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Merck's Warenlexikon

Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884

Beschreibung der im Handel vorkommenden Natur- und Kunsterzeugnisse unter besonderer Berücksichtigung der chemisch-technischen und anderer Fabrikate, der Droguen- und Farbewaren, der Kolonialwaren, der Landesprodukte, der Material- und Mineralwaren.

Schlagworte auf dieser Seite: Kleineisen; Klettenwurzel; Knochen

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Kleesamen - Knochen

bis 200 kg.

Von den Luzernearten sind zu nennen: 1) Die gem. L. (Ewiger-, Monats-, Spargel-, Schneckenklee, burgundisches Heu), Medicago sativa, engl. Cultivated M., Purple M., True Moon Trefoil, frz. L. cultivée - Samen gelbbraun, länglich, fast bohnenförmig, etwas zusammengekniffen, matt, eckig oder schraubenförmig, auf dem Rücken oft gekielt, Würzelchen anliegend, 2.5-5 mm; 1 hl = 76 kg; Ertrag 350-450 kg.

2) Die schwedische (deutsche) oder gelbe L. (Sichel-, Ackerklee, gelber Steinklee), M. falcata, engl. Sickle podded M., Yellow M., frz. L. falciforme, Samen nierenförmig, rötlichgelb, kleiner; 1 hl = 77 kg; Ertrag 240-320 kg. -

3) Sandluzerne (bunte wechselfarbige), M. media, Samen 2 mm, gelbbraun und dunkelbraun, 1 kg = 450-600000 Körner, Ertrag 30-40 kg. -

4) Hopfenluzerne (Hopfen-, gelber Klee, Hopfenschneckenklee, Hopfenluzerne), M. lupulina, engl. Hop-like M., Nonsuch, frz. lupuline, trèfle jaune, tr. noir und L. mignonette; Samen nierenförmig, gelb, glatt, mit abstehender Spitze des Würzelchens, 1 hl = 75 kg. Ertrag 450-760 kg, 1 kg = 594000 Körner. -

Der Steinklee (Honigklee, Riesenklee), Melilotus, engl. Honey Lotus, Melilot, frz. mélilot, wird nur selten angebaut, der Samen aber oft unter andre Kleearten gemengt. Man unterscheidet den Gebräuchlichen Steinklee, Käseklee (Mottenkraut, Pferdeklee etc.) - M. officinalis, engl. Shop M., frz. M. officinal oder M. des pharmaciens. - Samen gelb bis braun, 1¾-2 mm, ähnlich Weißklee, aber kleiner. Den Weißen Steinklee (Pferdeklee), M. leucanthus, und den Blauen M. (Schabziegerklee, Mottenkraut), M. caerulea, engl. Blue M., Greater sweet scented M., frz. M. bleu, treffle miellé und tr. musquè, baume du Pérou, lotier odorant -

Die Esparsette kommt, ebenfalls in mehreren Sorten, mit den schwer trennbaren Hülsen zur Aussaat und so auch in den Handel; 1 hl wiegt so 16 kg, der Ertrag ist 20-35 hl. Der reine Samen ist 3 bis 4 mm lang, 2 mm breit, nierenförmig, hellgrün bis dunkelgrünbraun, wenn heller, noch unreif, wenn dunkler, nicht mehr keimfähig. Dauer der Keimkraft bis 4 Jahre; bestes Saatgut 2jährig. -

