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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Chinarinde; Cortices chinae

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Cortices. Rinden.

winnung der Rinde ist dieselbe wie beim echten Zimmt, nur wird auf das Abschaben weit weniger Sorgfalt verwendet. Die Röhren sind einfach, sehr verschieden lang (bis zu 50 oder 60 cm), bis fingerdick, die Dicke der Rinde selbst 1-2 mm. Einfach oder doppelt eingerollt, aussen matt, dunkler als Ceylonzimmt, stellenweise noch mit grauem Kork bedeckt. Bruch nicht faserig, sondern derb, körnig. Geruch angenehm zimmtartig, Geschmack weniger fein, etwas herb und schleimig.

Bestandtheile. Dieselben wie im Ceylonzimmt, nur mehr Gummi und Stärke.

Die Waare kommt hauptsächlich über Hamburg in den deutschen Handel und zwar in mit Rohrmatten bedeckten sog. Gontjes, deren jede eine Anzahl von 1 Pfd. schweren, mit Bast verschnürten Bündeln enthält, oder auch in Kisten.

Unter dem Namen Cassia vera kommen im Handel ziemlich dicke, meist kleine Rindenfragmente vor, die von den stärkeren Zweigen des Zimmtbaumes in China und Japan gesammelt werden. Aussen wenig abgerieben, meist von graubrauner, korkartiger Borke bedeckt. Geruch und Geschmack gut, letzterer jedoch stark schleimig. Meist zu Pulver verwendet, ebenso wie die

Cassia lignea, der Malabar-Zimmt des Handels, angeblich von einer Varietät des echten Cinnamomum Ceylanicum stammend. Theils in Form von ca. fingerdicken, einfachen Röhren, welche von einem graubräunlichen, feingerunzelten Kork umgeben sind. Innen und auf dem Bruche dunkelbraun bis nelkenbraun. Theils als Cassia Tigablas vollständig abgeschabt, aussen gelbröthlich, fein gerunzelt. Geruch und Geschmack schwächer zimmtartig, stark schleimig.

Der Malabar-Zimmt kommt in mit Bastgeflecht überzogenen Kisten von 30 kg Gewicht, in Bündeln à ½ kg in den Handel.

Der Verbrauch Deutschlands innerhalb des Zollvereins wird auf 6-7000 mctr. geschätzt. Nur ein verschwindend kleiner Theil davon wird in der Medizin verbraucht, alles Andere als Gewürz zu den verschiedenartigsten Zwecken.

Cortices chinae. **

Chinarinde, Fieberrinde.

Cinchóna calisáya, C. micrántha, C. purpúrea, C. lanceoláta, C. succi rubra,

C. officinális und verschiedene andere Species. Cinchonéae.

Südamerika; kultivirt in Ostindien, Ceylon, Java, Algier, Westindien etc.

Das Studium und die Kenntniss der Chinarinden waren bis vor Kurzem eine der wichtigsten und schwierigsten Theile der Waarenkunde.

Zahlreiche Pharmakognosten hatten die Chinarinde zu ihrem Spezialstudium gemacht und ganze Bände wurden über die zahllosen Sorten geschrieben. Trotzdem war auch schon damals der wirkliche praktische Werth dieses Studiums ein sehr fraglicher, da einestheils die einzelnen Handelssorten, wie sie importirt wurden, mit zahlreichen anderen ver-^[folgende Seite]