Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

118

Folia. Blätter.

Bestandtheile. Harz, Spuren von ätherischem Oel, Fichtenbitter (Pinipikrin).

Ziemlich obsolet (Darstellung von Tinct. pini composita).

-

Gruppe VII.

Folia. Blätter.

Bei der Bezeichnung der hierher gehörenden Drogen gehen vielfach Folia und Herbae (Kräuter) durcheinander. Findet man die gewünschte Droge in der ersten Abtheilung nicht, suche man sie deshalb in der zweiten.

Fólia aurántii.

Pomeranzenblätter.

Citrus vulgáris Risso. Aurantiacéae. Südeuropa kultivirt.

Die gelbgrünen, lederartigen Blätter der bitteren Pomeranze; bis 10 cm lang, 3-4 cm breit, stumpf zugespitzt, drüsig punktirt; Blattstiel gegliedert, beiderseits mit einem keilförmigen Flügel versehen. Geruch schwach aromatisch, Geschmack ebenfalls, dabei bitter, herb.

Bestandtheile. Aetherisches Oel, Gerbstoff, Bitterstoff.

Anwendung. Als nervenstärkendes Mittel im Aufguss.

Folia belladónnae. **+

Tollkirschenblätter.

Atrópa belladónna. Solanéae. Deutschland in Bergwäldern.

Die Blätter sind beim Beginn der Blüthezeit zu sammeln und rasch zu trocknen. Sie sind oval, ganzrandig, zugespitzt; die jüngeren weichhaarig, die älteren nur an den Nerven und am Blattstiel behaart; charakteristisch für die Blätter ist, dass sie fast stets kleine, runde, dunkelgeränderte Löcher zeigen. Geruch schwach narkotisch, Geschmack scharf, bitter (sehr giftig!).

Bestandtheile. Atropin, Bitterstoff, Oxalsäure.

Anwendung. Hauptsächlich zur Darstellung des Atropin, Extr. belladónnae etc. In der inneren Medizin als narkotisches Mittel bei Hals-, Nervenleiden etc.

^[Abb:Fig. 93. Fol. aurantii.]