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Merck's Warenlexikon

Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884

Beschreibung der im Handel vorkommenden Natur- und Kunsterzeugnisse unter besonderer Berücksichtigung der chemisch-technischen und anderer Fabrikate, der Droguen- und Farbewaren, der Kolonialwaren, der Landesprodukte, der Material- und Mineralwaren.

Schlagworte auf dieser Seite: Tabak

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Tabak - Tabak

33 und 36¾, Mulang 24½ und 30¾, Loamadjang 31 und 46, Bezoeki 47½ und 58, Banjoemaas 43½ und 93, Vorstenlanden 42½ und 48, Kadjoe 38½, Rembang 35-36, Preanger 48, Molukken 31½, Samarang 43, Bagelen 38¾, Soerabaya 25, Banjoewangie 32 und 63½.

Sumatra: Deli 112, Lankat 123, Serdang 90, Edi 54.

Manilla, daselbst und in Antwerpen, Angaben in Quintals: Cugaijan, vier Qualitäten (1 a, 2 a, 3 a, 4 a), à Pfd. 63, 56,70, 32 und 12-14;

Isabella, desgl., 71,4, 60,9, 33,6 und 14,7.

In den Hansastädten wurde notiert: Mai 1881 pro Ztr., oder 100 Pfd. (Originalpartien aus erster Hand):

Havanna, Deckblatt 350 bis 1000, Umblatt und Aufarbeiter 200-400, Einlage 120-240;

Cuba, Yara und Guiza 170 bis 205 und 265-320;

St. Jago 150-170, 200-220, Gibara 70-100-150;

Domingo, Deckblatt 80-110, Umblatt 50-60, Einlage 38-50;

Portorico, Nordseiten 50-60, Südseiten 40-50;

Varinas, Blätter 65-70, Rollen 80-100;

Seadleaf, Deckblatt 70-130, Deck- und Umblatt 50-70, Fillers 48-50;

Brasil, St. Felix, Pat. und Flor 120-200, 1 a 80-100, 2 a 65-75, 3 a 55-60; Cachoeira, Pat. und P. F. 70-120, 1 a 55-65, 2 a 45-55, 3 a 40-45, Refugo 15-30; Rio Grande, Pat. und 1 a 40-55, 2 a 30-40;

Kolumbia, Giron 65-150, Ambalema 55-220, Carmen 50-150;

Palmira 80-150;

Cumana 40-55;

Esmeralda, entrippt, 130-160;

Ungarischer T. 22-60;

Russischer, Ukrainer 35-40, Saratow 25-35.

Stengel 6-8 Mk. (Vgl. die Werte der Ausfuhren unter F. Statistik.) -

K. Verarbeitung. Diese zerfällt in die Bearbeitung des Rohtabaks zu Rauch-, Schnupf-, Kautabak und zu Zigarren- und Zigaretten.

I. Der Rauchtabak wird geschnitten und gesponnen, in Rollen (Kraus- oder Krüll T.) verkauft. Die erforderlichen Manipulationen in den Fabriken sind:

1) Sortieren, zum Teil mit Entrippen und Abblatten, wodurch der T. leichter und angenehmer wird, oder mit Plätten der Rippen unter Walzen, wodurch sie leichter und vollkommener brennen. Ungeschnittene Rippen und Stengel werden gewalzt, um sie mit geschnittenem T. mischen zu können.

2) Beizen oder Saucieren, Einlegen vor dem Entrippen oder Besprengen nach demselben in oder mit einer Sauce; deren Zusammensetzung ist Fabrikgeheimnis und bedingt wesentlich die Güte des Fabrikates. Zucker aus Melasse oder Abkochung von Rosinen, Feigen etc., Salz, Salmiak, Salpeter u. dgl. und aromatische Substanzen bilden die Bestandteile. Die Blätter bleiben 8-12 Tage besprengt oder 1-3 Tage in der Sauce und werden dadurch einer nochmaligen Gärung unterworfen; sie werden dann wieder an der Luft getrocknet.

3) Schneiden auf dem Schneideladen.

