Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Merck's Warenlexikon

Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884

Beschreibung der im Handel vorkommenden Natur- und Kunsterzeugnisse unter besonderer Berücksichtigung der chemisch-technischen und anderer Fabrikate, der Droguen- und Farbewaren, der Kolonialwaren, der Landesprodukte, der Material- und Mineralwaren.

Schlagworte auf dieser Seite: Nanking

372

Nägel - Nanking

auf kaltem Wege aus zähem Blech von passender Stärke geschnitten. Die hierzu speziell gewalzten Bleche zerschneidet man mit einer kräftigen Maschinenschere in Streifen, deren Breite gleich der Länge der herzustellenden N. ist. Diese Streifen gelangen der Länge nach in eine andre Schneidemaschine, deren Schere etwa fünfundsechzig bis siebzig Schnitte in der Minute macht und die Streifen so zerstückelt, daß lauter gleichgroße, schlank keilförmige Körper entstehen. Die Maschine schiebt nämlich den Blechstreifen der Schere gleichmäßig zu und erteilt ihm gleichzeitig nach jedem Schnitte eine Seitenschwenkung abwechselnd nach rechts und links, woraus folgt, daß alle Abschnitte schräg ausfallen. Diese Körper erhalten alsdann, ebenfalls auf kaltem Wege, einen Kopf angestaucht. In der Regel geschieht dies jetzt maschinenmäßig; die Abschnitte werden von einem besondern Stauchwerk von der Schere weg in Empfang genommen und fertig gemacht. Man erhält auf diesem Wege 120 bis 150 Stück fertige N. in der Minute, die allerdings mit geschmiedeten keinen Vergleich aushalten, aber bei ihrer großen Wohlfeilheit doch häufig an Stelle dieser verwendet werden. Indes lassen sich geschnittene N. doch nur bis zu einer Länge von höchstens 75 mm mit Vorteil herstellen. Die N. werden schließlich mit grobem Sand in umlaufenden Scheuertonnen mehrere Stunden lang bearbeitet, um ihre Rauhigkeiten aus dem Gröbsten abzuschleifen. Die Fabrikate bleiben trotzdem noch roh genug, und die ganze Herstellungsweise ist nicht geeignet einen guten N. zu liefern. Die N. haben rauhe Kanten und es fehlt ihnen eine richtige Spitze, da von den vier Seiten nur die durch den Schnitt erzeugten keilförmig zusammenlaufen, die beiden andern parallel bleiben; statt einer Spitze ist also nun eine kleine Schneide vorhanden. Die N. lassen sich demzufolge schwer ins Holz treiben und biegen leicht um oder es bricht der kalt angeschlagene Kopf ab. Allerdings sitzen sie, wenn richtig eingedrungen, dann um so fester. Die kopflosen Absatzstifte aus Blech werden auf der Maschine ganz einfach durch Zerschneiden einer messerklingenartig ausgewalzten Schiene erhalten; Leistung bis 300 Stück in einer Minute. Erwähnt sei noch, daß auch N. mit halbkreisförmigen oder pfeilspitzenartigen Köpfen direkt durch Ausschneiden oder vielmehr Lochen aus Blechstreifen erzeugt werden. Diese Herstellungsweise ergibt sehr viel Abfall - es bleibt von dem Blechstreifen ein luftiges Gitter übrig, welches im günstigsten Falle behufs Wiederverwertung eingeschmolzen werden kann. -