Fälschungen. Gegenüber den vielfachen Fälschungen, Zumischungen von wertloseren Sorten oder zu altem Samen, Unkraut etc. haben die Samenkontrollstationen besondre Tafeln mit genauen Abbildungen der echten Körner der verschiednen Kleearten herausgegeben, sowie Anleitungen zur Erkennung der Fälschungen. In England hatte sich sogar ein besonderes „Samenverfälschungsgesetz“ nötig gemacht. Gelbklee kommt unter Rotklee und Luzerne, Bibernelle unter Esparsette, ägyptischer K. unter Inkarnatklee, Weißklee unter Bastardklee, gewöhnliche Luzerne, Hopfenklee und Melilotus unter die teuerere Sandluzerne, Gelbklee und Hopfenklee unter gewöhnlicher Luzerne vor etc. Alter Samen wird durch Beizen gefirnißt, Unkraut, um die Mischung nicht zu verraten, durch Abkochen und Rösten der Keimkraft beraubt etc. „Kleekies“ ist das direkte Fälschungsmittel, sorgsam ausgesuchte, in der Farbe den Sämereien ähnliche oder künstlich gefärbte Quarzkörnchen, gefärbt mit Kienrußöl und Leinölfirnis für Rotklee, mit Chromlack für gelben Samen zur Fälschung von Weißklee, Gelbklee und Luzerne, grün durch Chromlack und Berlinerblau für Schwedischen und für Rotklee etc. Es müssen gute Sämereien schwer, voll und glänzend sein, keine verschrumpften Körner enthalten und sich mit dem Fingernagel nicht zerdrücken lassen, da sie sonst für gefeuchtet zu halten sind. Nobbe, der Begründer der Kontrollstationen (vgl. dessen „Handb. der Samenkunde“, Berlin), fand im Mittel:

fremde Beimengungen nicht keimfähige Körner spez. Gew. normal

bei Luzerne 4% 24% 1.337%

Rotklee 4.49 18 1.261

Weißklee 7.46 35 1.308

Schwed. Klee 8.54 39 1.273

Gelbklee 4.43 35 1.284

Esparsette 4.28 50 1.239

Inkarnatklee 2.41 29

Sandluzerne 3.75 41

Die Prüfung der Keimfähigkeit geschieht wie bei anderm Samen durch Aufquellen und Feuchthalten bei gelinder Wärme in einem wollenen Lappen oder Erde oder mittels besondrer Apparate, Kleeprüfer etc. in Proben von 50 g, welche sorgsamst aus dem Gesamtgut zu mischen sind. S. Tarif Nr. 9 g.

Kleineisen; diesen Namen führen 1) die auf Eisenhämmern geschmiedeten, aber nicht über 7½ kg schweren Eisengegenstände, z. B. Radschienen; 2) das beim Pochen und Waschen der Eisenschlacken gewonnene Eisen; 3) das zur Herstellung von Weißblech bestimmte Schwarzblech. - Zoll s. Eisen und Blech.

Klettenwurzel (radix Bardanae, radix lappae majoris). Die daumendicken Hauptwurzeln unserer Kletten (Lappa major und L. tomentosa), welche im zweiten Lebensjahre gegraben werden sollen, bilden gespalten und getrocknet einen Artikel des Droguenhandels und werden als Bestandteil von Brustthee angewandt. Die Wurzel enthält, außer Schleim, Inulin, etwas Gerbstoff, Bitterstoff, Zucker etc. und hat einen herben, süßlich bittern Geschmack. Wahrscheinlich durch den Umstand, daß die Landleute ihren Kindern mit einer Abkochung die Haare durchkämmen und damit einen gewissen Zweck der Reinigung allerdings erreichen, ist die Wurzel in den unverdienten Ruf eines den Haarwuchs befördernden Mittels gekommen und das Klettenwurzelöl ist ein ständiger Artikel der Kosmetik geworden. Wird dieses Mittel als „echtes“ offeriert, so ist es möglich, daß sich der Laborant die Mühe gegeben hat, Baumöl wirklich mit zerschnittener Wurzel zu erhitzen. Das Öl färbt sich dabei braun, kann aber natürlich aus der Wurzel keine Eigenschaft entnehmen, die diese nicht hat. Für gewöhnlich besteht das Mittel einfach aus rotgefärbtem und parfümiertem Baumöl. - Zoll: Klettenwurzel ist zollfrei. Klettenwurzelöl gem. Tarif im Anh. Nr. 31 d bzw. Nr. 31 e, Haaröl Nr. 31 e.

Knochen; dieselben sind ein zu den mannigfachsten nützlichen Verwendungen geeignetes wichtiges Material. Ihre Verarbeitung ist entweder eine solche, daß sie als Knochenmasse