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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

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Flores. Blüthen.

Die Stockrosen werden in Thüringen und Franken zu letzterem Zweck in grossem Maßstabe kultivirt.

Flores malvae vulgáris.

Malvenblüthen, Käsepappelblüthen.

Malva vulgáris, M. silvéstris. Malvacéae.

Europa, überall gemein.

Die Blüthen sind im Juli, vor ihrer völligen Entwickelung, zu sammeln. Frisch sind sie rosenroth, nach dem Trocknen mehr bläulich. Kelch doppelt, der äussere 3-, der innere 5 theilig; geruchlos, Geschmack schleimig. Sie enthalten viel Schleim, werden deshalb im Aufguss als lösendes Mittel und zu Gurgelwasser angewandt.

Flores millefólii, Siehe Herba millefólii.

Flores paeóniae.

Paeonienblätter, Pfingstrosenblätter.

Paeónia officinális. Ranunculacéae.

Kultivirt.

Die Blüthenblätter der dunkelrothen Varietäten werden gleich nach dem Aufblühen gesammelt und in künstlicher Wärme rasch getrocknet. Müssen in gut schliessenden Gefässen, vor Licht geschützt, aufbewahrt werden.

Dienen nur zur Bereitung von Räucherpulverspezies. Missfarbig gewordene Blüthen lassen sich durch Befeuchten mit ganz verdünnter Schwefelsäure und nachherigem Trocknen wieder auffrischen.

Flores primulae.

Schlüsselblumen, Himmelsschlüssel.

Prímula officinális. Primulacéae.

Deutschland in Wäldern.

Die getrockneten Blüthen der echten Primel, vom Kelch befreit. Sie sind frisch goldgelb, im Schlunde mit 5 tief safranfarbigen Flecken und von kräftigem, angenehmem Geruch. Getrocknet werden sie grünlich und fast geruchlos. Geschmack süsslich, angenehm. Ziemlich obsolet.

Die Blüthen der viel häufigeren Primula elatior sind grösser, schwefelgelb, ohne safrangelben Schlund und fast geruchlos.

Flores pýrethri oder chrysánthemi.

Pýrethrum róseum, P. cárneum, P. cineráriaefólium, P. Willemóti. Compósitae.

Dalmatien, Montenegro, Kaukasus, Persien, auch bei uns kultivirt. Die Blüthen der oben genannten Pyrethrumarten liefern uns die verschiedenen Sorten des Insektenpulvers. Früher kam letzteres fast immer fertig in den europäischen Handel, ein Umstand, der jede Kontrolle über die Qualität der Waare ausschloss. Heute haben sich die Verhältnisse insofern geändert, als man im deutschen Grosshandel nur die ganzen