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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Schlagworte auf dieser Seite: Crocus oder Crocus orientalis; Flores; Safran

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Flores. Blüthen.

Gruppe IX.

Flores. Blüthen.

In dieser Gruppe sind nicht nur die vollständigen Blüthen aufgezählt, wie z. B. Flor. sambuci, sondern auch die Blumenblätter Flor. rhoeados, Flor. rosarum, ferner die unentwickelten Blüthen, wie Flor. cinae, Flor. cassiae, Flor. caryophylli, endlich auch einzelne Blüthentheile, wie Crocus. Bei einer Anzahl derselben fällt bei der Handelsbezeichnung der Zusatz Flores ganz fort; wir erinnern hier an Kusso, Caryophylli, oder auch die Bezeichnung ist fälschlich nach dem äusseren Aussehen gegeben, wie das noch immer gebräuchliche "Semen" cinae.

Crocus oder Crocus orientalis.

Safran.

Crocus sativus. Iridéae.

Orient, kultivirt in den meisten südeuropäischen Ländern, in geringem Maße auch in Oesterreich, Deutschland und England.

Die unter dem Namen Safran in den Handel kommende Droge wird durchgängig von kultivirten Pflanzen gewonnen und besteht aus dem getrockneten Griffel der Blüthe. Derselbe ist röhrenförmig und 2-3 cm lang. Der obere Theil läuft in drei Narben aus, die nach der Spitze verbreitert und am oberen Rande gefranst sind. Der Safran erscheint nach dem Trocknen fadenförmig, von schöner. dunkelorangerother bis bräunlichrother Farbe, von kräftigem, etwas betäubendem Geruch und eigenthümlich bitterem,

aromatischem Geschmack. Er fühlt sich, auch wenn er rain ist, fettig an, ist ziemlich stark hygroskopisch und färbt den Speichel beim Kauen gelb.

Die Kultur des Safrans ist eine sehr mühsame und gedeiht am besten in einem milden Weinklima, auf gutem, mergelhaltigem Thonboden und in geschützter sonniger Lage. Die Vermehrung der Pflanzen geschieht durch Brutzwiebeln oder Zwiebeltriebe die sich um die alte Zwiebel ansetzen. Dieselben werden im Juni oder Juli in das gut be-

^[Abb:Fig. 115. Crocus sativus. Links unten eines der pfeilförmigen Staubblätter; rechts unten die drei Narbenschenkel.]

^[Abb:Fig. 116. Crocus sativus (Safran). 1. Narbe (stigma trifidum cum laciniis incisis), etwas vergr. 2. Narbe, 4 fach vergr. 3. Ein Stück des Narbenrandes, mit Papillen besetzt, 120 fach vergr.]