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Merck's Warenlexikon

Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884

Beschreibung der im Handel vorkommenden Natur- und Kunsterzeugnisse unter besonderer Berücksichtigung der chemisch-technischen und anderer Fabrikate, der Droguen- und Farbewaren, der Kolonialwaren, der Landesprodukte, der Material- und Mineralwaren.

Schlagworte auf dieser Seite: Zimtblüte; Zimtöl; Zink

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Zimtblüte - Zink

gehalt (nur 4% bei echtem Z.), die Färbung des Wassers beim Kochen (destillierter Z. färbt nicht mehr) und das Gefühl der Trockenheit oder Feuchtigkeit (destillierter fühlt sich feucht an). Statistisches. Der Z. wird in der Küche, zu Schokoladen, Likören, in Konditoreien, zur Destillation von Zimtöl, zu Parfümerien, zu Zimttinktur und in den Apotheken verwendet und deshalb in ziemlicher Menge verbraucht. Ceylon soll noch 500000 kg jährlich erzeugen. Die Menge des Z. der andern Arten aus dem sonstigen Asien gibt von Scherzer zu 7,5 Mill. Frcs. an Wert an, gegen 1,5 Mill. Frcs. für Ceylon. Chinas Ausfuhr in den letzten Jahren war 78000-96000 Kisten oder 39-48000 Pikuls zu 60,48 kg, also 2,358-2,963 Mill. kg. Das Jahreserzeugnis wird auch zu 4,2 Mill, kg angegeben; von der Ausfuhr gehen über 50% nach England, etwa 30% nach Amerika und 14% nach Hamburg. Englands Einfuhr ist 1 bis 1.5 Mill, kg, die von Hamburg ist in der letzten Zeit sehr wechselnd gewesen; 1874 = 14540, 1875 = 14540, 1877 = 82170 kg. Der Verbrauch im Zollverein überhaupt bewegt sich durchschnittlich zwischen 6000 und 7000 m. Ztr. - Zoll: Die eben sub I-VII genannten Zimtarten werden gem. Tarif Nr. 25 i verzollt. Dagegen ist der sub VIII genannte weiße Z. gem. Tarif Nr. 5 i zollfrei.

Zimtblüte (Zimtnägelein, Flores Cassiae, Clavelli Cinnamomi), die nach dem Verblühen gesammelten und getrockneten Blüten verschiedner Zimtbäume; sie sind den Gewürznelken an Gestalt ähnlich, aber kleiner, hart, schwarzbraun, zimtartig in Geruch und Geschmack, wenn gut nicht kampferartig, frisch, rein, stiellos. Sie kommen besonders aus China, via London und Hamburg in Kisten von 30 kg zum Preise von 105 bis 112 Mk. pro 100 kg. Die Einfuhr in Hamburg ist etwa 60-90000 kg. - Zoll s. Tarif im Anh. Nr. 25 i.

