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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Früchte

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Theoretisches über die Hauptorgane der Phanerogamen-Pflanzen.

Griffel bis zu den Samenanlagen wachsenden Schlauch, der denselben etwas von seinem Inhalte abgeben, d. h. die Eichen befruchten muss, wenn sie zu keimfähigen Samen werden, d. h. fähig sein sollen, neuen Pflanzenindividuen das Dasein zu geben. Der Zweig, welcher nur Blüthen und keine Laubblätter trägt, heisst Blüthenstiel. Er ist ein Theil des Blüthenstandes, denn wenn er auch in seinem anatomischen Bau mit den Aesten übereinstimmt, so fällt er doch mit der Reife der Frucht ab. Haben mehrere zu einem Blüthenstande vereinigte Blüthen einen gemeinschaftlichen Blüthenstiel, so bezeichnet man denselben mit Blüthenstengel oder Spindel.

In der Regel sind beide Geschlechter in einer Blüthe vereinigt (monöcische Pflanze), oder die Geschlechter sind getrennt (diöcische Pflanze), entweder auf derselben Pflanze, wie z. B. bei der Haselnuss, oder auf verschiedenen Pflanzen, wie beim Hanf. Bei den Kompositen sind die Geschlechter allerdings getrennt, aber auf ein und demselben Fruchtboden von einem Kelch umschlossen vereinigt; hier ist der äussere Blüthenkranz männlich, die inneren oder Strahlenblüthen sind weiblich.

Die Bezeichnung der Blüthenarten ist eine sehr verschiedene, theils nach ihrer äusseren Form, theils nach Anordnung des Blüthenstandes etc. etc., doch gehören die spezielleren Angaben hierfür in die eigentliche Botanik.

Früchte. Fructus.

Die Fruchtblätter einer Blüthe mit den reifen Samen und etwaigen anderen Theilen der Blüthe und ihrer Umgebung, die sich gelegentlich nach dem Verblühen während der Samenreife besonders ausbilden, nennt man eine Frucht. Bestehen die Früchte aus mehreren, äusserlich gegliederten Theilen, sei es, dass die einzelnen Fruchtblätter nicht mit einander verwachsen, sondern frei bleiben, sei es, dass die Frucht sich in anderer Weise in mehrere Theile spaltet, so nennen wir diese Theile Früchtchen.

^[Abb:Fig. 42. Durchschnitt des Blüthenstandes einer Komposite. f gemeinschaftlicher Blüthenboden (receptaculum), i Hüllkelch (peranthodium), s Spreublätter (paelae s. bracteolae). a Randblüthen, Strahlblüthen (flores radii), b Scheibenblüthen (flores disci).]

^[Abb:Fig. 43. Durchschnitt des Pistills von Papaver somniferum, als Beispiel eines vielgliedrigen Pistills und echter Scheidewände.]

^[Abb:Fig. 44. Frucht von Papaver somniferum, Variet. nigrum. Links die Narbe von oben gesehen.]