurfarbenes lockres Pulver, welches Glasflüsse gelb färbt; wird aber das Glas nachgehends wieder angewärmt, so verwandelt sich die Farbe in ein prächtiges Purpurrot. In dieser Art bereitete man früher das so geschätzte Rubinglas, bis man das G. durch Kupferoxydul ersetzen lernte. In der Porzellan- und Emailmalerei wird der Purpur noch gebraucht. - Zoll: Erz, Metall, Bruch und Münzen sind zollfrei. Goldwaren s. Tarif im Anh. Nr. 20 a; vergoldete Waren aus unedlem Metall Nr. 20 b 1; Chlorgold, Goldpurpur, Knallgold etc. zollfrei; Knallgold in Hülsen gem. Nr. 5 e.

Goldfirnisse oder Goldlacke sind hellfarbige Lacke, die durch irgend einen löslichen gelben Farbstoff, Gummigutt, Orlean, Drachen-^[folgende Seite]