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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

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Einleitung.

Einrichtung des Geschäftes.

Eine schwierige, ja fast unlösbare Aufgabe würde es sein, bestimmte, stets zutreffende Regeln fur die Einrichtung des Geschäftes zu geben. Grösse, Art des Geschäftes und vor Allem die zu Gebote stehenden Lokalitäten werden immer die massgebenden Faktoren bleiben. Allgemeine Regeln und praktische, durch die Erfahrung bestätigte Winke sind das Einzige, was sich hierbei bieten lässt.

Peinliche Sauberkeit und die strengste Ordnung sollten aber in keinem Geschäftslokal fehlen, und selbst eine gewisse Eleganz, die darum noch nicht Luxus zu sein braucht, ist wohl angebracht. Unsere heutige Zeit macht eben an alle Geschäfte auch im Aeusseren grössere Ansprüche, als die früheren Jahrzehnte, und die alten "Giftbuden", wie der Volkswitz so häufig die früheren Apotheken und Drogengeschäfte nannte, sind heute durchaus nicht mehr am Platze.

Das Kapital, welches der Geschäftsmann für eine hübsche Ausstattung der Geschäftsräume anlegt, wird sich stets gut verzinsen. Vor Allem sollte Niemand versäumen, auch von Aussen her das Geschäft durch gut ausgestattete Schaufenster zu kennzeichnen. Gut und ansprechend dekorirte Schaufenster mit öfter wechselnder Besetzung, und, wenn möglich, mit Bezeichnung der Preise für die einzelnen Artikel locken gar manchen Käufer in das Geschäft, während auf der anderen Seite ein unsauberes Fenster mit verstaubten Waaren die Käufer nur abschrecken kann. Stehen zwei oder mehrere Fenster zu Gebote, so wird man immer gut thun, die Waaren nach ihrer Art zu sondern. Es macht einen schlechten Eindruck, wenn man, wie das so häufig der Fall ist, Waaren, welche zu Heilzwecken oder zum Genuss bestimmt sind, mitten zwischen oft giftigen Farben und chemischen Präparaten arrangirt findet. Ebenso muss man die auszustellenden Waaren den jeweiligen Bedürfnissen der Saison anpassen.

Im Laden selbst sind es vor Allem die Regale und Standgefässe, welchen die grösste Aufmerksamkeit zu widmen ist. Die ersteren sind fortwährend gut in Politur oder Farbe zu erhalten. Die Dekorirung derselben richtet sich natürlich nach dem Geschmack des Besitzers; doch sind aus praktischen Gründen ganz helle Farben zu vermeiden. Sehr hübsch macht sich z. B. und bewährt sich auch aufs Beste schwarz, mit Silber oder Goldbronce verziert. Von einer solchen Bemalung heben sich die weissen Schilder auf das Vortheilhafteste und Deutlichste ab, und namentlich, wenn die Schiebkasten von den Säulen und Zwischenwänden durch verschiedene Lackirung (matt und blank) unterschieden sind, macht ein so dekorirter Laden stets einen eleganten Eindruck. Der Ladentisch, an welchen das Publikum tritt, muss immer ganz besonders sauber sein. Zur Platte desselben eignet sich sehr gut ein harter, grauer Marmor, der sog. St. Annen-Marmor, welcher so hart und