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Merck's Warenlexikon

Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884

Beschreibung der im Handel vorkommenden Natur- und Kunsterzeugnisse unter besonderer Berücksichtigung der chemisch-technischen und anderer Fabrikate, der Droguen- und Farbewaren, der Kolonialwaren, der Landesprodukte, der Material- und Mineralwaren.

Schlagworte auf dieser Seite: Sarracinwurzel; Sarsenets; Sassafrasholz; Sassaparille

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Sarracinwurzel - Sassaparille

stiania, 1 Faß 2,50, Nordkräuter 1,50, ausgew. 1 kg 1,60 Mk., in Öl ohne Gräte 1/1 Dose 2 Mk., von November bis März bis 3,50 Mk. (1⅛ kg) etc. Von den Abfällen macht man in Cerneoel bei Lorient und anderwärts Dünger. - Russische S. sind besonders bereitete Fischkonserven von verschiednen Arten Hering; sie werden in Fässern zu 5 kg versendet und zu 2,60 Mk. pro Faß, ausgew. 1 kg bis 1,20 Mk. verkauft. Amerikanische S., in Öl, sind Meerforelle, Meerfeder, welche im Frühjahr von Long Island bis New York gefangen werden, 1/1 Dose, in süßem Öl, gewürzt, bis 2 Mk. - Zoll: Mit Gewürz oder Öl eingemachte oder in hermetisch verschlossenen Blechbüchsen eingehende S. s. Tarif im Anh. Nr. 25 p 1. Bloß eingesalzene Nr. 25 g 2.

Sarracinwurzel (Radix Sarraceniae purpureae), vor einigen Jahren im Droguenhandel aufgetauchter Artikel, wurde als Mittel gegen die Blattern und andre ansteckende Krankheiten empfohlen. Die Wurzel stammt von Sarracenia purpurea, einer zu den Nepentheen gehörigen, in den Sümpfen Neu-Schottlands und Neu-Jerseys wachsenden Pflanze: die Ware besteht aus einem bis 18 cm langen, 3-15 mm dicken, walzenförmigen, etwas gekrümmten Wurzelstock, der mit einzelnen braunroten Wurzelfasern und oben mit den Blattstielresten besetzt ist. Die Farbe ist außen braunrot bis dunkelbraun, innen weißlich, der Geruch ist angenehm, der Geschmack bitter. Die Blätter, folia Sarraceniae, die ebenfalls im Handel vorkommen, sollen dieselbe Wirkung besitzen. - Zollfrei.

Sarsenets sind leinwandartig dichtgewebte, im Stück gefärbte und stark geglättete Baumwollzeuge, welche hauptsächlich als Futterkattune viel verkauft werden. - Zoll gem. Tarif im Anh. Nr. 2 d 3.