Zimtöl. Die verschiednen Zimtsorten des Handels verdanken ihren aromatischen Geruch und zum Teil auch ihren Geschmack dem Gehalte an ätherischem Öl. Man unterscheidet von diesem folgende Sorten im Handel: 1) Ceylonzimtöl (echtes Z., oleum cinnamomi acuti); dasselbe wird bei uns nur selten durch Destillation von Ceylonzimt mit Wasserdampf dargestellt; das meiste gewinnt man schon in Ceylon aus den beim Zurichten und Verpacken des Zimts entstehenden Abfällen; es ist frisch destilliert goldgelb, wird später rötlichbraun und besitzt einen äußerst feinen und starken Zimtgeruch und ein spezifisches Gewicht von 1,025. Man erhält eine nur sehr geringe Ausbeute und deshalb ist sein Preis sehr hoch, circa 220 Mk. pro kg; häufig ist dieses Ceylonzimtöl verfälscht. 2) Cassiazimtöl (Zimtcassiaöl, Cassiaöl, Zimtblütenöl, gewöhnliches Z., chinesisches Z., Cassienblütenöl, oleum cassiae); dasselbe wird in China durch Destillation von Cassienzimtrinde oder auch der Zimtblüten mit Salzwasser erhalten und in zweihenkligen Flaschen aus Blei zu uns gebracht; es ist dickflüssig, gelb bis gelbbraun, von 1,03 bis 1,09 spezif. Gewicht, besitzt einen brennend scharfen Geschmack und starken Zimtgeruch, der aber viel weniger fein ist, als der des Ceylonzimtöls; in Wasser ist das Cassiaöl nur sehr wenig löslich, leicht und reichlich aber in Alkohol und Äther. Gleiche Teile von Cassiaöl und 80%tigem Alkohol müssen noch ein klares Gemisch geben, verfälschtes Öl gibt ein trübes Gemisch. Verfälschungen finden häufig statt, namentlich mit Zedernholzöl, Ricinusöl etc. Das kg Cassiaöl wird mit 8-9 Mk. bezahlt. Dieses, sowie auch das Ceylonzimtöl, benutzt man als Parfüm, sowie als Zusatz bei der Bereitung aromatischer Liköre. Beide Öle sind ihrer chemischen Natur nach im wesentlichen Zimtaldehyd oder Cinnamylaldehyd. 3) Zimtblätteröl; dasselbe soll nach Einigen aus den Blättern, nach Anderen aus den frischen Blüten des Ceylonzimtbaumes destilliert werden; es ist braun, von 1,053 spezif. Gewicht und besitzt einen Geruch, der an Zimt und Nelken zugleich erinnert; es wird nur wenig verwendet. - Zoll s. Tarif Nr. 5 a.

Zink (frz. zinc, engl. spelter, zinc). Ein jetzt massenhaft und zu den verschiedensten Zwecken verwendetes Metall, welches noch vor wenigen Jahrhunderten nicht bekannt war; es wurde erst im 15. Jahrhundert als solches erkannt. Gleichwohl hat man es unbewußt seit alten Zeiten gebraucht zur Legierung mit Kupfer zu Messing, aber man verschmolz mit dem Kupfer gleich das Zinkerz, den Galmei. Das Metall wurde nicht gefunden, weil es sich nicht wie andre Metalle erschmelzen läßt, sondern unter Luftabschluß destilliert werden muß. Die Chinesen hatten es früher wie die Europäer als Marktartikel und führten bis vor etwa 60 Jahren große Quantitäten nach Indien und den Inseln aus, sind aber seitdem durch das wohlfeilere europäische Metall verdrängt worden. Das beste Zinkerz ist der edle Galmei oder Zinkspat; er ist natürliches kohlensaures Zinkoxyd. Neben ihm kommt gewöhnlich ein andres glasiges Erz vor, Kieselzinkerz, gewöhnlicher Galmei, das sich etwas schwieriger verhütten läßt, aber doch mit ersterem zusammen verarbeitet wird. Viel häufiger ist die Schwefelverbindung des Zinkes, die Zinkblende, das Material für Zinkvitriol und Chlorzink, während seine Verarbeitung auf Metall schwieriger und unvorteilhaft ist, so lange man Galmei hat; zudem fällt das Metall minder gut aus. In England gibt es nur Blende (Flintshire und Insel Man), welche man auf Metall verarbeitet; den Hauptbedarf bezieht England vom Festlande und in Erzen von Spanien und Sardinien. - Die Verarbeitung der Zinkerze, von der Blende abgesehen, besteht in Sortieren und Aufbereiten, Rösten und Destillieren. Durch das Rösten wird Kohlensäure und Wasser verjagt und das Zinkoxyd isoliert erhalten. Dieses wird mit dem gleichen Volumen Kohle - Koksklein - gemengt und in Retorten von feuerfestem Thon gefüllt, die reihenweise im Destillierofen liegen. Bei der Erhitzung bis zur Rotglut wird das Oxyd reduziert, indem die Kohle den Sauerstoff desselben an sich reißt und Kohlensäure bildet. Das Metall wird bei einer weit über seinem Schmelzpunkt liegenden Temperatur