Gegossene eiserne N. sind bei uns wenig in Verwendung und werden nur in kleinem Kaliber hergestellt, in England und Schweden auch in größern Dimensionen. Die Herstellung geschieht in der Weise, daß man in einem Formkasten eine sehr große Anzahl einformt und alle untereinander durch Eingüsse verbindet. Ein Schuhzweckenguß bildet ein ganzes Gitterwerk von Leistchen mit fiederblattähnlich ansitzenden Zwecken. Größere Gußnägel werden erst brauchbar durch längeres Glühen in gepulvertem Roteisenstein, wodurch das Gußeisen in schmiedbares Gußeisen übergeht. Sie stehen an Güte den geschmiedeten N. immer nach, sind aber sehr wohlfeil. Außer dem Eisen werden noch zahlreiche andere Metalle und Legierungen zur Nagelfabrikation herangezogen. Kupferne N. finden im Schiffsbau Verwendung. Als Ersatz dienen jetzt N. häufig von Eisen mit starker Verkupferung. Zinknägel dienen zum Aufnageln von Zinkbedachung, weil das Zink in Berührung mit Eisen rasch zerstört wird. Sie sind flachköpfig und werden aus starkem Zinkdraht oder aus Stäbchen, die von der Maschinenschere aus gewalzten starken Blechen geschnitten sind, vom Nagelschmied wie Eisennägel hergestellt, nur mit dem Unterschiede, daß das Metall nicht glühend, sondern nur heiß, bei einer Temperatur von 100-120° C. zu verarbeiten ist. N. aus Nickel, aus Gold und Silber oder vergoldet und versilbert werden ebenfalls hergestellt; viel größere Verwendung finden dagegen N. aus Messing, Tombak, Britanniametall etc. Die zu Polstermöbeln gebrauchten Tapeziernägel, mit großen halbkugeligen, an der Unterseite hohlen Köpfen, sind entweder ganz aus Messing oder Bronze gegossen, auf der Kopffläche abgedreht, nach Umständen auch gefirnißt, mit Zinn weiß gesotten oder naß versilbert, oder man fertigt die Köpfe besonders und versieht sie dann mit eisernen Spitzen durch Lötung mittels Schnelllotes. In den Handel kommen die kleinern und mittelgroßen N. in Packeten von 1000 oder 5000 Stck. -

Zoll: Eiserne Hakennägel zum Befestigen von Eisenbahnschienen gem. Tarif Nr. 6 e 1 β; andre grobe nicht abgeschliffene etc. eiserne N. Nr. 6 e 2 α; abgeschliffene, blau angelaufene, gebräunte, blank gemachte, z. B. Drahtstifte 6 e 2 β; polierte und lackierte eiserne N. oder solche mit Köpfen von Messing, Glas, Porzellan, Steingut etc. Nr. 6 e 3 β. - N. aus Kupfer oder Messingguß, unpolierte, unlackierte Nr. 19 d 1; polierte, vernierte etc. aus Kupfer oder Messing sowie kupferne und messingene N. mit Köpfen von Holz, Steingut, Porzellan etc., ferner N. von Alfenide, Britanniametall, Bronze, Neusilber, Tomback und ähnlichen Legierungen von unedlem Metall Nr. 19 d 2. - N. ganz oder teilweise aus edlem Metall Nr. 20 a; versilberte oder vergoldete N. aus unedlem Metall Nr. 20 b 1. - Hölzerne rohe ungefärbte (Schuhstifte etc.) Nr. 13 d. - Von Zink Nr. 42 c. - Wie N. werden auch Stifte, Niete und Zwecken verzollt.

Nanking (frz. nanquin) ist in echter Ware ein chinesischer Stoff, der seinen Namen nach einer dortigen Provinzialhauptstadt hat, die aber in Wirklichkeit Kiangning heißt. Es ist ein leinenartiges Baumwollgewebe von stärkerem Garn als Kattun, früher sehr beliebt zu Sommerkleidern wegen der Echtheit seiner gelbrötlichen Farbe, die sogar durch Waschen sich noch verschönerte. Dieses Nankinggelb ist eine Naturfarbe, die Stammpflanze, Gossipium religiosum, trägt gelbe Wolle. Indes wird behauptet, daß auch dies naturgelbe Produkt noch nachgefärbt werde, weil die Farbe ursprünglich zu grell sei. Die Chinesen verstehen auch weiße Baumwollzeuge ganz wie echt zu färben, aber die Dauerhaftigkeit der Farbe ist nicht die gleiche. Die