Sassafrasholz (Fenchelholz, lignum Sassafras), ein Artikel des Droguenhandels, besteht aus der Wurzel eines in den Vereinigten Staaten Nordamerikas heimischen Baumes vom Geschlecht der Lorbeerbäume (Sassafras officinale). Das Wurzelholz kommt in Form von langen, verschieden dicken, knorrigen, hin und her gebogenen Knitteln in den Handel, oder auch in Späne geraspelt. Das Holz ist mit einer korkigen, äußerlich grauen, innen rotbraunen Rinde bedeckt, die auch öfter schon ganz oder teilweise entfernt ist. Der Holzkörper selbst ist feinporig, ziemlich leicht, gelbbräunlich oder rötlich gefärbt, und zeigt auf dem Querschnitt viele zarte Jahresringe und diese durchschneidende, vom Kern nach dem Umfange strahlig verlaufende, dunkle Markstrahlen. Das Holz hat einen angenehm aromatischen, fenchelähnlichen Geruch und eben solchen und dabei süßlichen Geschmack. Verschiedne eigentümliche Harze und ein ätherisches Öl machen die charakteristischen Bestandteile der Drogue aus. Das Stammholz selbst, das vom Wurzelholz leicht zu unterscheiden ist, ist ganz arm an diesen Bestandteilen und hat nur schwachen Geruch. Die geraspelt in den Handel gebrachte Ware kann indes leicht mit zugemischten Spänen vom Stammholz gefälscht sein, die sich aber durch eine etwas hellere Farbe verraten. Verwendung hat das Holz als blutreinigendes Mittel gegen Skropheln, Hautkrankheiten, als Bestandteil von Holzthee (species lignorum). Inländische Handelshäuser, welche das Holz durch Zerkleinern gebrauchsfähig machen, geben ihm gewöhnlich die jetzt bei derartigen Waren beliebte Form kleiner Würfelchen. Als besonderes Präparat aus Holz und Rinde ist das von denselben abdestillierte Sassafrasöl (oleum ligni Sassafras) im Handel, das fertig von Nordamerika kommt. Es findet besonders starke Verwendung zur Herstellung parfümierter Seifen und ist ein schweres, anfangs farbloses, später gelb werdendes Öl, das den Geschmack und Geruch des Holzes in hohem Grade besitzt. Der Preis desselben ist in Leipzig circa 5½ Mk. pro Kilo; rektificiert 7 Mk. Das Holz kostet circa 40 Pf. pro Kilo. - S., auch in Würfel geschnitten oder geraspelt, zollfrei. S. Öl gem. Tarif im Anh. Nr. 5 a.

Sassaparille (Sarsaparille, radix Sassaparillae). Diesen Namen führen im Droguenhandel die Wurzeln verschiedner, in den heißern Gegenden Amerikas heimischer Arten der Gattung Smilax (Stechwinde) und werden als Stammpflanzen namentlich Sm. syphilitica, Sm. medica, Sin. Sassaparilla und Sm. officinalis angegeben; es ist jedoch noch nicht mit Sicherheit bekannt, von welchen dieser Arten die einzelnen Handelssorten abstammen. Die Smilax-Arten sind immergrüne rankende und stachliche Sträucher, welche in den Wäldern Mittelamerikas und Brasiliens wachsen. Sie haben einen knollig verdickten Wurzelstock, von welchem zahlreiche, sehr lange bis federkieldicke Nebenwurzeln ausgehen. Es werden je nach Lokalgebrauch entweder diese ganzen Wurzelkörper oder nur die abgelösten Nebenwurzeln in den Handel gebracht. Diese sind bald mehr glattrund, bald längsrunzlig oder kantig; die äußere Farbe differiert von gelblich- oder rötlichbraun bis zum dunklern Braun. Auf dem Durchschnitt zeigt sich die Rinde, je nach der Art, bald dünn, bald verdickt, im letztern Falle dicht mit Stärkemehl erfüllt, daher weiß oder rötlichweiß. Der Kern ist weiß oder gelblich, zähe und porös. Manche Ware ist nicht mehlig im Durchschnitt, sondern hornartig, was daher kommt, daß sie über Feuer getrocknet wurde, wodurch das Stärkemehl verkleistert wird. Die Wurzel hat keinen Geruch, schmeckt beim Kauen bitterlich schleimig, später kratzend scharf. Die Sorten werden nach den Erzeugungsländern oder Ausfuhrhäfen benannt. Als beliebteste im deutschen Handel erscheint dermalen die Honduras, die man nicht bloß von Honduras, sondern auch von dem benachbarten Belice und Guatemala in großen, an den Ecken abgerundeten Ballen erhält, die entweder oben und unten, oder auch ganz mit Tierhäuten überzogen sind und die Wurzeln in Form einzelner Bündel enthalten. Von diesen kann man je nach Art der Packung dreierlei Sorten unterscheiden: entweder liegen die Wurzelstöcke in der Mitte und die langen Wurzelfasern sind von rechts nach links bogenförmig gegen die Stengelreste hineingeschlagen, oder die Wurzelstöcke befinden sich noch in ihrer natürlichen Lage und die