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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Filtriren; Koliren; Technische Arbeiten und Ausdrücke

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Einleitung.

Technische Arbeiten und Ausdrücke.

Wenn auch der Drogist in der Hauptsache nur Kaufmann und nicht Fabrikant der von ihm vertriebenen Präparate ist, so giebt es doch eine ganze Reihe von Arbeiten, welche in jedem Drogengeschäfte vorgenommen werden, und mit vielen anderen soll er doch, auch wenn er sie nicht selbst vornimmt, in den Grundzügen vertraut sein.

Koliren oder Durchseihen nennt man die Trennung flüssiger Bestandtheile von festen, bei der es nicht auf absolute Klarheit der Flüssigkeit ankommt. Die gewonnene Flüssigkeit heisst Kolatur. Man bedient sich meistens viereckiger Flanell- oder Leinentücher, welche lose in einen viereckigen Rahmen, Tenakel genannt, eingehängt werden. Das zuerst Durchlaufende ist fast immer trübe und wird deshalb noch einmal zurückgegossen.

Filtriren. Der Zweck des Filtrirens ist die mechanische, aber vollständige Trennung der flüssigen Bestandtheile einer Mischung von den in derselben enthaltenen festen Bestandtheilen. Kommt es bei der Flüssigkeit auf absolute Klarheit an, die durch das Koliren nicht zu erreichen ist, so bedient man sich dazu des sog. Filtrirens durch poröses Papier. Von letzterem legt man ein kreisrundes Stück oder einen viereckigen Bogen, den man nachher beschneidet, in fächerartige Falten und zwar derartig, dass die Spitzen der Falten alle in einem Punkt zusammenlaufen. Der so zusammengelegte Bogen wird auseinandergenommen und in einen Trichter gelegt. Die Falten verhindern, dass das Papier sich dicht an die Wandungen des Trichters anlegt und so das Ablaufen der durchsickernden Flüssigkeit erschwert. Man benetzt zuerst das Filter mit ein wenig Wasser oder Alkohol, je nach der zu filtrirenden Flüssigkeit, und giesst dann die letztere in einem langsamen Strahl an der Wandung des Filters hinunter. Diese Vorsicht ist nothwendig, um das Zerreissen der ohnehin zarten Spitze zu vermeiden. Ist die durchgelaufene Flüssigkeit anfangs noch nicht klar, so wird sie nochmals zurückgegossen. Gutes Filtrirpapier muss weiss, porös und doch ziemlich zähe sein. Selbst bei einem gut bereiteten Filter legt sich doch ein grosser Theil desselben dicht an die Wandungen des Trichters an und verhindert dadurch ein rasches Filtriren der Flüssigkeit. Um diesen Uebelstand zu vermeiden, hat man vielfach Trichter aus Glas und Porzellan mit gerippten Wandungen angefertigt; noch weit günstigere Erfolge erzielt man, wenn man sich für die Glastrichter Einsätze aus feingelochtem Zink- oder Weissblech, oder aus fein verzinntem Drahtgeflecht machen lässt. Diese Einsätze sind mit einer sehr feinen Spitze und, um das zu dichte Anlegen an die Glaswand zu verhindern, aussen mit 3 oder 4 angelötheten, senkrecht ablaufenden Drahtstreifen versehen. Für einen solchen Einsatz ist kein Faltenfilter nöthig, sondern man legt das Papier einfach zusammen und erreicht doch,