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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Spatangidae – Spechte

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Spat (Krankheit)'

lich stärker lahm, in den höheren Graden auf drei Beinen weg und setzen erst allmählich den kranken Fuß wieder auf. Heilung des S. wird häufig erzielt durch scharfe Einreibungen; wirksam ist das Brennen und die sog. Spatoperation (Knochenhautschnitt). Nach Beseitigung der Spatlahmheit ist zweckentsprechende Regelung des Hufbeschlags an dem erkrankten Fuße sehr wichtig. – Vgl. Möller, Lehrbuch der tierärztlichen Chirurgie (2. Aufl. Stuttg. 1895).

Spatangidae, s. Seeigel.

Spateisenstein, Mineral, s. Eisenspat.

Spatel oder Spachtel, Verkleinerungsform von Spaten, ein hölzernes oder eisernes spatenförmiges Werkzeug zum Verkitten von Fugen; auch ein ähnlich geformtes Gerät zum Umrühren.

Spatelförmig, s. Blatt.

Spaten, s. Gartengeräte; über S. bei Spielkarten s. d.

Spatenkultur, auch Feldgärtnerei, die Bearbeitung des Ackerbodens mit der Hand und dem Spaten (s. Tafel: Landwirtschaftliche Geräte und Maschinen I, Fig. 2 u. 4.), auch der Grabgabel (Forke, Fig. 3 u. 5) oder Haue. Die S. kann sorgfältiger ausgeführt werden als die mit Spanngeräten, erfordert aber mehr Zeit und Kräfte, ist deshalb in größeren Wirtschaft*** (Anmerkung des Editors: (unlesbar)) ausnahmsweise, z. B. zum Möhren***r; beim Gartenbau ist sie ausschließlich im Gebrauch (s. Gartengeräte und Tafel Gartengeräte, Fig.1). Der höhere Reinertrag ist nur *** erheblich, wenn z. B. ein Bauer mit den Kräften seiner Familie zur Bestellung seines Ackers ausre***.

Spaterhöhung, s. Spat (Krankheit).

Spätfrost, s. Frostschaden.

Spätgeburt, s. Geburt und Schwangerschaft.

Spatglas, s. Milchglas.

Spätgotik, s. Deutsche Kunst und Gotischer Stil.

Spatha, (lat.; grch. spáthe; davon ital. spada; frz. épée), eine zweischneidige, lange eiserne Hiebwaffe, die anscheinend allgemein zuerst von den Galliern, dann von den Germanen geführt wurde. In der späteren Kaiserzeit erscheint diese Schwertform auch bei den Römern.

Spatha, Hüllblatt bei den Araceen (s. d.)

Spatĭen, s. Spatium und Ausschließung.

Spatĭös. (lat.), geräumig, weit.

Spatĭum (lat.), Raum, Zwischenraum; in der Buchdruckerei bezeichnete man als Spatien (s. Ausschließung) diejenigen Körper von Schriftmetall, mit denen die kleinsten Räume ausgefüllt werden und welche daher niedriger als Lettern sind. Die Spatien werden auch zum Ausschließen, d.h. zur Erzielung gleichmäßiger Breite aller Zeile benutzt.

Spätlein, s. Flachs.

Spatprobe, s. Spat (der Pferde).

Spätrenaissance, die Kunstepoche zwischen der Hochrenaissance und dem Barock, die in Italien etwa von 1560 bis 1620 dauerte. (S. Renaissance). In Frankreich und England umspannt sie eine längere Zeit und äußert sich hier im Palladianismus (s. d.), dort im Stil Louis treize und Louis quatorze (s. Französische Kunst). Ebe («Spätrenaissance», Berl. 1886) versteht unter S. die ganze zwischen Michelangelo und Schinkel liegende Kunst.

Spatz, s. Sperling. – Einsamer S., s. Drossel.

Spawasser, s. Spa.

