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Merck's Warenlexikon

Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884

Beschreibung der im Handel vorkommenden Natur- und Kunsterzeugnisse unter besonderer Berücksichtigung der chemisch-technischen und anderer Fabrikate, der Droguen- und Farbewaren, der Kolonialwaren, der Landesprodukte, der Material- und Mineralwaren.

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Lackierte Waren - Mutterlaugensalz

dam ist für dieses Öl der Hauptempfangsort, von wo dasselbe nach mehreren Faktoreien gelangt, in denen es mit Milch und Farbe zu Butter verarbeitet wird, da Holland nicht mehr der Nachfrage nach „echter holländischer Butter“ auf dem natürlichen Wege zu genügen vermag. Man möge also vorsichtig bei dem Bezuge „echter holländischer Butter“ sein, auch bei den mit Baumwolle umschlagenen und als echte Ware gestempelten amerikanischen Butterrollen und Pfundstücken läuft ein großer Teil K. mit unter. - Zoll s. Tarif Nr. 25 f.

Lackierte Waren. Die Fabrikation von Lackwaren in Japan hat neuerer Zeit durch Verschlechterung der Ware große Rückschritte gemacht und damit auch einen großen Teil des Absatzes, namentlich nach Deutschland, das besonders für die besseren Qualitäten großer Abnehmer ist, eingebüßt. Der japanesische Fabrikant, veranlaßt durch die sehr herabgedrückten Preise, liefert jetzt billige, aber schlechte Ware, zu der meistens grünes Holz verwandt wird. Auch wird die Verbindung der einzelnen Teile nicht mehr wie früher durch Holzstifte, sondern einfach durch Reiskleister bewirkt, der während des Transportes eintrocknet und seine bindende Kraft verliert, woher es kommt, daß japanesische Lackwaren in neuerer Zeit oft nahezu 25% Bruch aufweisen. - Zoll s. S. 308.

Lametta, die zur Schmückung von Weihnachtsbäumen benutzten Gold- und Silberfäden aus Metall, deren Herstellung trotz des billigen Preises eine ziemlich komplizierte ist; sie werden nach Gewicht gehandelt. - Zoll: L. (durch Walzen hergestellte platte Fäden von versilbertem Kupferblech) s. Tarif Nr. 20 b 1.

Lämmerfelle, vergl. Baranken.

Leberthran. Eine bisher wenig bekannt gewordene Verfälschung von L. wird bereits in Bergen in Norwegen, dem Hauptbezugsplatze für den deutschen Handel, verübt. Statt des blanken Dorschleberthranes wird nämlich den Nichtsachverständigen Thran von der Leber des Scymnus borealis, in Norwegen Haakjärring genannt, geliefert. Dieser Fisch gehört zum Haifischgeschlecht und wird im Polarmeere und an der Westküste Norwegens viel gefischt, die größeren Tiere liefern 1½-2 Tonnen Leber. Der Thran derselben ist ebenfalls schön blank und billiger als der des Dorsches, enthält wenig Stearin und riecht und schmeckt unangenehm. Auch wird das fließende Fett von Robben häufig als blanker L. verkauft; dasselbe hat wenig Fettsäure und ist schwer zu verdauen. - Zoll s. Tarif Nr. 26 c 3.

Lehmauster, s. Bergauster.

Leuchtstoff, Balmainscher, s. Balmainscher Leuchtstoff.

Lingue ist die Lohe, wie sie von dem in Südamerika etwa vom 36. Grad nach Süden zu heimischen Linguebaum gewonnen wird. Sie zeichnet sich durch vorzüglichen Tanningehalt aus und liefert ein ungemein haltbares Leder, da sie demselben eine gewisse zähe harzige Substanz zuführt. Das chilenische Sohlleder verdankt der L. seine Güte. - Zoll s. Tarif Nr. 13 b.

Lithophanien, s. Diaphanbilder.

Lubricating-oil, als Schmieröl Verwendete Petroleumsorte (vergl. Globeöl und Petroleum, S. 418). - Zollfrei.

Lufah, ein neuerer Zeit in den Handel kommender Toilettenartikel, der ähnlich dem Badeschwamm zum Waschen und Frottieren benutzt wird. Es ist ein Präparat aus einer in Ägypten heimischen Kürbisart, deren Frucht in Regenwasser derart erweicht wird, daß die fleischigen Teile sich mittels einer Bürste entfernen lassen und nur das vielverschlungene Rippen- und Faserngeflecht zurückbleibt, das dann zu einem wirren, beinahe filzigen Netzwerke zusammentrocknet, welches schärfer frottiert als der gewöhnliche Badeschwamm. - Zollfrei.

Maibaschi, eine japanesische Seidensorte im deutschen Handel. - Zoll s. S. 517 (Seide).

Malachit, vergl. Atlaserz. - Zoll s. Edelsteine S. 103.

Mandeln, vergl. Cavaliere.

Margarinbutter, s. Kunstbutter.

Meerschaum. Hauptstapelplatz für M. ist Wien, welches 1882 3054 Meterztr. (gegen 3395 in 1881, 2749 in 1880, 2486 in 1879) M. einführte, von denen wohl der weitaus größte Teil in Wien selbst zur Verarbeitung gelangt, da nur in neuester Zeit eine Ausfuhr rohen M.es nach Nordamerika bekannt geworden, während sonst nur Meerschaumwaren, also verarbeiteter M. zur Ausfuhr gelangt. Der Export von M. aus Kleinasien ist in stetigem Steigen begriffen

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im Jahre 1878 betrug er etwa 7100 Kisten

" " 1879 " " " 7700 "

" " 1880 " " " 7700 "

" " 1881 " " " 11100 "

Zoll s. S. 348.

Mu-shi-tse, eine chinesische Galläpfelsorte, die nicht wie die als „chinesische oder japanesische Gallen“ (vergl. Galläpfel S. 150) bekannte Handelsware aus auf Sumach-Arten gebildeten Insektenbehausungen besteht, sondern von einer Eichenart (quercus sp. Amentaceae) stammt und im Handel gewöhnlich „große Gallnüsse“ genannt wird. Die M. sind dunkelbraun, rund oder länglichrund und haben eine glatte Oberfläche, während die „chinesischen Gallen“, von den Chinesen „Wuh-pei-tse“ genannt, spitze Zacken und Hörner aufweisen. Häufig haben die M. die Form einer kleinen Banane oder Pflaume und gleichen dann einer Sorte levantinischer Gallnüsse; sie besitzen, obgleich sie in China höher im Preise als die Wuh-pei-tse stehen, doch weniger Tanningehalt und werden daher selbständig nicht exportiert, doch kommen sie als Beimengungen der besseren Honan- und Szechuen Gallen vielfach in den deutschen Handel. - Zollfrei.

Mutterlaugensalz. Zoll: M. zu Bädern werden auf besondere Erlaubnis, wenn sie seewärts eingehen, zollfrei, und wenn sie auf anderen Wegen eingehen, zum Satze von 0,80 Mk. pro 100 kg abgelassen.