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Handbuch der Drogisten-Praxis

Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

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Fructus. Früchte.

Der weisse Pfeffer wird durch Einweichen und Abreiben von der äusseren Fruchtschale befreit und dann getrocknet. Er bildet nun kugelrunde, gelblich bis grauweisse Körner mit glatter Oberfläche. Im Innern ist er dem schwarzen Pfeffer gleich, jedoch schwächer von Geruch und Geschmack. Beide Sorten haben einen kräftigen, aromatischen Geruch und einen gleichen, dabei brennend scharfen Geschmack.

Bestandtheile. Aeth. Oel, den Geruch des Pfeffers bedingend, Piperin (ein krystallinisches Alkaloid), 2-3 % Chavicin und Weichharz, zum Theil die Schärfe des Pfeffers bedingend. Stärkemehl etc.

Der Pfeffer bedarf zu seiner Kultur einen feuchten fetten Boden. Man pflanzt in den Plantagen zuvor rasch wachsende Pflanzen, namentlich Areca- und Erythrinaarten, welche den Pfefferranken als Stützpunkt dienen. Im 3. Jahre werden dieselben tragfähig und bleiben es dann 15 bis 16 Jahre lang. Der Ertrag der einzelnen Pflanze wird pro Jahr auf 1-5 kg, je nach Alter und Boden, angegeben.

Die zahlreichen Handelssorten werden nach ihren Ursprungsländern oder nach den Ausfuhrhafen benannt. Vom schwarzen Pfeffer, meist in Ballen von 50-65 kg, sind anzuführen: Singapore, Penang, Malabar, Aleppi, Batavia und Tellichery. Vom weissen Pfeffer, in Ballen von 60 bis 70 kg, Singapore und Penang. Der Hauptimporthafen für Deutschland ist Hamburg. Der Hauptstapelplatz für Pfeffer überhaupt ist London. Sein Import betrug nach Gehe von schwarzem Pfeffer

^[Liste]

im Jahre 1885 7828 Tons (à 1000 kg)

" " 1886 5945 "

" " 1887 6125 "

von weissem Pfeffer

^[Liste]

im Jahre 1885 1759 Tons

" " 1886 1838 "

" " 1887 2920 "

Unter dem Namen Pfefferstaub kommen die Abfälle, hauptsächlich aus zerbrochenen Schalen, Fegsel etc. bestehend, in den Handel, meist zur Verfälschung des Pfefferpulvers dienend. Ueberhaupt kommt kaum ein anderes Gewürzpulver so arg verfälscht in den Handel, als das des Pfeffers, und da die genaue Untersuchung desselben, auf chemischem und mikroskopischem Wege, keine leichte ist, so thut jeder Drogist

^[Abb:Fig. 150. Zweig von Piper nigrum.]