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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

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Einleitung.

Vorrichtungen versagen aber den Dienst, sobald man es mit spezifisch schweren Flüssigkeiten zu thun hat, oder wenn der Ballon schon ziemlich geleert ist. Um allen diesen Uebelständen abzuhelfen, hat der Verfasser nach zahlreichen Versuchen einen Heber konstruirt, welcher allen billigen Anforderungen genügt. Nebenstehende Zeichnung wird am besten deutlich machen, in welcher Weise der Heber konstruirt ist. Der kürzere Schenkel A kann von beliebiger Weite sein, während der Schenkel B den zwei- bis dreifachen Durchmesser von A haben muss. Bei dem in meinem Gebrauch befindlichen Heber hat A 10 mm, B 25 mm Durchmesser. Letzterer ist an beiden Enden so weit verjüngt, dass die Ein- und Ausflussöffnung ebenfalls 10 mm Weite hat. Hierdurch wird erreicht, dass die Flüssigkeitssäule in B, abgesehen von der grösseren Länge des Schenkels, ein 6 ¼mal grösseres Volumen resp. Gewicht hat als die in Schenkel A.

Auf dem Knie C ist, etwas nach dem Abflussrohr zu, ein kleiner Trichter eingefügt, dessen Ausflussöffnung durch einen mit einem Gummirohr überzogenen Stab leicht geschlossen werden kann. Die Ausflussöffnung von B wird entweder ebenfalls durch einen Gummistopfen geschlossen oder noch weit besser mit einem Hahn von Hartgummi oder Glas versehen.

Soll der Heber nun funktioniren, so taucht man das Rohr A in die betreffende Flüssigkeit, schliesst den Hahn D und füllt nun durch den Trichter das Rohr B mit der gleichen Flüssigkeit. Sobald dies geschehen, wird der Trichter geschlossen und der Hahn D geöffnet. Die Flüssigkeitssäule im Schenkel B wird kaum zu einem Drittel oder bis zur Hälfte abgelaufen sein, bis die Luftverdünnung im Heber so stark geworden ist, dass die Flüssigkeitssäule im Schenkel A übersteigt und nun in konstantem Strahle fliesst, bis entweder der Hahn D geschlossen oder der Stopfen des Trichters herausgenommen wird. Im letzteren Falle entleert sich der Heber natürlich gänzlich, während im anderen Falle Schenkel B gefüllt bleibt und der Heber, wenn man ihn im Ballon belässt, nach beliebiger Zeit weiter funktionirt, sobald man den Hahn D von Neuem öffnet.

Auf diese Weise wird es möglich, dass man z. B. in Mineralwasser- fabriken die Schwefelsäure aus den Ballons ganz beliebig, wie aus einem Fasse, abzapfen kann. Das Einzige, was natürlich nicht versäumt werden darf, ist, dass man immer so viel Flüssigkeit zurücklässt, um den Schenkel B damit füllen zu können.

^[AbbFig. 1. Heber.]