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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

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Radices. Wurzeln.

Rádices rect. Rhizóma íridis oder íreos.

Veilchenwurzeln.

Iris. Florentína. I. pállida. Iridéae. Nordafrika, Südeuropa, wild und kultivirt.

Der Name der Droge ist nur bedingt durch den starken, veilchenartigen Geruch, welchen die getrockneten Wurzeln haben; in frischem Zustände fehlt derselbe gänzlich. Früher kam dieselbe auch ungeschält in den Handel, neuerdings so gut wie gar nicht mehr. Horizontaler Wurzelstock 5-12 cm lang, ca. daumendick, plattgedrückt, meist gekrümmt, zuweilen verästelt, knollig gegliedert, oben eben, unten narbig durch die abgeschnittenen Wurzelreste. Schwer, fest, weisslich bis gelblich; auf dem Bruch körnig mehlig. Die besonders grossen glatten Exemplare werden durch Schneiden und Feilen in glatte Stäbchenform als Rad. iridis pro infantibus in den Handel gebracht. Ferner dreht man erbsengrosse Kügelchen aus der Wurzel, zum Einlegen in sog. Fontanellen. Der Geruch ist stark veilchenartig, Geschmack bitter, etwas scharf, schleimig. Am meisten geschätzt sind die Florentiner Wurzeln, während die Veroneser, welche länger und dünner sind, als minderwerthig gelten. In neuester Zeit kommen aus unseren afrikanischen Kolonien, namentlich aus Kameroon, sog. afrikanische Veilchenwurzeln in den Handel. Dieselben, wahrscheinlich von wildwachsenden Pflanzen abstammend, sind weit kleiner als die italienischen, mehr grau und von schwächerem Geruch. Sie können, bei billigen Preisen, höchstens in der Parfümerie Verwendung finden.

Bestandtheile. Aetherisches Oel in sehr geringer Menge, Schleim, Stärkemehl, scharfes bitteres Weichharz.

Anwendung. Innerlich als Zusatz zum Brustthee, ferner zum Aromatisiren von Zahnpulvern, Räucherpulvern etc. und in der Parfümerie.

Verwechselungen. Als solche werden angegeben die Wurzelstöcke Iris pseudacorus und I. Germanica. Jedoch sind die ersteren innen röthlich, letztere deutlich geringelt.

Rádices levístici oder ligústici oder laserpítii.

Liebstöckelwurzeln.

Levisticum officinále oder Ligústicum levísticum. Umbelliférae.

Südeuropa. Deutschland kultivirt. Perennirende Hauptwurzel, häufig vielköpfig, nach unten verästelt, die stärkeren gespalten. Hauptwurzel 5-10 cm lang, 3 bis 5 cm dick. Nebenäste bis zu 30 cm lang, tief längsrunzelig, gelbbraun, schwammig, zähe. Auf dem Querschnitt zeigt sich die Rindensubstanz weisslich, das Mark

^[Abb:Fig. 73. E. Levistici. 1. Querdurchschnitt der frischen Wurzel, natürl. Gr. 2. Querdurchschnitt einer getrockneten Wurzel (vergrössert). m Mark, k Kambium, r Kinde, l Lücken im Parenchym.]