Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

153

Flores. Blüthen.

mende Safran wird auf weisses Papier ausgebreitet und nun genau nach seiner Form untersucht. Hierbei lassen sich, da Alles seine natürliche Form angenommen hat, etwa untergemischte Blumenblätter etc. leicht erkennen. Erscheint der Safran hierbei verdächtig, so erneuere man das Einweichen mit einer neuen Probe mit Salpetersäure, welche mit 1 Vol. Wasser verdünnt ist. Reiner Safran erscheint nach Verlauf von 5 Minuten fast ganz unverändert in Farbe und Aussehen, während fast alle Beimengungen blass und durchsichtig erscheinen. Weit schwieriger lässt sich gepulverter Safran untersuchen; etwaige Verfälschungen mit Fernambuk oder Rothholz zeigen sich nach dem Uebergiessen mit Salmiakgeist. Bei reinem Safran ist die Färbung der Flüssigkeit gelb, im anderen Falle weinroth. Zumischung oder Färbung durch Curcuma erkennt man durch Uebergiessen mit Petroleumäther, der den Farbstoff der Curcuma löst, den des Safrans jedoch nicht.

Anwendung. Der Safran findet sowohl in der inneren als äusseren Medizin Verwendung. Innerlich als Stimulans oder zur Beförderung der Menstruationen, äusserlich als Zusatz zu Augenwässern, Umschlägen, Pflastern etc. - Technisch zum Färben von Back- und Zuckerwaaren, Butter, Käse und der verschiedensten anderen Dinge. Vielfach auch, namentlich im Süden und bei den Juden, als Speisegewürz.

Unter dem Namen Safranin kommt in jetziger Zeit ein Farbstoff in den Handel, der nicht etwa aus Safran, sondern aus Toluol bereitet wird.

Safransurrogat ist ein künstlicher Farbstoff, der vielfach als Ersatz des Safrans dient. Er bestand ursprünglich aus pikrinsaurem Kali und ähnlichen Nitro-Verbindungen. Er ist explosiv und muss daher mit Vorsicht behandelt werden, doch wird der Name Safransurrogat jetzt fast nur für das Dinitrochresol benutzt.

Flores acáciae oder Fl. pruni spinósae.

Schlehenblüthe.

Prunus spinósa. Amygdaléae. Deutschland, überall gemein.

Frisch riechen die Blüthen bittermandelartig und geben mit Wasser destillirt ein blausäurehaltiges Destillat. Getrocknet fast geruchlos. Bestandtheile. Spuren von Gerbsäure.

Anwendung. Früher officinell, jetzt hier und da in der Volksmedizin als gelindes Abführmittel.

Flores arnicae.

Arnica- oder Wohlverleihblüthen, Fallkrautblumen.

Árnica montána. Compósitae.

Mitteleuropa.

Die getrockneten Blüthen mit oder ohne Kelch, goldgelb, von angenehmem, aromatischem Geruch; der Staub zum Niesen reizend; Geschmack scharf, kratzend und scharf bitter.