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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

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Radices. Wurzeln.

Die in Deutschland beliebteste Sorte ist die sog. Honduras S., welche an der östlichen Küste Centralamerikas gesammelt wird und von Guatemala über New-York und Havanna in den Handel kommt. (Mikroskopisches Merkmal: Zellen der Kernscheide quadratisch, nach allen Seiten gleichmässig verdickt.) Man unterscheidet zwei Sorten nach der Art der Verpackung, entweder sind die Wurzelstöcke mit den Stengelresten dabei, dann sind die einzelnen Wurzelsysteme s. o in Ballen vereinigt, dass die Wurzelstöcke in der Mitte liegen, während die Nebenwurzeln rechts und links bogenförmig eingeschlagen sind, oder die Wurzelstöcke sind, wie bei den besseren Sorten, entfernt, die Wurzeln zu armdicken Bündeln gelegt, oben und unten eingeschlagen und der ganzen Länge nach dicht mit einer gleichen Wurzel umwickelt. Die Länge und Dicke der Bündel variirt sehr. Farbe der Wurzel gelbbraun, ca. federkieldick, fast stielrund, nicht strohig; Rindensubstanz mehlig, weissgrau; Mark rein weiss, mehlig, ziemlich gross und scharf vom Holztheile abgegrenzt. Genaue Abstammung nicht bekannt, wahrscheinlich von mehreren Arten. Geschmack etwas kratzend.

Eine der vorigen fast gleiche Sorte kommt unter dem Namen Carracas S. über Laguayra namentlich nach Frankreich in den Handel. Die Wurzelstöcke sind meist vorhanden, die einzelnen Wurzelsysteme mit einer Wurzel umwunden und dann viele solcher einzelnen Bündel in ca. 50 kg schwere, umschnürte Seronen vereinigt. Farbe konstant lehmgelb; Stammpflanze unbekannt.

Lissaboner, Para- oder Maranho S. (mikroskopisches Merkmal: Zellen der Kernscheide radial gestreckt, keilförmig, nach Innen und seitlich verdickt). Diese hochgeschätzte Sorte kommt aus Brasilien. Wurzelstöcke meist entfernt; die Wurzeln der Länge nach in 1-1 ½ m lange, armdicke Bündel vereinigt, die unten und oben abgeschnitten, an mehreren Stellen mit Papier umwickelt und über denselben verschnürt sind. Mehrere solcher Bündel werden dann mittelst einer gespaltenen Liane zu etwa 30 cm dicken Bünden vereinigt. Farbe gelbbraun bis braun, zuweilen schwärzlich durch Rauch. Die Rinde erscheint etwa so dick als das Mark, von blassröthlicher Farbe. Holz schmal.

^[Abb:Fig. 84. Querschnitt der Honduras Sarsaparille. 3 fach vergr.]

^[Abb:Fig. 85. Querschnitt der Carracas Sarsaparille. 2-3 f. vergr.]

^[Abb:Fig. 86. Querschnitt der Lissaboner Sarsaparille. 3 fach vergr.]