Speaker (engl., spr. spihker, d. i. Sprecher), Titel des Vorsitzenden des engl. Unterhauses (s. Commons, House of). Der S. wird für jedes Parlament neu gewählt und bleibt dann für alle Sitzungsperioden ↔ desselben im Amte. Seine Wahl bedarf der öffentlichen Bestätigung durch den König oder durch die in dessen Vertretung zur Eröffnung des Parlaments ernannten Commissioners. Der S. sitzt auf einem thronartig erhöhten Stuhl, vor ihm liegt das Mace (ein großes vergoldetes Scepter) als Zeichen seiner Autorität. Die Mitglieder des Hauses müssen stets ihre Reden an ihn richten; eine Rednerliste wird nicht geführt. Wer sprechen will, sieht den S. an, und dieser sieht das Mitglied an, dem er das Wort erteilen will. Der Speaker *** sich stets neutral und spricht nur, *** auf die Geschäftsordnung ***ffen oder ein Mitglied ***r O***. Bei Verhinderungsfällen wird er vom Chairman of Committees (s. Bill) vertreten, der auch den Titel Deputy S. führt.

Der S. vertritt das House of Commons auch nach außen, namentlich dem König gegenüber. Er hat eine Amtswohnung und 5000 Pfd. St. Jahresgehalt. In der Rangliste folgt er unmittelbar den Peers und wird nach seinem Rücktritt regelmäßig zum Peer ernannt.

Specht, Friedr., Tiermaler, geb. 6. Mai 1839 zu Lauffen am Neckar, lernte in der artistischen Anstalt von Baisch und an der Kunstschule in Stuttgart, wo er auch seinen Wohnsitz nahm. S. lieferte in Öl zahlreiche Darstellungen von jagdbaren Tieren, Jagdhunden u.s.w. Am bekanntesten aber wurde er durch seine in Holzschnitt vervielfältigten Tierbilder. Von größeren Werken, für die S. die Illustrationen lieferte, sind hervorzuheben: «Diana, Blätter für Jagd- und Hundefreunde», «Wanderungen durch das Tierreich aller Zonen», «Tierstudien, als Zeichenvorlage und Zimmerschmuck», Brehm's «Tierleben» (3. Aufl., Lpz. 1890 fg.) und Martin, «Illustrierte Naturgeschichte der Tiere» 82 Bde. ebd. 1882–84). Mit K. Vogt gab er heraus: «Die Säugetiere in Wort und Bild» (Münch. 1883).

Spechte (Pici), eine Ordnung der Vögel, ausgezeichnet durch einen geraden, meist verlängerten meißelartigen Schnabel, mit kurzen, kräftigen Beinen, deren äußere Zehe wie die Innenzehe nach hinten gerichtet ist, und mit dünner, vorschnellbarer Zunge. Die Ordnung zerfällt in drei Familien, die Wendehälse (Lyngidae), die Spechtlinge (Picumnidae) und die eigentlichen S. (Picidae); die erstere besteht aus einer Gattung mit fünf Arten, die in Europa, Afrika und Nordasien bis Vorderindien vorkommen, ein weiches, mattfarbiges Gefieder, einen abgerundeten Schwanz mit durchaus weichen Federn und einen kaum kopflangen Schnabel haben. Zu ihnen gehört der gemeine Wendehals (s. d. und Tafel: Spechte, Fig. 7). Die Spechtlinge sind kleine, meist heller und dunkler grau gewellte Vögel mit roter oder gelber Kopfplatte und kurzem Spechtschnabel; sie bewohnen in 24 Arten Südamerika (so z.B. Picumnus squamulatus Lafr. aus Venezuela, Fig 4), in 4 Ostindien und eine findet sich in Westafrika. Die eigentlichen S., die in mehr als 300 Arten die ganze Erde mit Ausnahme Madagaskars und Australiens nebst den benachbarten Inseln bewohnen, haben einen mindestens kopflangen, meist längeren Schnabel und einen keilförmigen Schwanz, dessen zwölf steife Federn am freien Ende zugespitzt sind und beim senkrechten Klettern an Baumstämmen als federnde, elastische Stütze dienen. Die S. leben gelegentlich von Pflanzenstoffen, meist aber von Insekten, die sie durch geschicktes Aufhacken der Rinde und des Holzes

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 128.