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Merck's Warenlexikon

Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884

Beschreibung der im Handel vorkommenden Natur- und Kunsterzeugnisse unter besonderer Berücksichtigung der chemisch-technischen und anderer Fabrikate, der Droguen- und Farbewaren, der Kolonialwaren, der Landesprodukte, der Material- und Mineralwaren.

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Bergauster - Bürsten

die dritte, aus Steinkohlen gewonnene riecht nach Bittermandelöl. Das gegen die Lungenschwindsucht eine Zeitlang als vorzügliches Heilmittel empfohlene benzoësaure Natron sieht in erster Qualität weiß aus und riecht angenehm, die zweite, weißgelbliche Qualität behält trotz ihres doppelkohlensauren Natrons noch einen schwachen Harngeruch und die dritte, auffallend gelbliche riecht stark nach Bittermandelöl. - Zollfrei.

Bergauster ist die beste Qualität Austern (s. d.), die von felsigem Meeresgrund gefischt wird; die geringeren Sorten heißen Sand- und Lehmaustern. - Zoll s. Tarif Nr. 25 r.

Bernstein. Hauptfundorte sind in Ostpreußen das Bergwerk Palmnicken und die Dampfbaggerei bei Schwarzort, von denen ersteres (im Samlande) im Jahre 1880 1550 Ztr., letzteres (auf der kurischen Nehrung) 1100 Ztr. gewann, während weitere 280 Ztr. durch Schöpfen mit Netzen, durch Stechen und Auflesen gewonnen wurden. Außer nach Konstantinopel und Paris gehen, namentlich von Danzig aus, ansehnliche Mengen B. nach Wien, wo die Bernsteinindustrie Hand in Hand mit der Verarbeitung von Meerschaum in großer Blüte steht, so wurden im Jahre 1882 721 Meterzentner B. in Wien eingeführt (gegen 712 in 1881 und 550 in 1877). - Zoll s. Bernstein, S. 48.

Bernstein, schwarzer, s. Gagat.

Besen (Kehrbesen, frz. balai, engl. broom, besom); ein bekanntes Werkzeug zum Kehren und Abfegen in verschiedener Form und Größe; in manchen seiner Sorten dem Baue nach mit den Bürsten übereinstimmend, nur mit längern Borsten versehen, so z. B. Stubenkehrbesen, Möbelbesen u. dgl. Die einfachsten B. sind die Rutenbesen zum Straßenkehren; sie werden aus zusammengebundenen Weiden- oder Birkenzweigen gefertigt und mit Holzstiel versehen, sind aber wenig haltbar. Sehr bewährt haben sich dagegen die Piassavabesen (s. Piassava). - B. aus Reisig sind zollfrei; Piassavabesen werden gem. Tarif im Anhang Nr. 4 a 1 oder 2 verzollt.

Beton, ein mit kleinen Steinen vermischter Zement (vergl. d.), der vorzugsweise zu Wasserbauten, dann aber auch zu Straßenpflasterungen u. s. w. Verwendung findet. - Zollfrei.

Bijouteriewaren. Zoll: Fein gearbeitete aus Nickel, sowie vernierte aus anderen unedlen Metallen Nr. 20 b 2.

Bindrotting heißt im holländischen Handel das „weibliche“ spanische Rohr (s. d., S. 463), das in 1,8-2,4 m langen, einmal gebogenen Bündeln von 100 Stück in den Handel kommt; das „männliche“ heißt Handrotting. - Zoll: S. S. 463.

Birkenteer, vergl. Deggut.

Blackfischbein, s. v. w. weißes Fischbein (vergl. Sepia und Fischbein, S. 133). - Zoll: Knochen der Sepia sind zollfrei.

Blausand heißt im Handel das Streublau (vergl. Kobalt, S. 276). - Zollfrei.

Blech. Zoll: durchschlagenes, gelochtes, sowie mit farbiger Schrift verziertes B. wird als Blechware verzollt.

Bleistiftholz, s. Zedernholz.

Blue points, s. Austern.

Borten. Zoll: Nur halbseidene B., welche sonst der Tarifnummer 30 f angehören, werden durch die Verbindung mit Metallfäden der Nr. 30 e zugeteilt.

Bouteillenstein, dunkelgrüner Obsidian (s. d.). - Zoll: S. Edelsteine, S. 103.

Brackkaffee, s. v. w. marinierter Kaffee (vergl. Kaffee, S. 238).

Brignolles, s. Backobst. - Zoll: S. Tarif N. 25 p 2.

Bucheckern. Zoll: Als Kaffeesurrogat vorbereitet Nr. 25 m 1; Bucheckernöl Nr. 26 a 1 bzw. 2.

Bürsten (frz. brosses, vergettes, engl. brushes). Von diesen bekannten Gebrauchsgegenständen, den Erzeugnissen der Bürstenbinder, hat man viele verschiedene Sorten, die je nach dem Zwecke, zu dem sie dienen sollen, nach Form und Material sich unterscheiden. Das Hauptmaterial zur Herstellung von Bürsten sind die Schweinsborsten von dem Rücken des Schweines (vgl. Borsten); dieselben werden nach sorgfältiger Reinigung und Sortierung entweder an der Sonne oder durch schweflige Säure gebleicht, damit sie weiß werden, oder auch verschiedene meist schwarz, seltener rot oder gelb gefärbt. Nächst den Rückenborsten, welche durch ihre Länge und Steifheit neben großer Elastizität sich auszeichnen und gewöhnlich zu Kleiderbürsten verarbeitet werden, verwendet man auch Borsten von andern Körperteilen des Schweines, die jedoch weicher sind und zu den milden Samtbürsten benutzt werden; zu diesem Zwecke benutzt man auch die Borsten junger Schweine und Ziegenhaare. Pferdehaare verwendet man zu Glanzbürsten und Zahnbürsten. Von Pflanzenfasern finden in der Bürstenfabrikation hauptsächlich die Piassavafaser (s. d.) und die Kokosnußfaser Verwendung. Endlich hat man auch Metallbürsten oder Drahtbürsten aus Draht von Eisen, Stahl, Messing oder Kupfer für verschiedene gewerbliche Zwecke; feine Stahlbürsten werden sogar jetzt als Haarbürsten benutzt. Hinsichtlich ihrer Benutzung unterscheidet man folgende Arten von B.: Kleiderbürsten; dieselben werden in großer Mannigfaltigkeit gefertigt, von den einfachsten und billigsten bis zu den feinsten Sorten, mit oft sehr geschmackvoll eingelegter Arbeit, wozu Perlmutter, Elfenbein, feine Hölzer u. dgl. verwendet werden. Zur Fassung der Borsten bei den ordinären Sorten dienen gewöhnliche harte Hölzer, wie z. B. Buche oder Eiche, in ihrer natürlichen Färbung; in der Regel wird jedoch, damit man die Einziehdrähte nicht sieht, auf der Oberseite eine Deckplatte befestigt, die aus mehr oder weniger feinem Holz gefertigt, lackiert, poliert oder mit Furnür belegt wird. Die Borstenbündel einer guten Kleiderbürste müssen dicht stehen, beim Niederdrücken oder Umbiegen, wenn man sie frei läßt, sofort wieder in ihre frühere Lage zurückkehren und dürfen weder zu hart, noch zu weich sein; nur die bereits