4) Darren zum vollen Trocknen und Kräuseln in Pfannen oder auf glatten Kacheln.

5) Verpacken in Pakete oder lose Aufbewahrung.

6) Anstatt des Schneidens das Spinnen zu Rollen nach vorherigem Besprengen mit Wasser, um die Blätter geschmeidig zu machen, mittels besonderer Spinnmühlen und Nachhilfe durch die Hand.

II. Zigarren; diese werden fabrikmäßig und in Hausarbeit dargestellt. Man kennt die Fabrikation seit 1788 durch Schöttmann in Hamburg, von da kam sie nach Bremen, 1830 nach Berlin und Leipzig etc. Die Arbeit besteht in der Anfertigung des Wickels, Einlage und darum gerolltes Umblatt, dann dem Umhüllen mit dem Deckblatt, dem Trocknen und dem Sortieren nach Farbe (brown, light brown, yellow etc.) und Form und dem Verpacken in Kistchen zu 100, 250 und 1000 Stück.

In der Havanna rollen die Arbeiter (Neger und Mulatten, Frauen und Männer) das mäßig feuchte Blatt und die Einlage zwischen Hand und einer um den Hals gehängten hölzernen Tafel, welche auf den Knien ruht, anderwärts rollt man zwischen Holzplatten auf einem Marmortisch, in Spanien zwischen rechter Hand und entblößtem linkem Arm, bei uns in der Hausindustrie auf kleinen Arbeitstischen, neuerdings auch durch Maschinenarbeit in Fabriken.

Die aufeinanderfolgenden Arbeiten sind: sorgfältiges Sortieren der Blätter, Trennung von Deckblatt und Einlage, Befeuchten der Blätter und Entrippen (soweit nicht ungerippt zum Umblatt verwendet), Trocknen der Einlage, Befeuchten der Deckblätter. Zuschneiden (6-10 aus einem guten Blatt) der Länge des Blattes nach, Übereinanderschichten und Beschweren, um das Zusammenschrumpfen zu verhindern, Formen des Wickels aus der Einlage, auch durch Maschinen, Umwickeln mit dem Umblatt, Rollen des ganzen zur gleichen und passenden Form, Auflegen auf das Deckblatt in schiefer Lage, Umschlagen in schief aufsteigender Richtung und Drehen der Spitze zwischen den Fingern. Die fertigen Zigarren werden auf Horden ausgebreitet und an der Luft, bezw. am Ofen, getrocknet, dann sortiert und verpackt.

Das Fertigen der Zigarren in gewünschter Form, Glätte und Schönheit, nicht zu fest, nicht zu locker, ist Sache der Übung. Das Deckblatt wiegt ¼-⅕ des Wickels und kostet in der Regel so viel wie dieser. In Manila wird das Deckblatt der Länge nach umgelegt, nicht spiralig, und mit einem narkotischen Saft eines Gummibaums befestigt; die Zigarren bilden lange Rollen, regelmäßig sich verstärkende Röhren. Die Zigarrensorten werden gewöhnlich nach den Firmen benannt.

Auf Cuba fertigt man echte und nachgemachte Havannas: beste Sorte als Vegueros (Naturales oder Pflanzerzigarren) aus den besten Blättern aus einem Stück ohne Einlage, 20 cm lang; zweite Sorte Regalia del Duque aus entrippten und R. communes aus unentrippten Blättern; zahlreiche andre Sorten, aus verschiednen Blättern; Trabucos, kurz und dick etc. - Hauptfirmen sind: Silva, Ugues, Upmann, Cabannas, Dos Amigos. Nachahmungen vielfach und gleiche Bezeichnungen für solche. Gute Ernten sollen 1% feinste (Deck-) Blätter, 8% erster, 12% zweiter, 20% dritter und 59% vierter Qualität liefern. -

In Deutschland wird meistens Brasil und Cuba, dann Ambalema und Manila T. (in abnehmender Menge), Carmen, Java und Pfälzer verarbeitet. Man rechnet auf 1800 kg T. 1400 = 200 Mille Zigarren, 340 kg Rippentabak, 60 kg Verlust.